Do., 17.05.2018

SPD stellt Antrag: Ein Bürgerwald soll auf städtischem Grundstück entstehen Erst Blümchen, jetzt Bäume

Die SPD wünscht sich einen Bürgerwald auf einem Grundstück, welches die Stadt zur Verfügung stellt. Mindestens 50 Bäume sollen darauf gepflanzt werden. Die Bürger können diese spenden und vielleicht sogar die Pflege übernehmen.

Die SPD wünscht sich einen Bürgerwald auf einem Grundstück, welches die Stadt zur Verfügung stellt. Mindestens 50 Bäume sollen darauf gepflanzt werden. Die Bürger können diese spenden und vielleicht sogar die Pflege übernehmen. Foto: dpa

Von Elke Westerwalbesloh

Harsewinkel (WB). Immer mehr blühende Landschaften verschwinden unter Beton. Auch in Harsewinkel entstehen Neubausiedlungen, Straßen, Gewerbegebiete – dafür muss das Grün weg. Die Sozialdemokraten wünschen sich nun einen Bürgerwald. Und Gegenwind gibt es anscheinend nicht.

Ganz im Gegenteil: Die Harsewinkeler UWG und auch die Grünen sind von der Idee, dass Bürger künftig einen eigenen Wald in der Stadt anlegen können, ganz begeistert. Die SPD um Reinhard Hemkemeyer hat den Antrag jetzt an die Stadtverwaltung gestellt. Er erklärt: »Die Stadt stellt ein Grundstück zur Verfügung, auf das Bäume, die von Bürgern oder Firmen für besondere Anlässe gespendet werden, gepflanzt werden können«.

So die Idee, dessen Impulsgeber SPD-Mann Michael Wagner ist. Ferner sollte die Verwaltung mit einem ortsansässigen Garten- und Landschaftsbaubetrieb eine Liste mit Baumarten zusammen stellen. Eben diese können dann gespendet werden. Und zwar so, dass der Geldgeber für die Anpflanzung und eine mehrjährige Anwuchsgarantie aufkommt.

Damit möchte die SPD-Fraktion, ebenso wie bereits bei der Diskussion um die Anlegung einer Wildblumenwiese (wir berichteten bereits) bürgerschaftliches Engagement stärken. Und bei diesem Gedanken ist auch Grünensprecher Juan Carlos Palmier mit im Boot. »Viele unterschätzen die Notwendigkeit und belächeln solche Vorhaben«, sagt er. Deshalb sei es um so wichtiger, dass Impulse, die von Bürgern kommen, von der Politik ernst genommen und weiterentwickelt werden. »Nur so können sich die Harsewinkeler auch mit ihrer Stadt identifizieren«, weiß Palmier.

Das sieht die UWG um Johannes Sieweke ähnlich. »Wenn es ein Bürgerwunsch ist, dann stehen wir dahinter«, lässt Sieweke wissen. Obwohl er in einem Gespräch mit einem Förster erfahren habe, dass es noch nie so viel Waldfläche in Deutschland gebeben habe, wie gerade jetzt. »Schaden kann es trotzdem nicht«, ergänzt der UWG-Mann.

Die Sozialdemokraten haben festgestellt, dass es in den vergangenen Jahren immer wieder Anfragen aus der Bürgerschaft gegeben hat, zu besondern Anlässen einen Baum auf ein städtisches Grundstück pflanzen zu dürfen. Mit einem Bürgerwald »muss die Verwaltung nicht kostenaufwendig jeden Einzelfall prüfen«, sagt Reinhard Hemkemeyer. Wo genau der Wald entstehen könnte, der im übrigen mindestens 50 Bäume umfassen soll, das haben die Sozialdemokraten noch offen gelassen. Auch den Namen des Waldes, wie etwa Bürgerwald oder Erlebniswald, sollen später die Harsewinkeler bestimmen können.

Was die Pflege des Waldes angeht und auch die damit entstehenden Kosten, darüber hat sich die SPD noch keine tiefergehenden Gedanken gemacht.

Als Vorbild für einen Bürgerwald in Harsewinkel dient zum Beispiel der in Soest. Dort können Spender zwischen neun verschiedenen Baumarten wählen und müssen 300 Euro für die Baumspende hinlegen. Ähnlich der Bürgerwald in Wesel am Niederrhein: Dort gibt es bereits zwei kleinere Waldflächen – auf der ersten, bereits ausverkauften Fläche gedeihen 157 Bäume. Dort erklärt sich der Spender für die lebenslange Baumpflege bereit und bekommt dafür auch ein Namensschild an den Stamm geheftet. Über den SPD-Antrag wird nun in einem der nächsten Ausschüsse beraten.

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