Fr., 02.03.2018

Verwaltung reagiert auf Kritik aus Bürgerschaft und CDU – Förderung freiwillig Antrag für »Windelzuschuss« jetzt online

Der Windelzuschuss der Stadt Rietberg wurde zum 1. Januar dieses Jahres eingeführt. Anspruchsberechtigt sind Familien mit Jungen und Mädchen bis zum dritten Lebensjahr.

Der Windelzuschuss der Stadt Rietberg wurde zum 1. Januar dieses Jahres eingeführt. Anspruchsberechtigt sind Familien mit Jungen und Mädchen bis zum dritten Lebensjahr. Foto: dpa

Rietberg (WB/stl). Mit der Auszahlung eines »Windelzuschusses« unterstützt die Stadt Rietberg insbesondere Familien mit kleinen Kindern, aber auch pflegebedürftige Personen. Haushalte, in denen besonders viele Windeln in die Abfalltonnen wandern, können einen jährlichen Zuschuss von 40 Euro für die notwendigen größeren Müllgefäße erhalten.

Diese freiwillige Förderung hatten die Mitglieder des Schul- und Sozialausschusses im vergangenen Sommer beschlossen. Der Windelzuschuss wurde nun zum 1. Januar dieses Jahres eingeführt. Anspruchsberechtigt sind Familien mit Jungen und Mädchen bis zum dritten Lebensjahr. Wird der Antrag einmal gestellt, so wird die Beihilfe für bis zu drei Jahre gewährt. Eine anteilige Zahlung oder Rückrechnung erfolgt nicht; so kann jede Familie den Zuschuss bis zu drei Jahre lang erhalten. Gefördert werden insbesondere auch pflegebedürftige, inkontinente Personen. Pflegeeinrichtungen und Kindertagesstätten sind von dieser Form der Subvention allerdings ausgeschlossen.

CDU fühlt sich nicht gut informiert

Alles schön und gut, so befand es der CDU-Fraktionsvorsitzende Marco Talarico in einer Anfrage an die Verwaltung, aber »Bürger haben sich an uns gewandt und deutlich gemacht, dass die Informationen der Stadt über den Windelzuschuss zu dürftig seien.« Bis wann denn beabsichtigt sei, die Bevölkerung »umfänglich« über den Windelzuschuss zu informieren? Und ob die Anträge denn auch auf der Internetseite der Stadt Rietberg zum Download zur Verfügung stehen könnten?

Ja, da könne man ein paar Dinge verbessern, räumte Bürgermeister Andreas Sunder in der jüngsten Sitzung des Schul- und Sozialausschusses ein: »Wir bereiten einen digitalen Behördengang vor.« Und tatsächlich hat man im Rathaus rasch reagiert. Anträge – natürlich auch rückwirkend zum Jahresbeginn – können ab sofort online gestellt werden, wie Stadt-Pressesprecher Juergen Wohlgemuth am Donnerstag mitteilte. Unter www.rietberg.de (Rathaus – Abfallberatung – Windelzuschuss) gibt es einen online ausfüllbaren Antrag im PDF-Format. Mit den nötigen Daten (Name, Adresse und Geburtstag der jeweiligen Person, Bankverbindung) ist die Antragstellung auch formlos per Brief möglich: an die Stadt Rietberg – Umweltteam. Die Anträge werden zunächst gesammelt und bis Ostern abgearbeitet und beantwortet. Für pflegebedürftige Personen ist zusätzlich eine ärztliche Bescheinigung beizufügen beziehungsweise dem Online-Antrag anzuhängen.

50 Anträge liegen bereits vor

Voraussetzung für den Erhalt der Beihilfe ist, dass die Haushalte mindestens eine 120-Liter-Restmülltonne nutzen. Gegebenenfalls ist eine Umstellung von der 80-Liter-Tonne nötig. Auch dafür ist das Umweltteam der Stadt der richtige Ansprechpartner. Die so entstehenden höheren Kosten für die Müllabfuhr werden mit 40 Euro je Person bezuschusst. Für zwei Kinder werden also 80 Euro ausgezahlt.

»Mit diesem möglichst unbürokratischen Verfahren wollen wir uns als Stadt noch familienfreundlicher zeigen«, stellt Bürgermeister Andreas Sunder heraus. Bisher sind bereits rund 50 Anträge bei der Verwaltung eingegangen. Der Rat der Stadt hat 20.000 Euro für diesen Zweck im Haushalt 2018 bereitgestellt. Das »Windelgeld« ist zunächst auf drei Jahre befristet. Anschließend soll vor dem Hintergrund der gesammelten Erfahrungen neu beraten werden.

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