Mi., 13.06.2018

Sechs Verdächtige festgenommen – Parallelen zu Sexualtat in Harsewinkel Acht Jugendliche filmten Missbrauch von 13-Jähriger im Wald

Symbolbild.

Symbolbild. Foto: Jörn Hannemann

Velbert/Harsewinkel (dpa/WB). In einem Waldstück in Velbert sollen sich mindestens acht Jugendliche an einem 13 Jahre alten Mädchen vergangen und die Tat gefilmt haben.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Wuppertal vom Dienstag sitzen sechs von ihnen in Untersuchungshaft. »Das sind harte Bandagen für Jugendliche, aber die sind hier absolut berechtigt«, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Wuppertal am Mittwoch. Nach weiteren beteiligten Jugendlichen werde intensiv gefahndet, sagte der Sprecher. Er sprach von »drastischen Sexualstraftaten«. Die tatverdächtigen Schüler aus Velbert im Alter zwischen 14 und 16 Jahren stammten aus Bulgarien, sagte der Sprecher. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft lediglich von EU-Ausländern gesprochen.

Um das junge und schwer traumatisierte Opfer zu schützen, habe man die Öffentlichkeit nicht früher informiert. Zunächst hatte die »WAZ« über den Fall berichtet.

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Sie sind, man muss es so sagen, über das Mädchen hergefallen.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft

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Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatten die Jugendlichen das Mädchen und ihre Freundinnen zunächst in einem Freibad belästigt. Auf dem Weg nach Hause hätten die Jungen die 13-Jährige in einen Wald gezerrt und missbraucht.

»Sie sind, man muss es so sagen, über das Mädchen hergefallen«, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Als eine Frau die Jugendlichen zur Rede stellte, hätten sie die Flucht ergriffen.

Die Beweislage sei vergleichsweise eindeutig, sagte der Sprecher. »Die Gruppe hat die Tat mit einem Handy gefilmt.« Bei den Tatverdächtigen handele es sich um EU-Ausländer, alle wohnen ebenso wie das Mädchen in Velbert.

Parallelen zum Fall in Harsewinkel

Zuletzt hatte es einen ähnlichen Übergriff auch in OWL gegeben: Ein 14-jähriges Mädchen ist in Harsewinkel (Kreis Gütersloh) Opfer von sexueller Gewalt geworden. Die Tat geschah bereits im vergangenen November. Öffentlich wurde sie erst jetzt.

Mutmaßliche Täter waren sechs junge Männer im Alter von 14 bis 19 Jahren, drei davon deutsche, drei syrische Staatsangehörige.

Um das Opfer zu schützen, hatte die Polizei die Öffentlichkeit nicht über den mutmaßlichen Missbrauch informiert.

In einer Kleinstadt wie Harsewinkel hätte jeder noch so kleine Hinweis zur Identifikation des minderjährigen Opfers geführt, begründete Landrat Sven-Georg Adenauer.

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