Do., 15.02.2018

Rückbau beginnt am 26. Februar – Holzbauteile sollen erhalten bleiben Kulbrocks Hof wird zerlegt

Mit dem Rückbau des 235 Jahre alten Hofes Kulbrock endet ein Stück Brackweder Geschichte. Schon am 26. Februar sollen die Arbeiten beginnen. Das Unternehmen Bessmann will alle Holzbauteile wie Giebel, Sparren, Innenständer und natürlich den denkmalgeschützten Torbogen erhalten und auf dem Firmengelände in Marienfeld wieder aufbauen.

Mit dem Rückbau des 235 Jahre alten Hofes Kulbrock endet ein Stück Brackweder Geschichte. Schon am 26. Februar sollen die Arbeiten beginnen. Das Unternehmen Bessmann will alle Holzbauteile wie Giebel, Sparren, Innenständer und natürlich den denkmalgeschützten Torbogen erhalten und auf dem Firmengelände in Marienfeld wieder aufbauen. Foto: Bernhard Pierel

Von Kerstin Sewöster

Bielefeld/Harsewinkel (WB). Die Tage des 235 Jahre alten Hofes Kulbrock sind gezählt: Schon am 26. Februar wird mit dem Rückbau des Fachwerkhauses an der Von-Möller-Straße begonnen, wie Unternehmer Volker Bessmann erklärt. In zwei bis drei Jahren soll Hof Kulbrock wieder aufgebaut werden – in Marienfeld.

Wie berichtet, plant die Bielefelder Gesellschaft für Wohnen und Immobiliendienstleistungen (BGW) als Eigentümerin auf dem Hofgelände den Bau von 16 Wohnungen. Anwohner und Heimatverein hatten versucht, den Hof zu retten, von dem nur der Torbogen unter Denkmalschutz steht – vergeblich. Seit dem 14. Dezember liegt der (BGW) die Abbruchgenehmigung von der Stadt vor, bestätigt BGW-Geschäftsführerin Sabine Kubitza. Damit verbunden sei die Auflage, den denkmalgeschützten Torbogen fachgerecht rückzubauen und einzulagern.

Modeunternehmer Heiner Bessmann und Sohn Volker investieren nach eigenen Angaben etwa 500.000 Euro für Rückbau und Wiederaufbau von Kulbrocks Hof auf ihrem Firmengelände in Marienfeld. Sie haben Erfahrung mit dem Wiederaufbau von altem Fachfachwerk. Auf ihrem 35.000 Quadratmeter großen Firmengelände wurden mittlerweile zehn historische Fachwerkhäuser aus der Region wieder aufgebaut. Unter Denkmalschutz steht davon bislang keines.

Bis zum 14. April soll der Rückbau abgeschlossen sein

Die Zimmerei Grothues & Theis aus Harsewinkel gilt als Fachfirma für historisches Gebälk und übernimmt im Auftrag von Bessmann den Rückbau. Begonnen werde mit den Schornsteinen und Dachpfannen, dann werde mit einem Kran der Dachstuhl heruntergehoben. Alle Holzbauteile wie Giebel, Torbogen, Sparren, Balkenlage und Innenständer will das Modeunternehmen mit Faible für alte Bausubstanz so weit wie möglich abbauen und in Marienfeld wieder errichten.

Der Rest von Kulbrocks Hof landet in den Mulden, die ein von der BGW beauftragtes Abrissunternehmen aufstellen wird. Bis zum 14. April soll der Rückbau abgeschlossen sein. Alle nummerierten, gekennzeichneten und fotografierten Elemente werden auf dem Bessmann-Firmengelände zwischengelagert. Laut Volker Bessmann gab es für den Wiederaufbau bereits eine Bauvoranfrage beim Kreis Gütersloh, die am 7. Februar positiv beschieden wurde.

Mit dem Wiederaufbau des Brackweder Hofes in Marienfeld müssen sich die Mitglieder des Heimatvereines auch von ihrem Wunsch verabschieden, zumindest den denkmalgeschützten Torbogen für Brackwede zu erhalten. Er sollte im Bereich der Kulbrockstraße/Ecke Von-Möller-Straße stehen, um an die Kulbrock­siedlung zu erinnern. »Was wir nicht verhindern können, das muss nun seinen Lauf nehmen. Das ist ein sehr großer Verlust für unseren Stadtbezirk«, bedauert Karl Beckmann vom Vorstand des Heimatvereins.

Warten auf Meldung der Unteren Denkmalschutzbehörde

Indes hat Volker Bessmann schon Ideen, wo einmal Kulbrocks Hof seinen Platz finden soll. Entgegen der ursprünglichen Planung, das Fachwerk aus Brackwede als Teil eines Ensembles aus insgesamt vier historischen Gebäuden aufzubauen, soll es nun einen zentralen Platz zwischen zwei neueren Firmengebäuden erhalten. Wo sich zurzeit noch eine Durchfahrt zwischen Sport Weckenbrock und der Restekiste befindet, könnte Hof Kulbrock wieder aufgebaut werden. Volker Bessmann geht jedoch davon aus, dass zwei bis drei Jahre verstreichen, bis Hof Kulbrock in Marienfeld wieder steht.

Indes wartet man in der Denkmalschutz-Fachbehörde des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in Münster noch auf eine Meldung der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt Bielefeld. Für eine Translozierung, also eine Umsiedlung des denkmalgeschützten Torbogens, müsse Bielefeld das so genannte Benehmen mit der Fachbehörde in Münster herstellen. »Das ist noch nicht geschehen«, heißt es auf Anfrage dieser Zeitung dazu aus in Münster.

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