Di., 13.03.2018

Sonderausstellung im Museum im Verstärkeramt öffnet am Sonntag Als Radios noch riesig waren

Sie freuen sich auf die Sonderausstellung, die am Sonntag beginnt (von links): Dieter Heymann, Klaus Krüger, Helga Kügeler, Klaus Heine und Richard Kügeler mit dem aus England stammenden Uhrenradio, mit dem sogar Wasser gekocht werden kann

Sie freuen sich auf die Sonderausstellung, die am Sonntag beginnt (von links): Dieter Heymann, Klaus Krüger, Helga Kügeler, Klaus Heine und Richard Kügeler mit dem aus England stammenden Uhrenradio, mit dem sogar Wasser gekocht werden kann Foto: Leskovsek

Rheda-Wiedenbrück (WB). »Wenn die Stunde schlägt« – so lautet der Titel der neuen Sonderausstellung im Radio- und Telefonmuseum im Verstärkeramt Rheda-Wiedenbrück. An diesem Sonntag, 11. März, wird sie eröffnet und dann ein Jahr lang zu sehen sein.

Gezeigt wird ein bunter Querschnitt durch die Geschichte der Uhrenradios, die in den 1970er Jahren fast in jedem Haushalt zu finden waren und auch heute nicht wegzudenken sind. Vereinsvorsitzender Richard Kügeler konnte den Sammler dieser besonderen Radios, Boris Witke aus Kelsterbach, gewinnen, der seine Sammlung dem hiesigen Verein zur Verfügung stellt. »Das freut uns ganz besonders, weil wir somit mehr als 60 verschiedene Geräte ab der Zeit um 1950 zeigen und auch eigene Stücke hinzufügen können«, erklärt Kügeler.

Kaum dass Radios mit Lautsprecherfunktion auf dem Markt waren, entstand der Wunsch, sich morgens mit Musik statt Weckergerassel aufwecken zu lassen. So gab es zwar schon in den 1920er Jahren spezielle Radio-Schaltuhren, doch Radios mit eingebauter Uhr kamen erst nach dem Zweiten Weltkrieg auf den Markt.

Synchronuhr hatte noch keine Schaltfunktion

Ein Kombinationsgerät von TE KA DE, das WKZ 65, gab es um 1950. Diese Synchronuhr hatte noch keine Schaltfunktion. Das erste richtige Schaltuhren-Radio, das einigermaßen auf ein normales Nachttischchen passte, war der »Loewe Opta Hausfreund« ebenfalls aus den 1950er Jahren. Auch dieses Modell kann in der Ausstellung bestaunt werden.

Am Anfang hatten die Hersteller Probleme, ihre immer noch viel zu großen Geräte an den Mann zu bringen. Dennoch brachten einzelne Firmen immer wieder Uhrenradios heraus wie die Firma Grundig mit ihrer »Heinzelmann Synchron-Schaltuhr« mit Leuchtzeigern und Anschluss für weitere Geräte.

Mit dem Aufkommen des Transistors änderte sich das Bild. Eines der ersten Geräte mit netzbetriebenem Transistor ist das Graetz »Hostess« aus dem Jahr 1964. Radios mit Zeigeruhr, mechanischer Digitalanzeige mit Pseudoanzeige, was bedeutet, dass es sich um siebensegmentangezeigte Klappzahlen handelt, und echtem Digitaldisplay folgten.

Ein Gerät mit Wetterstation ist zu sehen

Ein Gerät mit Wetterstation ist ebenso zu sehen, wie eine Uhr, die die Zeit ansagt oder mit der man Teewasser kochen kann. Es gab Modelle für die Reise und in den 1970er Jahren entstanden Geräte mit total verrückten Farben und Formen wie Kugeln, quadratische Ausführungen oder lustige Figuren für Kinder.

Ergänzend zur Ausstellung wird zeitgenössische Reklame gezeigt. Wer das Museum, tief unten in den Kellerräumen des ehemaligen Verstärkeramtes in der Eusterbrockstraße 44 besucht, wird zurückversetzt in eine Zeit, die lange vorbei ist, aber irgendwie durchaus real wirkt. Das Team um Richard Kügeler hat kleine Zimmer aufgebaut, wo alles stilgerecht zueinander passt, vom Sofa über das Geschirr bis hin zu den Geräten. Es wird kein Eintritt erhoben, jedoch um eine kleine Spende zur Erhaltung des Museums gebeten.

Geöffnet ist das Radio- und Telefonmuseum immer samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung. Gruppen können auch Führungen bekommen. Voranmeldungen sind bei Familie Kügeler unter der Rufnummer 05242/44330 möglich.

 

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