Fr., 18.05.2018

Alkoholsucht: Gymnasium und Caritas wollen Jugendliche sensibilisieren Vollrausch kein Grund zum Angeben

Schulsozialarbeiterin Nicole Weitekemper mit dem Organmodell, das anschaulich den Jugendlichen vermittelt, welche Schädigungen durch Alkoholkonsum im Körper entstehen.

Schulsozialarbeiterin Nicole Weitekemper mit dem Organmodell, das anschaulich den Jugendlichen vermittelt, welche Schädigungen durch Alkoholkonsum im Körper entstehen. Foto: Petra Blöß

Von Petra Blöß

Rietberg (WB). Alkoholkonsum ist keineswegs schick und ein Vollrausch kein Grund, sich vor Mitschülern zu brüsten. Das wissen die Mädchen und Jungen im Gymnasium Nepomucenum in diesen Tagen ganz genau.

Denn an zwei Tagen war der sogenannte »Alk-Parcours« unter der Leitung  des Kreiscaritasverbandes in der Bildungseinrichtung aufgebaut. Er ermöglicht den jungen Leuten eine interaktive Auseinandersetzung zum Themenkomplex Alkoholsucht und –missbrauch und ist fester Bestandteil der nordrhein-westfälischen Kampagne »Sucht hat immer eine Geschichte«.

»Die Wanderausstellung knüpft für Achtklässler an die Aktivitäten in der Jahrgangsstufe sechs an, in der erstmals im Nepomucenum ausführlich über Sucht und ihre Gefahren informiert und diskutiert wird«, sagt Mittelstufen-Koordinator Stephan Kömhoff-Paatz. Die Schule stelle sich auch damit der Aufgabe, die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler intensiv zu begleiten.

Die Stationen des Alk-Parcours bestärkten die Vernünftigen und gäben Denkanstöße für potenziell Gefährdete. Gerade im Nepomucenum sei man zum Thema Alkohol und seine Folgen betroffen, denn man habe bereits Todesopfer unter Schülern und Ehemaligen zu beklagen gehabt, sagt der Pädagoge.

Fünf Abschnitte hat der Parcours, der an den beiden Aktionstagen vom Team der Schulsozialarbeit unter Leitung von Nicole Weitekemper im Wesentlichen betreut wurde. Die Sozialarbeit findet am Gymnasium in Rietberg unter dem Dach des Caritas-Verbandes statt.

»Alles was Recht ist«, heißt es an der ersten Station. Hier dreht sich alles um die erste große Party zu Hause, um Jugendschutz, Aufsichtspflicht und mehr. Viele Informationen gibt es hier wie auch an den anderen Einheiten, für die Erarbeitung einer jeden stehen jeweils zehn Minuten Zeit zur Verfügung. »Welche coolen Alternativen gibt es zum Alkohol?« Das ist ebenso zu diskutieren wie auch der Komplex »Flirt und Anmache mit und ohne Promille«. Ein Körper-Puzzle verdeutlicht, welche Organe in welcher Art durch Alkoholkonsum kurzzeitig und auch nachhaltig geschädigt werden. Besonders beeindruckt zeigten sich alle Schüler aus den fünf achten Klassen über die Simulation eines Rausches mittels einer Spezialbrille. »Unsere Schüler zeigten sich bei den Rundläufen sehr gut vorinformiert«, lobte Stephan Kömhoff-Paatz und erklärte, dass der Parcours nicht die letzte Aktivität der Schule in Kooperation mit der Caritas im Laufe der Schulzeit gewesen sei. Auch in der Oberstufe gibt es weitere Präventionsprogramme.

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