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Mi., 14.12.2016

Zum zweiten Mal ein Roter Ritter, diesmal für das Fahrradtraining mit jungen Flüchtlingen Realschüler werden ausgezeichnet

Schüler der Klassen 9 und 10 der Realschule haben jungen Flüchtlingen das Fahrradfahren und die Verkehrsregeln beigebracht. Dafür werden sie heute mit dem Präventionspreis »Der Rote Ritter« der Aktion Kinder-Unfallhilfe ausgezeichnet.

Schüler der Klassen 9 und 10 der Realschule haben jungen Flüchtlingen das Fahrradfahren und die Verkehrsregeln beigebracht. Dafür werden sie heute mit dem Präventionspreis »Der Rote Ritter« der Aktion Kinder-Unfallhilfe ausgezeichnet. Foto: Monika Schönfeld

Von Monika Schönfeld

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Für das Projekt Fahrradtraining mit jungen Flüchtlingen erhält die Realschule heute den Präventionspreis »Der Rote Ritter« vom Verein Aktion Kinder-Unfallhilfe. Die Lehrerinnen Angela Gerber und Daniela Hartmann nehmen den Preis in Berlin entgegen. Er ist mit 1000 Euro dotiert.

»Das war Kamikaze im Kreisverkehr: Die Realschule konnte es nicht verantworten, dass die unbegleiteten Flüchtlinge, die mit Sporthelfern der Schule Sport getrieben haben, mit Fahrrädern in die Schule kommen, die nicht sicher sind. Außerdem fiel auf, dass sie die Verkehrsregeln nicht beherrschen«, berichten Angela Gerber und Daniela Hartmann.

Gemeinsam mit Flüchtlingssozialberaterin Maren Kerber und der Polizei entstand die Idee, Radfahren im Straßenverkehr gemeinsam zu üben. Nebeneffekte: Schüler der Realschule und die jugendlichen Flüchtlinge lernen sich kennen. Und die Polizisten Peter Grüne und Markus Benden konnten sich in der Rolle als »Freund und Helfer« vorstellen und damit Berührungsängste abbauen, die eventuell mit dem Kontakt zur Polizei in den Heimatländern entstanden waren.

Im Rahmen der Projekttage im Juli unter dem Titel »SHS ist bunt« haben 23 Schüler der Klassen 9 und 10 mit den beiden Lehrerinnen und den beiden Polizisten an drei Nachmittagen mit 26 Flüchtlingen trainiert. Es war auch eine Familie dabei und eine Frau aus Somalia, die noch nie auf einem Fahrrad gesessen hat. »Die Geschichte der Frau hat die Schüler sehr berührt. In Somalia dürfen Frauen nicht Fahrrad fahren. Für sie war es nicht nur wichtig, Rad fahren zu lernen, sondern damit auch ein Stück Freiheit zu gewinnen«, sagt Daniela Hartmann.

Die Schüler hatten verschiedene Bausteine erarbeitet, je nach Vorkenntnissen der Flüchtlinge. Es ging in den Übungen um Balance, Vertrauen, Mut und Hilfe, dann um Geschicklichkeit und Körperbeherrschung im Übungsparcours, um Sicherheit und Verkehrsregeln. Die Polizisten Peter Grüne und Markus Benden haben dann die Fahrradtouren durch die Stadt geleitet, das richtige Verhalten im Kreisverkehr trainiert, welche Radwege zu benutzen sind und woran man das erkennt. »Rechts vor Links in Wohngebieten war den Flüchtlingen völlig unbekannt.«

Die Verständigung klappte schon ganz gut auf Deutsch, aber auch »Lernen durch Nachahmung« funktionierte.

Auch dieses Jahr schüttet die Aktion Kinder-Unfall-Hilfe an fünfzehn Initiativen insgesamt 25 000 Euro aus. Die Realschule erhält 1000 Euro. Das Preisgeld soll verwendet werden, um nächstes Jahr mit allen Schülern (derzeit 307) einen Tagesausflug zu machen.

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