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Mi., 08.11.2017

Rat macht Weg frei für dauerhafte Fünfzügigkeit der Gesamtschule Raumkonzept genehmigt

Das Raumkonzept für die Jahrgänge 8 bis 13 steht, die am Gesamtschulstandort Am Hallenbad/alte Realschule unterrichtet werden. Damit hat der Rat den Weg frei gemacht für eine dauerhafte Genehmigung der Fünfzügigkeit der Schule.

Das Raumkonzept für die Jahrgänge 8 bis 13 steht, die am Gesamtschulstandort Am Hallenbad/alte Realschule unterrichtet werden. Damit hat der Rat den Weg frei gemacht für eine dauerhafte Genehmigung der Fünfzügigkeit der Schule. Foto: Monika Schönfeld

Von Monika Schönfeld

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Vom kommenden Schuljahr an soll die Gesamtschule dauerhaft fünfzügig betrieben werden. Dafür hat der Rat der Stadt jetzt die Voraussetzungen geschaffen, indem er dem Raumkonzept für die Jahrgänge 8 bis 13 am Standort alte Realschule/Am Hallenbad bei drei Gegenstimmen der CSB zugestimmt hat.

Denn nur dann gibt es die Genehmigung der Bezirksregierung. Wie aus der Sitzung des Bildungsausschusses am 20. Oktober berichtet, hat die Leitende Regierungs-Schuldirektorin, Elke Schluckebier, unmissverständlich deutlich gemacht, dass die Bezirksregierung keine Genehmigung ausspricht, solange die Stadt kein verabschiedetes Raumprogramm vorlegt. In der Oktobersitzung machte sie deutlich, dass das Raumkonzept aus pädagogischen Gründen nicht verhandelbar sei. In der Sitzung war es zu unübersehbaren Spannungen zwischen der Schuldezernentin und der Stadtverwaltung gekommen.

Bisher immer im Nachhinein genehmigt

Ende November werden die Eltern der heutigen Viertklässler zu Informationsveranstaltungen eingeladen – und da wäre es schon gut zu wissen, ob die Gesamtschule fünf neue Klassen Fünftklässler aufnehmen darf – oder wie in den Vorjahren nur vier. Allerdings ist in allen bisherigen vier Jahrgängen im Nachhinein ein fünfter Zug genehmigt worden. Allerdings hat das bei den zuvor abgelehnten Eltern für erheblichen Missmut, Verunsicherung und offenen Ärger geführt.

Aufgrund dieser Situation hat Bürgermeister Hubert Erichlandwehr eine Tischvorlage für den Rat nachgereicht, mit der das tabellarisch dargestellte Raumkonzept für den Gesamtschulstandort Am Hallenbad (Jahrgänge 8 bis 13) genehmigt wird.

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Die Vorstellung im Oktober war leider nicht so kompetent und zielführend wie erwartet.

Bürgermeister Hubert Erichlandwehr

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Die Entwürfe des Architekturbüros Voßhans sollen nochmals in der nächsten Sitzung des Bildungsausschusses am Dienstag, 28. November, dargestellt werden. Die Vorstellung im Oktober war » leider nicht so kompetent und zielführend wie erwartet«, so der Bürgermeister in der Vorlage.

Aus technischen Gründen konnten die Pläne seinerzeit nicht auf die große Leinwand projiziert werden, lagen nur auf Papier vor und mussten im Ratssaal an die Wand gepinnt werden. »Das hatte zur Folge, dass die Ausführungen des Architekten und der Dezernentin nicht für alle Anwesenden nachzuvollziehen waren.«

Bevor Unruhe in der Elternschaft entsteht

Im Rat sagte Hubert Erichlandwehr, dass er nicht bis nach der Sitzung Ende November und der Ratssitzung am 19. Dezember warten wolle. Die Entscheidung sei dringlich, »bevor Unruhe in der Elternschaft entsteht«.

»Wir sagen: Wir sind bereit, die Räume zur Verfügung zu stellen und die Mittel dafür bereitzustellen«, so der Bürgermeister. Britta Rusch (CSB) sagte, sie könne die Dringlichkeit nicht sehen und fühle sich nicht in der Lage, das Raumkonzept ohne Beratung zu entscheiden. Außerdem wollte sie wissen, ob mit der Entscheidung die Möglichkeit verbaut werde, später die Gesamtschule an einem Standort zu führen. Der Bürgermeister verwies auf den Ratsbeschluss, die Gesamtschule an zwei Standorten zu betreiben (Jahrgänge 5 bis 7 an der Jahnstraße/altes Hauptschulgebäude, die Jahrgänge 8 bis 13 Am Hallenbad/altes Realschulgebäude). »Wir haben allerdings die Sechszügigkeit im Hinterkopf.«

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Sie reiten ein totes Pferd. Das ist längst entschieden.

Jürgen Gärtner (CDU) zur CSB

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Dass sich die CSB quer stellte, haben andere nicht unterstützt. Marion Herzog (SPD) gab die Zustimmung ihrer Fraktion. »Sie reiten ein totes Pferd. Das ist längst entschieden«, sagte Jürgen Gärtner (CDU) zur CSB. Auch Thorsten Baumgart (FDP) wollte der Bezirksregierung »keinen Vorwand für weitere Verzögerungen geben.« Bruno Reinke (Grüne) sagte, er sei auch nicht glücklich mit zwei Standorten, aber es sei nun mal so entschieden. »Alles andere ist Verhinderungstaktik. Dass die CSB immer wieder damit kommt, hat Geschmäckle.«

Das konnte Martin Wildemann (CSB) nicht unkommentiert lassen. »Wir haben keinen Zeitdruck. Der wird von der Bezirksregierung künstlich aufgebaut«, meint er. Ein Konzept, das schnell zehn Millionen Euro kosten wird, könne er ohne Details gar nicht beurteilen. »Wir lassen uns da nicht über den Tisch ziehen. In der Realschule ist genug Platz. Uns zu unterstellen, wir seien gegen die Gesamtschule, ist lächerlich. Wir wollen die beste Gesamtschule, aber nicht mal gerade eben so für ‘zig Millionen.«

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