Fr., 02.02.2018

Blick zurück: Fanfarenzug der Grafschaftler feiert 60-jähriges Bestehen Mit Pauken und Trompeten

Freut sich über viel Beifall: der Fanfarenzug der Grafschaftler Karnevalsgesellschaft Rietberg beim Auftritt im Rahmen der Prunksitzungen in der Aula.

Freut sich über viel Beifall: der Fanfarenzug der Grafschaftler Karnevalsgesellschaft Rietberg beim Auftritt im Rahmen der Prunksitzungen in der Aula. Foto: Stefan Lind

Rietberg (WB/stl). Als Hermann Schalk und Franz Rath 1958 die Idee hatten, einen Fanfarenzug zu gründen, haben sie bestimmt nicht geglaubt, dass sich aus diesem Einfall der Fanfarenzug der Grafschaftler Karnevalsgesellschaft Rietberg (GKGR) entwickeln würde, der 2018 sein 60-jähriges Bestehen feiern kann. Viel Beifall gab es schon während der Prunksitzungen für das eigens einstudierte Jubiläumsprogramm.

Um die Idee zu verwirklichen, suchten Schalk und Rath vor sechs Jahrzehnten einen geeigneten Mann, der den Aufbau und die Leitung übernehmen konnte. Hierfür bot sich der damals 24-jährige Hannes Descher an, ein überzeugter Karnevalist, Trompeter und Flügelhornist im Rietberger Musikverein. Schon nach acht Tagen fand die offizielle Gründungsversammlung statt. Hermann Schalk war Vorsitzender, Hannes Descher Tambourmajor. Die notwendigen Ins­trumente sollten von der Karnevalsgesellschaft gestellt werden.

Erster Tambourmajor war Hannes Descher

Im Hause Descher an der Stennerlandstraße wurden fleißig Noten gepaukt. Zu diesem Zeitpunkt waren es bereits 15 Musiker. Anfang 1959, als die ersten Fanfaren und Trommeln geliefert wurden, begannen sofort die Proben. Im Oktober 1959 wagte man sich erstmals an die Öffentlichkeit. Anlass war die Silberhochzeit des Mitbegründers Franz Rath. Der Auftritt des Fanfarenzuges war ein Erfolg.

1962 wurde der Wunsch nach einem neuen Erscheinungsbild immer drängender. Zur Eröffnung der Karnevalssession 1962/63 gab es erstmalig die neue Uniform: grüne Jacketts, Kopfbedeckung »Schiffchen«, schwarze Krawatten und Hosen in schwarz und weiß. 1969, ein Jahr verspätet, feierte der Fanfarenzug sein zehnjähriges Bestehen. Zu diesem Jubiläum kamen rund 700 Musiker nach Rietberg.

1972 zählte man 40 aktive Mitglieder. Ein großer Teil empfand die Uniform als nicht mehr zeitgemäß. So wurden weinrote Jacketts mit Goldpaspel, Ärmeltressen und Schulterklappen und dazu das passende Schiffchen zum Erkennungsmerkmal des Musikers. Anstelle der Krawatte trug Mann eine Fliege. In den folgenden Jahren gab es viele Veränderungen. Man erweiterte die Instrumentenpalette mit Rührtrommeln, Trompeten und Posaunen. 1981 beteiligte sich der Fanfarenzug an einer Schallplattenaufnahme der Stadt unter dem Motto »Rietberg wie es singt und klingt«.

Am 11. September 1982 starb Johannes Descher nach längerer, schwerer Krankheit. Als erster Tambourmajor wurde Norbert Stücker auserkoren. Erster Vorsitzender wurde Heinz Lefeld. 1987 ging der Tambourstab an Jürgen Descher, ältester Sohn Hannes Deschers. Er leitet den Fanfarenzug noch heute voller Begeisterung und Hingabe.

Beim Karneval in Dahlen dabei

1993 fuhr man mit dem Karnevalsverein nach Dahlen, wo der befreundete Karnevalsverein noch in den Kinderschuhen steckte, um dort im November den ersten Umzug mitzugestalten. Diese Besuche sind zu einer Tradition geworden. 1997 war der Rietberger Schützenthron fest in der Hand der »Rotjacken« mit ihrem Schützenkönigspaar Jürgen und Ute Descher. Da dem Fanfarenzug nun einige Musikanten fehlten, wurden die ehemaligen Mitglieder für das Schützenfest aktiviert.

Im folgenden Jahr feierte man den 40. Geburtstag mit einem großem Umzug durch die Innenstadt und anschließendem Gastspiel der befreundeten Musikzüge von nah und fern am Schulzentrum. Im Landesgartenschaujahr 2008 blickte der Fanfarenzug auf 50 Jahre zurück – mit einem Kommersabend im geschmückten Zelt auf dem Schützenplatz in Rietberg und dem Festumzug mit befreundeten Vereinen durch Rietbergs Innenstadt.

Ein Höhepunkt war stets der Besuch im Düsseldorfer Landtag. In der Karnevalssession 2013 organisierte der heimische Abgeordnete André Kuper erstmals einen Auftritt anlässlich des Närrischen Landtags. Dort musizierte der Fanfarenzug vor rund 100 Prinzenpaaren und anderen Gästen aus dem ganzen Land.

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