Di., 13.03.2018

Maximilian Fürst zu Bentheim-Tecklenburg gibt sanierte Schlossbrücke frei »Für die nächsten 100 Jahre sicher«

Jetzt ist die alte Schlossbrücke wieder sicher – auch für den Autoverkehr. Die historische Konstruktion war in die Jahre gekommen und ist jetzt aufwändig saniert worden.

Jetzt ist die alte Schlossbrücke wieder sicher – auch für den Autoverkehr. Die historische Konstruktion war in die Jahre gekommen und ist jetzt aufwändig saniert worden. Foto: Wolfgang Wotke

Von Wolfgang Wotke

Rheda-Wiedenbrück (WB). Zwei gelbe Schilder warnen immer noch: »Betreten auf eigene Gefahr!« Doch das ist Vergangenheit. Die alte Schlossbrücke von 1719 in Rheda ist für viel Geld grundsaniert worden und »für die nächsten 100 Jahre sicher«, sagt der Schlossherr Maximilian Fürst zu Bentheim-Tecklenburg.

Bereits vor einigen Jahren seien ernste Schäden an der historischen Brückenkonstruktion entdeckt worden, berichtet der verantwortliche Architekt Eckhard Send aus Verl. Man habe in Absprache mit den zuständigen Denkmalbehörden dann weitere Untersuchungen in Auftrag gegeben. »Nur so konnten wir das Ausmaß der Beschädigungen feststellen.« Danach hatte man Gewissheit: Wichtige, tragende Steine im unteren Mauerwerk waren zerstört, andere sogar komplett zerbröselt. Send kennt den Grund: »Als die römische Bogenbrücke gebaut wurde, ist vorwiegend Kalkstein verwendet worden, der Wind und Regen ausgesetzt war.« Die Tragwirkung sei einfach nicht mehr da gewesen, man habe handeln müssen.

Die Sanierungsmaßnahme war nicht einfach: Dicke Steinquader mussten mit einem Kran ausgetauscht und das Kopfsteinpflaster auf der Brücke entfernt werden. »Schließlich sollte der altertümliche Belag wieder aufgetragen werden«, erklärt der Fürst. »So haben wir uns entschlossen, extra eine große Betonplatte gießen zu lassen, die unsichtbar als Regenschutz dient.« Send: »Das hat zur Folge, dass zukünftig das Niederschlagswasser schneller abläuft, ohne Gefahren für die Konstruktion.« Die Fundamente der alten Brücke seien auch noch heute völlig in Ordnung, beteuert Diplom-Ingenieur und Bauunternehmer Ingo Wittkemper aus Beckum-Vellern.

200.000 Euro kostet die Restaurierung

Die Kosten für die Restaurierungsmaßnahmen mussten gestemmt werden. »Die belaufen sich auf rund 200.000 Euro«, erklärt Heike Briese, Mitarbeiterin in der Fürstlich zu Bentheim-Tecklenburgischen Kanzlei. Allerdings habe man gleich zwei Fördermittel beim Bund beantragt: Zum einen sei es die Sanierung und zum anderen die Entschlackung der Gräften. »50 Prozent der Fördermittel nutzen wir für die Erneuerungen der Fenster des Schlosses. Die Entschlackung wird nach hinten verschoben.«

Selbst für die Wissenschaftler war die Sanierungsphase der historischen Brücke aufschlussreich. Wie Dr. Barbara Pankoke von der LWL-Denkmalpflege in Münster und Klaus Stephan von der Denkmalbehörde mitteilen, hätten die Archäologen in den vergangenen Monaten wertvolle und neue Details hinsichtlich der Bauweise vor fast 300 Jahren gewinnen können. »Viele Aufzeichnungen sind in den vergangenen Jahrhunderten verloren gegangen, deshalb war es wichtig, dass wir einen Einblick in das Erdreich bekommen haben«, verrät Pankoke. Dabei sei auch die drei Meter starke Umfassungsmauer genauer unter die Lupe genommen worden.

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