Do., 01.03.2018

Schramm wird Mehrheitseigner des Rheda-Wiedenbrücker Unternehmens Möbelpräsident kauft Interlübke

Patrik Bernstein (im Bild) bleibt auch unter dem neuen Mehrheitseigentümer Axel Schramm Geschäftsführer von Interlübke.

Patrik Bernstein (im Bild) bleibt auch unter dem neuen Mehrheitseigentümer Axel Schramm Geschäftsführer von Interlübke. Foto: Oliver Schwabe

Von Oliver Horst

Rheda-Wiedenbrück (WB). Der Präsident des Verbands der Deutschen Möbelindustrie will dem traditionsreichen Rheda-Wiedenbrücker Hersteller Interlübke zu neuem Glanz verhelfen. Axel Schramm (61) steigt, wie berichtet, als Mehrheitsgesellschafter beim Wohnmöbelspezialisten ein . Mit im Boot ist der regionale Finanzinvestor MB aus Osnabrück.

Mittwochvormittag traten die neuen Eigentümer gemeinsam mit Interlübke-Geschäftsführer Patrik Bernstein (61), der im Amt bleibt, in Rheda-Wiedenbrück vor die 160 Mitarbeiter. Schramm, der mit seinem Unternehmen im pfälzischen Winnweiler Betten und Matratzen produziert, sprach von einem auf Dauer angelegten Engagement. Er wolle Interlübke »langfristig in eine erfolgreiche Zukunft führen«. Der 1937 gegründete Hersteller von Schränken, Regalen, Sideboards und Betten werde eigenständig bleiben. Für die Mitarbeiter solle sich nichts Grundlegendes ändern.

Die Belegschaft hofft, dass nach der Insolvenz Ende 2012 und dem Verkauf an Finanzinvestoren im Herbst 2014 jetzt Ruhe und Kontinuität einkehren, sagt Betriebsratsvorsitzender Walter Picker. »Wir sind sehr glücklich über die Entwicklung«, erklärte Bernstein. Die Sortimente von Interlübke und Schramm ergänzten sich perfekt. Über den Kaufpreis wurde nichts bekannt. Anleihegläubiger verzichten aber auf 1,57 Millionen Euro und ausstehende Zinsen. Die Rechte an der Marke Interlübke übernimmt Schramm für mindestens 600.000 Euro. Bis zu 1,249 Millionen Euro könnten zusätzlich von 2019 bis 2024 an die Anleiheinhaber fließen, wenn sich Interlübke erfolgreich entwickelt. So sind Nachzahlungen ab einem Jahresumsatz von mehr als 20 Millionen Euro vorgesehen.

Spätestens 2019 Rückkehr in die Gewinnzone

So hoch war der Umsatz im vergangenen Jahr – statt ursprünglich geplanter 23 Millionen. Zudem schrieb Interlübke einen Verlust. Zuletzt fehlte es auch an Wachstumskapital. Das soll nun der Vergangenheit angehören. Axel Schramm, dessen ältester Sohn Philipp (26) den Mehrheitseigner vor Ort vertreten soll, erwartet spätestens für 2019 die Rückkehr in die Gewinnzone. Für das laufende Jahr wird auch vor dem Hintergrund einer sehr guten Auftragslage und dem »positiven Momentum« der Kölner Möbelmesse im Januar mit einem Umsatzplus gerechnet. Bernstein zufolge liegt der Auftragseingang aus Deutschland bislang fast 30 Prozent über der Planung.

Wachstum solle auch ein stärkeres Exportgeschäft bringen. Dafür will Schramm seine Kontakte spielen lassen. Sein Unternehmen erzielt rund 35 Prozent des Umsatzes von 30 Millionen im Ausland. Bei Interlübke liegt der Exportanteil bei 20 bis 25 Prozent.

Zudem will Schramm die Produktion flexibilisieren, die Maßanfertigung stärken. Auch könnte der Dominanz von Lackoberflächen bei den Möbeln durch Glas, Metall, Stoff oder Leder ein Kon­trapunkt gesetzt werden.

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