Fr., 13.07.2018

Rat bewilligt Freibadsanierung für 4,6 Millionen Euro – CDU verweigert Abstimmung Nicht nur groß, sondern größtmöglich

Dieses Schild symbolisiert das in die Jahre gekommene Freibad – die große Sanierung soll nach der Badesaison beginnen.

Dieses Schild symbolisiert das in die Jahre gekommene Freibad – die große Sanierung soll nach der Badesaison beginnen. Foto: Carsten Borgmeier

Von Stefanie Winkelkötter

Harsewinkel (WB). Nicht nur im großen Stil wird das Harsewinkeler Freibad umgebaut und saniert, sondern im größtmöglichen. Der Stadtrat hat am Mittwochabend beschlossen, inklusive Fördermitteln gut 4,6 Millionen Euro zu investieren. Kurios: Die CDU weigerte sich geschlossen, an der Abstimmung teilzunehmen.

Und so fiel das Abstimmungsergebnis deutlich aus: 17 Politiker von SPD, UWG und Grünen stimmten für die große Lösung, Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide war dagegen. Aus ihrer Sicht waren Dinge wie die 40.000 Euro teure Beregnungsanlage und die 40.000 Euro teuren Beleuchtungselemente nicht unbedingt notwendig. Der Betriebsausschuss hatte in der vergangenen Woche diese Elemente auch abgelehnt, ebenso die mit 98.000 Euro veranschlagte Kletterwand. All dies soll nun aber doch kommen, ebenso die Rampe, die barrierefrei ins immer noch acht Bahnen breite Becken führen soll.

Wenn man saniert, dann auch richtig

Die Sitzung sei durchaus mit turbulent zu betiteln, gab SPD-Fraktionssprecher Reinhard Hemkemeyer unumwunden zu. »Die Investitionen ins Freibad sind Investitionen für die nächsten 60 Jahre, also muss man die Kosten rechnerisch eigentlich auch auf 60 Jahre aufteilen. Dann sind die Dimensionen gar nicht mehr so groß«, sagte er und betonte, die SPD sei der Ansicht, wenn man saniere und modernisiere, dann auch richtig. Die CDU habe sich schon immer schwer getan mit der Freibadsanierung, CDU-Sprecher Heinz Bünnigmann habe in seiner Haushaltsrede gar von einem millionenschweren Swimmingpool gesprochen, erinnerte Hemkemeyer. »Erst als der CDU-Bundestagsabgeordnete Zuschüsse in Aussicht stellte, kam die Kehrtwende.« Wie mehrfach berichtet, steuert der Bund maximal 1,755 Millionen Euro bei, den Rest muss die Stadt selbst bezahlen.

SPD-Sprecher kritisiert Nicht-Abstimmung als feige

Hemkemeyer sprach nach der Ratssitzung von einem »albernen Verhalten der CDU-Fraktion, nicht an der Abstimmung teilzunehmen«, und von »Kasperletheater«. »Enthaltung oder Nein-Stimmen hätte ich verstanden, aber diese Lösung finde ich politisch ziemlich feige.« CDU-Sprecher Heinz Bünnigmann dagegen nannte Investitionen in Kletterwand, Nachtbeleuchtung und Beregnungsanlage »voll gaga« – es gehe doch ums Schwimmen, und das müsse »nicht ohne Ende kosten«, immerhin sei das Freibad kein Wirtschaftsfaktor, der etwas bringe, sondern ein Zuschussgeschäft.

Die CDU habe an der Abstimmung nicht mitgewirkt, um nicht den Eindruck zu vermitteln, man sei gegen die Sanierung. »Wir wollten nur die Elemente Punkt für Punkt durchgehen und einzeln abstimmen«, erklärte Bünnigmann. Als sich abzeichnete, dass die Komplettmaßnahme im Paket abgestimmt würde, bat die CDU um eine Sitzungsunterbrechung, an deren Ende sie den Verzicht auf die Abstimmung erklärte. Demonstrativ blieben die Politiker dazu hinter ihren Stühlen stehen.

Planer Christoph Keinemann muss die Unterlagen nun aktualisieren, dann werden sie an den Fördergeber geschickt. Gibt der sein Okay, soll nach der Freibadsaison mit dem Umbau begonnen werden. Ziel ist es, dass Badefreunde im kommenden Sommer im Freibad schwimmen können.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5901722?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2730032%2F