Do., 08.02.2018

Rathaussturm: Bürgermeisterin und ihre Crew glänzen mit selbst gedichteten Liedern Die Jecken singen sich an die Macht

»Atemlos« schmettern Kinderprinzenpaar und Tollitäten gemeinsam mit Moderatorin Nicole Düllo (mit Mikrofon).

»Atemlos« schmettern Kinderprinzenpaar und Tollitäten gemeinsam mit Moderatorin Nicole Düllo (mit Mikrofon). Foto: Stefanie Winkelkötter

Von Stefanie Winkelkötter

Harsewinkel (WB). Sie haben – vor allem stimmlich – alles gegeben. Am Ende aber hat es nicht gereicht und sie mussten die Macht, in Form des Rathausschlüssels, an die Harsewinkeler Jecken abgeben. Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide und ihr Team wurden zur Weiberfastnacht von den heimischen Narren zu einem Gesangswettbewerb herausgefordert.

»Wir haben ein Applausometer dabei«, erklärte Rote-Funken-Präsident Stefan Meyer-Wilmes beim Sturm auf das Rathaus. »Wer mehr Applaus bekommt, hat die Macht.« Während die Jecken samt ihrer Tollitäten Alexander I. Meier zu Wickern, Prinzessin Carolin I. Mense (beide Karnevalsverein St. Lucia) sowie Andreas Hoppmann (Rote Funken) gemeinsam mit den Rote-Funken-Kinderregenten Joleen Schmitz und Timurcan Örnek zunächst »Atemlos« von Helene Fischer und dann »Eisgekühlter Bommerlunder« anstimmten, hielt die Harsewinkeler Rathaus-Crew, allesamt in Matrosen-Uniform erschienen, mit selbst gedichteten Liedern dagegen.

80 bunt verkleidete Narren marschieren vor dem Rathaus auf

Zur Melodie von »Eine Seefahrt, die ist lustig« schmetterte die Bürgermeisterin ins Mikrofon: »Unser Käpt’n ist stets nüchtern und sie mag auch keinen Rum, auf den Fotos wirkt sie schüchtern und kriegt dennoch jeden rum. Holahi, holaho, holahia, hia, hia, holaho!« Trotz dieses enormen stimmlichen Einsatzes musste Kämmerer Heinz Niebur den Rathausschlüssel am Ende aber an Kinderprinzession Joleen (11) abgeben.

Dieser Verlust hatte sich bereits abgezeichnet, als die rund 80 bunt verkleideten Narren vor dem Rathaus aufmarschierten. »Wir wollen rein, wir wollen rein!«, riefen sie mit Nachdruck. Und: »Komm hol den Schlüssel raus, wir spielen Cowboy und Indianer!« Auch wenn sich die Bürgermeisterin zunächst zierte (»Wir haben gar keinen Schlüssel, die Tür ist elektronisch und immer kaputt«) gab sie schließlich nach: »Ich mache jetzt auf, wir haben nämlich auch geübt«, rief sie in Anspielung auf die Tatsache, dass sie kurz vor Erscheinen der bunten Schar bereits ihre Lieder geprobt hatte – neben der von Agnes Carstens umgedichteten »Seefahrt« auch eine von ihr selbst entworfene Version des Klassikers »Seemann deine Heimat ist das Meer«.

Feministische Version von »Seemann deine Heimat ist das Meer«

Eine feministische Version: »Frauen, wagt zu träumen, denkt nicht an zu Haus. Geld, Ruhm, Macht und Einfluss rufen euch hinaus. Eure Heimat ist kein Herd, auch ihr Frauen in der Ferne, selbst in Rio und Shanghai, sogar in Bali und Hawaii. Eure Sehnsucht ist das Recht auf die gleichen Jobs und Löhne, wartet nicht darauf so still – ein Leben lang.« Sie sang voller Inbrunst. Und scherzte angesichts ihres Talents: »Wenn ich heute nicht entdeckt werde, dann passiert das nie mehr.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5500945?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2730032%2F