Do., 19.06.2014

Umweltminister Remmel weiht 25000. Holzpelletanlage ein  Unabhängig von Öl und Gas 

NRW-Umweltminister Johannes Remmel (hinten) schaut sich im Keller von Karin und Andreas Reker die Holzpellet-Heizung an. Geplant und installiert hat die Anlage Andreas Stemberg (links), Inhaber der Solar und Gebäudetechnik GmbH.

NRW-Umweltminister Johannes Remmel (hinten) schaut sich im Keller von Karin und Andreas Reker die Holzpellet-Heizung an. Geplant und installiert hat die Anlage Andreas Stemberg (links), Inhaber der Solar und Gebäudetechnik GmbH. Foto: Bernd Steinbacher

Von Bernd Steinbacher

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Holzpellets sind die bessere Alternative zu Öl und Gas. Sie sind CO2-neutral und kommen meist aus der Region. Um Holzpellets als echte ökologische und ökonomische Alternative bekannter zu machen, war NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) nach Schloß Holte-Stukenbrock gekommen.

 Der Minister besucht während seiner Tour Zukunfts-Energien-NRW 60 Orte, an denen Zukunftsenergien erfolgreich eingesetzt oder erprobt werden. Die 24. Station der Tour ist Schloß Holte-Stukenbrock.

 Bei Familie Karin und Andreas Reker an der Beethovenstraße läuft die 25000. Holzpellet-Heizung in NRW. Die vierköpfige Familie lebt in einem Haus mit 120 Quadratmeter Wohnfläche. Das Gebäude wurde 1977 erbaut. »Die Anlage läuft problemlos«, sagte Andreas Reker gestern während des Minister-Besuchs.

 Bereits im Haus, das sie vorher bewohnten, lief eine Pellet-Heizung. »Wir haben hier 30000 Euro investiert und sparen dadurch einiges an Heizkosten ein«, sagt Andreas Reker. Eingebunden wurde die vorhandende Solarthermie-Anlage mit etwa zwölf Quadratmetern Kollektorfläche.

Aktion Holzpellets

Im Jahr 2003 heizten erst etwa 600 Haushalte in NRW mit Holzpellets. Die Energie-Agentur NRW hat 2003 die Aktion Holzpellets ins Leben gerufen, um den umweltfreundlichen Brennstoff bekannter zu machen. Etwa 100 Unternehmen aus der Pelletbranche unterstützen die Klimaschutz-Aktion.
www.aktion-holzpellets.de

 »Der Pufferspeicher fasst 700 Liter. Von etwa Mitte April bis Mitte Oktober reicht allein die Kraft der Sonne, um Wasser für das Heizen und den Verbrauch zu erwärmen«, erläutert Andreas Stemberg, der die Heizungsanlage mit 15 Kilowatt Leistung plante und einbaute. Etwa 1500 Euro Heizkosten jährlich werde die Familie einsparen, meint der Fachmann. Auch dank der Förderung rechne es sich, die Anlage umzustellen. Das Land NRW gab im konkreten Fall 2500 Euro Förderung aus dem Programm Progres.nrw, und 2900 Euro kamen aus der Bundesförderung des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle.

 Der Pellett-Kessel kommt von der Paradigma Deutschland GmbH. Deren Marketing-Bereichsleiter betonte, dass jeder, der jährlich mehr als 2500 Euro für Öl ausgibt, sich ausrechnen lassen sollte, wie sich eine Pellet-Heizung rechnet. »Dies sollte ein Fachbetrieb erledigen«, sagte Isabel Dörr, Projektleiterin der Aktion Holzpellets der Energie-Agentur NRW. Informationen zu Holzpellets gibt es bei der Energie-Agentur oder auch bei der städtischen Umweltbeauftragten Stefanie Schäfer im Rathaus. Auch über die Koordinierungsstelle Energie und Klima des Kreises Gütersoh sind viele Informationen zum Energiesparen erhältlich. Ansprechpartnerin ist Ursula Thering, die gestern ebenfalls teilnahm, Telefon 05241/852762.

 Minister Remmel stellt heraus, dass sich Holzpellets als klimafreundliches Alternative zu Öl und Gas im Markt etabliert haben. »Die Brennstoffpreise sind vergleichsweise günstig. Aktuell kostet eine Kilowattstunde Wärme aus Pellets ein Drittel weniger als die gleiche Energie aus Heizöl.« Der Komfort ist mit dem einer Ölheizung vergleichbar. Nur ein- oder zweimal im Jahr sei die Asche zu entfernen. Remmel dankte der Familie für die Bereitschaft, ihren Garten für diesen Anlass zur Verfügung zu stellen. »Wenn während meiner Amtszeit die nächsten 25000 Pellet-Heizungen in Betrieb gehen, lade ich Sie in meinen Garten ein.«

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