Do., 08.03.2018

Kriminalitätsstatistik 2017: Landrat Adenauer spricht von »historischem Tiefstand« Der Blick auf positive Zahlen

Die Spurensicherung an Tatorten hat auch 2017 stattgefunden, wie hier nach einem Polizeischuss in Güterslohs City.

Die Spurensicherung an Tatorten hat auch 2017 stattgefunden, wie hier nach einem Polizeischuss in Güterslohs City. Foto: Wolfgang Wotke

Von Wolfgang Wotke

Gütersloh (WB). Weniger Einbrüche, weniger Diebstähle, eine höhere Aufklärungsquote. »Der Kreis Gütersloh ist noch ein Stück sicherer geworden«, sagt Landrat Sven-Georg Adenauer, der zusammen mit der Polizei die Kriminalstatistik 2017 vorgestellt hat, und spricht von einem »historischen Tiefpunkt«. Mit einer Ausnahme: Es gibt mehr Sexualdelikte.

»Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung« sind von 160 (2016) auf 178 angestiegen. Zählte die Polizei vor zwei Jahren noch 23 angezeigte Vergewaltigungen, so waren es 2017 schon 54. Das sei ein Anstieg von mehr als 100 Prozent, sagt Adenauer. 25 Vergewaltigungen seien von Zuwanderern begangen worden.

Ursache sei vor allem eine Gesetzesänderung, erklärt Kriminalhauptkommissarin Ulrike Magdanz (57) von der Direktion Kriminalität. »Ende 2016 trat das Gesetz zur Verbesserung des Schutzes der sexuellen Selbstbestimmung in Kraft. Seitdem gilt auch strafrechtlich der Grundsatz ›Nein heißt Nein‹ – auch der Griff an den Po oder die Brust ist ein Sexualdelikt.« Zuvor wurde dies lediglich als »Beleidigung auf sexueller Grundlage« gewertet.

Aufklärungsquote liegt bei 53,6 Prozent

17.255 Straftaten sind 2017 im Kreis begangen worden. Das sei ein Rückgang um 6,6 Prozent, berichtet der Erste Kriminalhauptkommissar Bernd Rebischke. Der 61-jährige Leiter der Führungsstelle Direktion Kriminalität hat zum letzten Mal die Zahlen präsentiert und geht nach 43 Jahren im Polizeidienst bald in den Ruhestand. Seine Aufgaben übernimmt Ulrike Magdanz. Die Aufklärungsquote könne sich sehen lassen: Rebischke spricht da von 53,6 Prozent.

Morde habe es zum Glück im vergangenen Jahr nicht gegeben, lediglich sechs ältere Tötungsdelikte stehen in der Statistik, die erst 2017 erfasst worden seien. »Ganz erfreulich«, so nennt es Kriminaldirektor Ulrich Hemicker, sei die Abnahme der Wohnungseinbrüche im Kreis (um 26 Prozent, von 654 auf 494) und die Minderung der Fahrraddiebstähle von 2347 (2016) auf 2290.

Täter sitzen im Ausland

Die Aufklärung von Wohnungseinbrüchen betrage immerhin 26 Prozent und liege damit fast zehn Prozent über dem Landesdurchschnitt. »Dieser Erfolg ist nur auf die monatelange Arbeit der Ermittler am Schreibtisch zurückzuführen«, beteuert Rebischke, der damit in erster Linie die Datenbankauswertung meint. Ein dickes Lob zollt er seinem Polizeidirektor Karsten Fehring und Landrat Adenauer, die mehr Personal zur Verfügung gestellt haben.

Einen Rückgang von Betrügereien verbuche man ebenso: 2016 waren es 2547, 2017 »nur« 2366. Diese Delikte befänden sich im Sinkflug. Viele Täter steuerten sie vom Ausland aus und seien schwer zu fassen. Beispiel: der Enkeltrick. Hemicker: »Die Dunkelziffer ist hoch, denn manche Menschen schämen sich, sie anzuzeigen.«

 

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