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Sa., 20.08.2016

Kai Wieland aus Rheda-Wiedenbrück erfüllt sich mit mehrmonatiger Reise einen Traum Mit einem Lächeln kommt er weiter

Verstehen sich auf Anhieb: Dieses Kamel trägt den Rheda-Wiedenbrücker in der Wüste Gobi.

Verstehen sich auf Anhieb: Dieses Kamel trägt den Rheda-Wiedenbrücker in der Wüste Gobi. Foto: Kai Wieland

Von Carsten Borgmeier

Rheda-Wiedenbrück (WB). Seit mindestens zwölf Jahren hat er diesen Traum: Jetzt setzt Kai Wieland aus Rheda-Wiedenbrück ihn um. Mehrere Monate nimmt sich der 38-Jährige Zeit, um auf dem Landweg von Moskau nach Asien zu reisen.

Ohne ein Wort russisch zu sprechen, fährt der Kaufmann wochenlang mit der Transsibirischen Eisenbahn durch Russland. Ohne ein Wort Chinesisch ist er im »Reich der Mitte« unterwegs. Doch das scheint für ihn kein Problem zu sein, denn: »Mit Geduld und einem freundlichen Lächeln komme ich überall weiter«, meldet sich der Globetrotter jetzt via Facebook von Coron Island auf den Philippinen in der WESTFALEN-BLATT-Redaktion zu Wort.

Seit Mai ist er unterwegs

Seit dem 17. Mai ist Wieland nun unterwegs – und voll kaum zu beschreibender Eindrücke. »Meine große Leidenschaft ist es, individuell zu reisen. Alles was ich brauche, trage ich in einem Rucksack bei mir«, sagt Wieland. »Ich mag den engen Kontakt zu den Einheimischen«, erläutert er seine Art, Land und Leute am besten kennenzulernen.

Von Hannover aus war er zunächst per Flugzeug nach Moskau gereist. Dort setzte sich der Einkäufer der Holzbranche in den Zug Richtung Baikalsee. Vier Wochen verbrachte Wieland in Russland, er lernte Städte wie Kazan, Jekaterinburg, Omsk oder Nowosibirsk kennen. Und da er seine Kamera immer griffbereit hat, entging ihm dort auch die Filiale von Nobilia nicht, dem bekannten Verler Küchenhersteller.

Bequem Reisen: Die Jogginghose

»Meine Zugfahrten dauerten auch mal 30 Stunden bis zum nächsten Bahnhof. In den Abteilen gab es dann immer das gleiche Ritual bei den Russen: Sie zogen ihre Jogginghosen an, machten es sich bequem und begannen, ausgiebig zu essen«, berichtet Wieland. »Nach wenigen Tagen habe ich das auch so gemacht – man muss sich ja anpassen.« Ob seine Hose jetzt kneift, verrät er nicht.

Vom Baikalsee reiste Wieland über Irkutsk in die Hauptstadt der Mongolei, nach Ulan Bator. »Dort ist noch alles sehr ursprünglich und touristisch kaum erschlossen«, schildert der 38-Jährige, der bei Nomaden in traditionellen Rundzelten, sogenannten Giers, übernachtete.

Ziege mit Reis

»Das Essen war recht einseitig, es gab jeden Tag Ziege oder Schaf, dazu Reis oder Nudeln. Dazu wurde Milchtee gereicht, der je nach Region leicht gesalzen war. Auch saure Pferdemilch war verfügbar.«

Kai Wieland fasst zusammen: »Das Leben der Nomaden wird durch die Tiere bestimmt. Ist nur noch wenig Gras da, ziehen die Familien weiter. Das geschieht etwa fünf bis sechs Mal im Jahr«, so Wieland.

Handys gibt es, Kühlschränke nicht

Doch ganz so »hinterm Mond« lebten auch die Nomaden heutzutage nicht mehr: Flachbildfernseher oder Mobiltelefone gehörten zum Alltag, »aber kein Kühlschrank«. Zu den Einheimischen findet Wieland schnell Kontakt, sein Lächeln hilft ihm weiter. »Ich bin häufig mit den Nomaden ausgeritten und habe dabei Bilderbuch-Landschaften gesehen. Über die Prärie zu galoppieren und auf Bergpanoramen zu schauen, war einfach gigantisch«, sagt der junge Mann.

Peking erreichte Wieland vor etwa vier Wochen, weiter ging es über Shanghai, Xingping und Hongkong. Aktuell ist Tauchen auf den Philippinen angesagt, von Rückkehr nach Deutschland will er nichts wissen. Noch nicht.

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