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Do., 19.10.2017

Stadt wird etwa acht Millionen Euro am Standort Am Hallenbad investieren müssen Umbau zur Gesamtschule bis 2021

Die Präsentation per Beamer war verunglückt: Beigeordneter Bernd Gebauer und Architekt Werner Voßhans (von links) stellten die Pläne für die Erweiterung des Realschulgebäudes zur Gesamtschule mit an die Wand gehefteten Zeichnungen vor.

Die Präsentation per Beamer war verunglückt: Beigeordneter Bernd Gebauer und Architekt Werner Voßhans (von links) stellten die Pläne für die Erweiterung des Realschulgebäudes zur Gesamtschule mit an die Wand gehefteten Zeichnungen vor. Foto: Monika Schönfeld

Von Monika Schönfeld

Schloß Holte-Stukenbrock(WB). Es begann ruckelnd mit technischen Unzulänglichkeiten und endete fast mit einem Eklat: Im Bildungs-, Sport- und Kulturausschuss haben Architekt Werner Voßhans, Beigeordneter Bernd Gebauer und Elke Schluckebier von der Bezirksregierung die Ausbauplanung der Realschule zur Gesamtschule vorgestellt.

Richtig stressig wurde es erst außerhalb des Tagesordnungspunktes, als Karin Rüterbories (CDU) nach dem Stand des Antrags der Stadt auf dauerhafte Fünfzügigkeit der Gesamtschule fragte. Kerstin Steinmeier, Fachbereichsleiterin Bildung in der Stadtverwaltung, sagte, der Antrag sei in den Sommerferien an die Bezirksregierung geschickt worden. Jetzt liege es an Detmold.

Dem widersprach Elke Schlucke­bier, Leitende Regierungs-Schuldirektorin bei der Bezirksregierung und zuständig für die Gesamt-, Sekundar- und Laborschulen in den Kreisen Gütersloh und Herford. »Die Genehmigung der Fünfzügigkeit hängt am Raumkonzept.« Und das ist zwar am Mittwoch vorgestellt, aber noch nicht beschlossen, sondern in die Fraktionen verwiesen worden. Vor Ende November ist mit einer Entscheidung nicht zu rechnen. Beigeordneter Bernd Gebauer bedeckte sein Gesicht mit Händen. »Wollen wir uns wirklich streiten?« Elke Schluckebier wurde gebeten, noch im nicht-öffentlichen Teil Stellung zu beziehen.

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Lehrer bewerben sich nicht mehr an Schulen, sondern suchen sich die Schule aus, an der sie arbeiten wollen.

Leitende Regierungs-Schuldirektorin Elke Schluckebier

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Die Bezirksregierung ist kein Befürworter einer Gesamtschule an zwei Standorten, das hat sie schon zu Beginn der Diskussion um die Schulform klar gemacht. Dadurch kam es immer wieder zu Reibereien zwischen Stadtverwaltung und Bezirksregierung. Zur Forderung von Britta Rusch (CSB), nicht nur in die Bauten, sondern auch in die Pädagogen zu investieren, bezog Elke Schluckebier ebenfalls Stellung. »Lehrer bewerben sich nicht mehr an Schulen, sondern suchen sich die Schule aus, an der sie arbeiten wollen. Und eine Schule an zwei Standorten, die noch umgebaut werden muss, gefällt nicht jedem.«

Die Gesamtschule ist zurzeit mit dem achten Jahrgang im zweigeschossigen Trakt vom Parkplatz der Realschule aus gesehen rechts untergebracht. Der soll um ein Geschoss aufgestockt werden (1,14 Millionen Euro). Daneben rechts zur Holter Straße entsteht ein dreigeschossiger Erweiterungsbau mit 720 Quadratmetern Fläche (1,76 Millionen Euro). Neben der Aula wird zur Holter Straße hin die Mensa angebaut (1,85 Millionen Euro).

Realschulgebäude erfüllt nicht die Ansprüche einer Gesamtschule

Das bestehende Realschulgebäude erfüllt in keiner Weise die Ansprüche, die eine Gesamtschule als Teamschule hat. Ein Jahrgang soll auf einer Etage untergebracht sein. Die Klassenzimmer sind zu klein. Also müssen aus drei Klassenzimmern zwei gemacht werden. Die engen Flure lassen offene Lernbereiche nicht zu, das muss in Ausweichräume verlegt werden.

Werner Voßhans erläutert, dass das Gebäude aus den 80er-Jahren sanierungsbedürftig sei. Die Wasserleitungen müssen erneuert, Fenster, Elektrik, die Flure müssen abgehängt, Türen ausgetauscht werden, weil sich die Zargen schon von den Mauern lösen. Brandmeldeanlage und schließlich die Außenanlagen – Voßhans ging absichtlich ins Detail, um zu zeigen, welch Aufwand notwendig ist. Insgesamt spricht er für die Sanierung des »Altbaus« von Investitionen in Höhe von 3,54 Millionen Euro. Alles zusammengerechnet muss die Stadt an diesem Standort mit mindestens acht Millionen Euro rechnen.

Elke Schluckebier sagte auf Anfrage des Ausschussvorsitzenden Klaus Dirks (CDU), dass das Raumprogramm nicht verhandelbar sei. »Die Stadt braucht attraktive Schulen.« Für die Abschlussfeiern müsse auch künftig die Aula am Gymnasium genutzt werden.

Beigeordneter Gebauer sagte, die Details seien in sich schlüssig. Außerdem wolle sich die Stadt die Option offenhalten, die Gesamtschule bei Bedarf auch sechszügig zu führen.

Bauablauf

Mensa : Sommerferien 2018 bis 2019. Neuer Trakt und Aufstockung : Ende 2018 bis Ende 2019 (während der Bauzeit müssen die Schüler diesen Trakt verlassen). Wenn die Mensa fertig ist, hat die Gesamtschule an diesem Standort 375 Schüler. Anfang 2020 Baubeginn Altbau Block 1 , Ende 2020 bis Mitte 2021 Umbau Altbau Block 2 .

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