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Fr., 17.02.2017

Laura Niewöhner und Jan Tiemann: »Sehr gut « für die Bachelor-Arbeit Spannendes aus den Archiven

Laura Niewöhner und Jan Tiemann haben ihre Bachelor-Arbeit über Kriegsgefangene aus dem Stalag 326 geschrieben. Die Ergebnisse werden auch in die neue Ausstellung der Gedenkstätte in Stukenbrock-Senne einfließen.

Laura Niewöhner und Jan Tiemann haben ihre Bachelor-Arbeit über Kriegsgefangene aus dem Stalag 326 geschrieben. Die Ergebnisse werden auch in die neue Ausstellung der Gedenkstätte in Stukenbrock-Senne einfließen. Foto: Matthias Kleemann

Von Matthias Kleemann

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). »Es ist spannend, ein Forschungsthema selbst zu entwickeln. Man muss Detektivarbeit leisten und in Archive abtauchen«, sagt Jan Tiemann (29). Seine Begeisterung und sein Engagement haben ihm jetzt ein »Sehr gut« für seine Bachelorarbeit eingebracht.

Das gilt im gleichen Maße für Laura Niewöhner (23). Auch sie hat mit sehr viel Einsatz und Aufwand über ein geschichtliches Thema geforscht und dafür die Bestnote bekommen. Die beiden jungen Leute sind Mitarbeiter der Gedenkstätte Stalag 326, Jan Tiemann ehrenamtlich, Laura Niewöhner sogar in einem Anstellungsverhältnis.

Im Rahmen ihres Geschichtsstudiums an der Universität Bielefeld hatten sie zunächst ihr Praktikum in Stukenbrock-Senne absolviert. Das Interesse an der Arbeit in der Gedenkstätte war so groß, dass sie geblieben sind und bis heute mitarbeiten. Das ist gar nicht so ungewöhnlich, bestätigt Gedenkstättenleiter Oliver Nickel. Es habe schon einige Praktikanten gegeben, die sich auch über das Praktikum hinaus in die Arbeit der Gedenkstätte eingebracht haben. Nickel überträgt ihnen gern verantwortungsvolle Aufgaben, und das macht wohl auch Spaß.

Nickel hat beiden bei der Auswahl des Bachelor-Themas geholfen. Natürlich geht es um Kriegsgefangene des Stalag. Wenig erforscht sind bislang jedoch viele der Arbeitseinsätze, zu denen Gefangene an Behörden oder Unternehmen überstellt wurden.

Gräber an der Bahnstrecke

So hat die Reichsbahn immer wieder Arbeitskräfte gebraucht, zum Ausbessern von Bahnstrecken nach Fliegerangriffen beispielsweise. In Himmighausen (Kreis Höxter) hat es im Dezember 1942 ein solches Arbeitskommando gegeben. Damit hat sich Jan Tiemann beschäftigt.

»Es handelt sich um dreizehn sowjetische Kriegsgefangene. Sie wurden am 4. Dezember nach Himmighausen abgestellt. Am 10., 11. und 12 Dezember sind sie ums Leben gekommen. In den Akten steht etwas über einen gescheiterten Fluchtversuch. Man kann davon ausgehen, dass der wohl blutig geendet ist«, erzählt Jan Tiemann.

In London geforscht

Laura Niewöhner hat über zwei Arbeitskommandos auf dem Fliegerhorst Gütersloh geforscht. Diese Arbeit verschlug sie sogar nach London, denn der Flughafen wurde nach Kriegsende sofort von den Briten übernommen. Die haben das Geschehen während der Nazizeit auf dem Flughafen dokumentiert, zum Beispiel Angestellte und Soldaten verhört.

Die Unterlagen befinden sich heute im britischen Nationalarchiv in London. Laura Niewöhner ist dort gewesen und hat rund 400 Seiten Material kopiert, das sie später auswerten konnte. Auch am Gütersloher Flughafen sind Kriegsgefangene gestorben und beigesetzt worden. Siebzehn Gräber gab es, die Toten wurden ebenfalls 1962 nach Stukenbrock-Senne umgebettet. Laura Niewöhner konnte nachweisen, dass von diesen siebzehn Personen fünf in den Arbeitskommandos verstorben sind.

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Samstag, 18. Februar, im WESTFALEN-BLATT, Ausgabe Schloß Holte-Stukenbrock.

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