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Do., 20.10.2016

Anlaufstelle für Werkvertrags-Arbeiter stellt sich vor »Es wird noch ein langer Weg«

Stellten das im Sommer eröffnete Beratungsbüro von »Faire Mobilität« und »WerkFAIRträge« an der Schulte-Mönting-Straße vor (von links): Inge Bultschnieder, Claus-Harald Güster, Szabolcs Sepsi, Jusyna Oblacewicz und Christian Pinnes.

Stellten das im Sommer eröffnete Beratungsbüro von »Faire Mobilität« und »WerkFAIRträge« an der Schulte-Mönting-Straße vor (von links): Inge Bultschnieder, Claus-Harald Güster, Szabolcs Sepsi, Jusyna Oblacewicz und Christian Pinnes. Foto: Petra Blöß

Von Petra Blöß

Rheda-Wiedenbrück (WB). Parallel zur Internationalen Fleischkonferenz im A2-Forum stellen der Deutsche Gewerkschaftsbund und die IG »WerkFAIRträge« ihr neues Büro vor. Es ist eine Anlaufstelle für Werkvertragsarbeitnehmer.

»Es hat sich was getan in der Fleischindustrie. Aber wir dürfen nicht vergessen, wir kommen da von ganz unten und es wird noch ein langer Weg, bis wir von vernünftigen Arbeitsverhältnissen sprechen werden.« Diese Meinung teilen die Branchen-Spezialisten des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und der heimischen Interessengemeinschaft »WerkFAIRträge«. Um Schritt für Schritt mehr für die osteuropäischen Beschäftigen zu erreichen und diese vor allem individuell und direkter mit ins Boot zu holen, eröffneten beide Organisationen gemeinsam schon im Sommer ein Beratungsbüro.

DGB, Bundesministerien und NGG finanzieren das Büro

An der Schulte-Mönting-Straße 3 wurden ideale Räumlichkeiten gefunden, in denen seither Mitarbeiter beider Gemeinschaften regelmäßig als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Finanziert wird das Projekt von den Bundesministerien für Wirtschaft sowie Arbeit und Soziales, von der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) und dem DGB.

Funktionäre zu Gast

Die internationale Konferenz der NGG-Fleischbranche in diesen Tagen in der Doppelstadt nahmen die Verantwortlichen um den Dortmunder Koordinator Szabolcs Sepsi zum Anlass, das Büro jetzt öffentlich vorzustellen. Zu den Gästen zählten am Dienstagabend unter anderem Claus-Harald Güster, stellvertretender Vorsitzender der NGG, die weiteren Gewerkschaftsfunktionäre Bernd Maiweg und Thomas Bernhard, Vertreter der heimischen Politik, des DGB vor Ort, der WerkFAIRträge-Gemeinschaft und die Berater Justyna Oblacewicz und Christian Pinnes.

Arbeitnehmer über ihre Rechte aufklären

In den Berichten aller wurde deutlich, dass noch viel Arbeit zu leisten ist, will man osteuropäische Werkvertragsbeschäftigte in der Fleischindustrie nicht nur über ihre Rechte aufklären, sondern auch deren Durchsetzung erreichen. Allem voran steht das Erreichen der Zielpersonen. So verteilten die Beraterinnen und Berater an allen Stützpunkten – neben Rheda-Wiedenbrück gibt es unter dem Begriff »Faire Mobilität« weitere, unter anderem in Dortmund, Kiel und Oldenburg – mehrsprachige Informationsflyer zu den Zeiten des Schichtwechsels vor den Betrieben.

Ziel sind feste Arbeitsverträge vor Ort

Vielen Mitarbeitern seien nur die – weitaus geringeren – Rechte in ihren Heimatländern bekannt. Ihnen aufzuzeigen, was ihnen bei ihrer Arbeit in Deutschland zusteht und wie eine erfolgreiche Umsetzung aussehen kann, dafür steht das Team jeden Dienstag ab 10 Uhr in der Beratungsstelle bereit. Das Interesse der Angesprochenen sei groß, bestätigte Inge Bultschnieder von der IG WerkFAIRträge. Die meisten würden Beratungsbedarf anmelden, andere kämen spontan: »Wir sind schon gut frequentiert.« Vorrangiges Ziel bleibt es, den Werkvertragsbeschäftigten Zugang zu festen Arbeitsverträgen direkt mit den Unternehmen, in denen sie tätig sind, zu verschaffen.

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