Di., 06.03.2018

Letzte Montagsmelange läuft am 14. Mai in Rietberg – Premiere war im Jahr 2005 Nach 38 Shows soll Schluss sein

Spaß hatten sie reichlich auf der Bühne: Leopold & Wadowski verabschieden sich Mitte Mai mit der 38. Montagsmelange.

Spaß hatten sie reichlich auf der Bühne: Leopold & Wadowski verabschieden sich Mitte Mai mit der 38. Montagsmelange. Foto: Stefan Lind

Von Stefan Lind

Rietberg (WB). Hier geht nicht einfach eine Veranstaltungsreihe zu Ende, Rietberg verabschiedet sich von einer Institution: Die 38. Montagsmelange am 14. Mai wird die letzte ihrer Art sein. Die Veranstalter ziehen den Schlussstrich unter ein Format, das am 17. Oktober 2005 Premiere gefeiert hat.

»In Bielefeld gab es damals eine Mix-Show in einem Friseursalon, moderiert von Ingo Oschmann«, erinnert sich Volker Pappert vom Verein Kulturig an die Anfänge. »Wir haben uns gesagt: Das können wir auch.« Dieses legendäre Gespräch fand im Anschluss an einen Auftritt der Comedy-Truppe »Leopold & Wadowski und die Zartbesaiteten« im Café Häckmäck statt. Pappert: »An der Theke dort ist die Idee geboren.«

Der Österreicher Leopold Altenburg und der Ostwestfale Thorsten Wadowski hatten 2005 schon einen beachtlichen Ruf weit über Bielefeld hinaus, wo sie zu jener Zeit residierten. Sie waren gleich Feuer und Flamme für die Idee, einen bunten Showabend in Rietberg auf die Beine zu stellen, und Leopold, selbstbewusster Vertreter des Wiener Schmäh, steuerte den Titel bei. Montagsmelange (eine Melange ist eine österreichische Spezialität, in die man Kaffee, Milch, Zucker, Honig und andere Dinge mischen kann).

Erster Auftritt war im Ratssaal

Der erste Auftritt war im Ratssaal des Progymnasiums, der sich prompt als unbrauchbar erwies. Pappert: »Dort gibt es zum Beispiel nur einen kleinen Raum ohne fließend Wasser, der als Garderobe dienen sollte. Da drängelte sich ein Dutzend Künstler drin.« In den folgenden Jahren wurde das Kolpinghaus zur bevorzugten Spielstätte, was allerdings auch nicht so einfach war: »Wir mussten vor die Bühne eine weitere Bühne bauen, um eine Art Orchestergraben zu verdecken. Außerdem passten in den Saal maximal 250 Besucher hinein.«

Die Platzprobleme sollten verschwinden mit der Einweihung der Cultura im Gartenschaujahr 2008. »Aus diesem Anlass haben wir auch die erste Open-Air-Melange in der Volksbank-Arena aufgezogen«, erinnert sich Pappert. Diese speziellen Programme, natürlich immer im Sommer, gab es bis vor drei Jahren. Im Durchschnitt kamen zu den Shows, ob draußen oder im Saal, rund 400 bis 450 Besucher.

Aufstrebende Talente, schnell verglühte Sternchen und manche Stars des Genres haben sich bei der Melange getummelt. Erwähnt seien nur die bekanntesten Namen. Die Palette reicht von Frieda Braun über Ingo Börchers, Erwin Grosche, Hennes Bender, Venusbrass, Bademeister Schaluppke, Abdelkarim, Klaus Renzel, Eure Mütter, Onkel Fisch und das Glas-Blas-Singquintett bis hin zu Schlagersängerin Anna-Maria Zimmermann, die sogar zweimal dabei war.

Schluss ist am 14. Mai aus zwei Gründen. Zum einen hat Leopold Altenburg seinen Lebensmittelpunkt vor einiger Zeit schon nach Berlin verlegt. Die Zusammenarbeit mit Wadowski und den Zartbesaiteten spielte sich seitdem fast nur noch in Rietberg ab. Unter der Entfernung litten auch Leopolds Bühnengags, die früher richtig gute bissige Sprüche zur Rietberger Lokalpolitik enthielten. Und da Volker Pappert in diesem Jahr in den Ruhestand geht, »haben wir uns alle zusammengesetzt und beschlossen, die Melange zu beenden.« Ganz nach dem Motto, dass es besser sei, aufzuhören, wenn es am schönsten ist.

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