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Mo., 04.12.2017

Jugend-Musical-Bühne Rietberg präsentiert »Peter Pan« in der ausverkauften Cultura Diese Inszenierung ist einfach großartig!

Ganz neue Gesichter: Peter Pan (Ciara Ehlers) kniet auf der Bühne, die von einer gigantischen Kulisse getragen wird. Peter Pan gibt es in dem Musical gleich in dreifacher Besetzung.

Ganz neue Gesichter: Peter Pan (Ciara Ehlers) kniet auf der Bühne, die von einer gigantischen Kulisse getragen wird. Peter Pan gibt es in dem Musical gleich in dreifacher Besetzung. Foto: Petra Blöß

Von Petra Blöß

Rietberg (WB). »Peter Pan«, das über 100 Jahre alte märchenhafte Dossier über einen Jungen, der nicht erwachsen werden will, steht seit vielen Monaten im Fokus der erfolgsverwöhnten Jugend-Musical-Bühne Rietberg. Am Samstagabend war Premiere in der – natürlich ausverkauften – Cultura und damit gab es die Fortschreibung der Tradition in Sachen Sparkassen-Weihnachtsstück für alle Generationen.

»Annie«, »Alice im Wunderland«, »Drei Haselnüsse für Aschenbrödel«, was hat der Verein nicht schon alles auf die Bühnenbretter am Rande des Schulzentrums gestellt. Immer begeistert gefeiert, umjubelt und von lebhaft-schwärmenden Kritiken begleitet. Nun also: »Peter Pan«.

Gigantisches Bühnenbild

Und um das gleich deutlich zu machen: Zu bejubeln sind von Beginn an erst einmal jene jungen Kreativköpfe, die das gigantische Bühnenbild für die Story entwickelt haben. Schulisch gesehen: eine glatte Eins samt Sternchen, mehreren davon.

Die Cultura ist ideal für die Kunstform des Musicals, die Bühne aber weder drehbar noch besonders breit. Und auf ihr muss Platz sein für das große Piratenschiff von Käpt’n Hook und seinen Mannen, für die Höhlen der »Verlorenen Jungs«, für die Treffen der Indianer, das Schlafzimmer der »Darling-Kids«, für das Ambiente zur Reise nach »Nimmerland« und irgendwie auch noch für »Nimmerland« selbst.

Und irgendwie muss alles auch noch unauffällig und ohne für langweilige Verzögerungen zu sorgen, umgebaut werden – sekundenschnell. Wer am kommenden Wochenende das Besitzerglück von Eintrittskarten hat, der darf sich freuen auf das visuelle Erlebnis. Letztlich werden annähernd 4000 Besucher die Optik der Peter Pan-Inszenierung erleben, auch dank einer eigens anberaumten Zusatzvorstellung aufgrund der großen Nachfrage.

Blutjunge Talente

Das Bühnenbild also, gefertigt von gut einem halben Dutzend junger Mitglieder ist das eine – die Art der Inszenierung das andere. Wer da erwartet, trotz der teils noch jugendlichen Altersstufe, den ganzen Tross schon so sehr bekannter, beliebter und erfahrener Darsteller im munteren Zusammenwirken zu sehen, der irrt.

Denn, es sind bis  auf ganz wenige Ausnahmen nicht diejenigen aktiv, die bereits seit Jahren Stimmbildung und alle weiteren Ausbildungsmöglichkeiten der JMB nutzen – sondern vor allem auch viele neue, tatsächlich wahrlich blutjunge Gesichter. Genau so hatte es JMB-Vater- und -Leiter Paul Leo Leenen gewollt. »The Beautiful Game« im Sommer 2017 dargeboten von den »alten Hasen«, »Peter Pan« vom Nachwuchs, denn den hat der Verein reichlich. So galt es, eine ganze Schar von Mädchen und Jungen einzubauen.

Aber Leenen wäre nicht Leenen, wenn er sich zufrieden geben würde damit, die vielen Neuen in Nebenrollen im Verbund kurz über die Bühne hopsen zu lassen, als erste Erfahrung im Livespiel vor stets rund 600 Zuschauern. Leenen hat Vertrauen in die Kinder – und Zutrauen. Und so verlangt er dieses Mal, wie es üblich ist, viel, sehr viel von den Darstellern.

Ständige Rollenwechsel

Die müssen auch vielseitig sein, denn die Rollen sind wechselnd besetzt, da gibt es drei Peter Pans, drei Wendys, drei Tinkerbells und so weiter. Den einen Abend Elfe an der, übrigens unglaublich effektvollen und tollen Schwebevorrichtung, den anderen Abend ein »verlorener Junge« und nachmittags vielleicht gar ein Pirat? Vielseitig können sie sich entfalten, die mehr als 50 Aktiven.

Und sie sind es, dank der umfassenden Ausbildung und familiären Betreuung und Atmosphäre im musikalischen Aushängeschild der Emsstadt. Oder, zusammengefasst, sie sind schlichtweg großartig. Tanz, Gesang, solistisch wie im Chorklang, Schauspiel, detailgetreu, wie das Surrounding ist auch die Verkörperung jeder einzelnen Rolle, bis hin zum Hund »Nana«; dieses Mal nicht ein wirklicher Vierbeiner, sondern Kinder im Kostüm. Irgendwie ist dieses Weihnachtsmusical anders als die anderen – aber nicht schlechter. Und genau deshalb heißt es auch dieses Jahr wieder: Chapeau!

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