Mi., 27.12.2017

Weihnachtskonzert des Männerchors 1905 Schloß Holte in der St.-Ursula-Kirche Voller Demut und übermütiger Freude

Eine Premiere: Den letzten Block des Weihnachtskonzerts mit »Freu dich, Du Welt«, dem Weihnachtsjodler von Gerd Sorg und »Stille Nacht« haben der Männerchor 1905 Schloß Holte und der Schloß-Akkord erstmals gemeinsam gesungen.

Eine Premiere: Den letzten Block des Weihnachtskonzerts mit »Freu dich, Du Welt«, dem Weihnachtsjodler von Gerd Sorg und »Stille Nacht« haben der Männerchor 1905 Schloß Holte und der Schloß-Akkord erstmals gemeinsam gesungen. Foto: Monika Schönfeld

Von Monika Schönfeld

Schloß Holte-Stukenbrock(WB). »Heute ist eine andere Zeit. Die Menschen haben wieder mehr Zeit füreinander.« Das hat der Vorsitzende des Männerchors 1905 Schloß Holte, Klaus Hose, zum Weihnachtskonzert am Samstag in der voll besetzten St.-Ursula-Kirche gesagt. Dirigent Ivo Kanz setzte Akzente mit dem Einsatz eines Streicherquartetts und den gemeinsam gesungenen Liedern mit dem Schloß-Akkord.

Dirigent Ivo Kanz hat ein abwechslungsreises Programm präsentiert. Foto: Monika Schönfeld

Es kostete das Publikum große Selbstdisziplin, nicht nach jedem Lied zu klatschen. Zwar war dies der Würde des Moments am Tag vor Christi Geburt angemessen, wohl aber hätten die 350 Zuhörer auch gern zwischendurch gezeigt, dass ihnen gefällt, was sie hören. Das holten sie dann nach »Stille Nacht« zum Abschluss des Konzerts in der verdunkelten Kirche nach, erhoben sich von den Kirchenbänken und ließen die 60 Sänger, vier Streicher, den Organisten und vor allem auch den Dirigenten mit lang anhaltendem Applaus hochleben.

Beide Chöre singen zusammen

Vergangenes Jahr hatte Ivo Kanz Bläser dazugeholt, dieses Jahr Streicher. »Diese Kombination hatten wir das erste Mal. Es hat gut geklappt«, sagte Ivo Kanz nach dem Konzert. Die Streicher waren im Solo zu hören mit der Sinfonia aus dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händels »Denn es ist uns ein Kind geboren« aus dem Messias und Johannes Brahms’ »Es ist ein Ros entsprungen«. Es gab aber auch Wechsel von Chor und Streichern und die Streicher als Begleitung des Chors. Das gab dem Konzert eine abwechslungsreiche Note.

Christian Ortkras, von Ivo Kanz geschätzter Kollege und Freund, ließ die Orgel zum Lob Gottes gewaltig ertönen. Foto: Monika Schönfeld

Die Zuhörer erlebten die Facetten der Weihnachtszeit. Mit dem gewaltigen Orgel-Intro stimmte Christian Ortkras auf das Ereignis ein, das die Welt umwälzen sollte. Lobpreisend und voller Inbrunst erklang das »Tochter Zion« als Ankündigung der Geburt Christi.

Weihnachtslieder, die sind so unterschiedlich wie die Menschen. Da sind die konzertanten Lieder, an deren Melodie der Komponist lange gefeilt hat. Und da sind die Volksweisen mit den eingängigen Tönen und leichten Texten, die jeder mitsingen kann. Es gibt die ruhigen, bedächtigen Weisen, die die Ehrfurcht vor der Ankunft des Herrn ausdrücken, aber auch die übermütigen, donnernden Akkorde, mit der sich die Menschen die Freude von der Seele singen. Diese Lieder hat Ivo Kanz behutsam arrangiert und in den Konzertablauf gesetzt.

Die Zuhörer singen mit

Nicht nur genießen, sondern mitsingen: Das Publikum kam der Aufforderung gern nach. »Zu Bethlehem geboren« und »O du fröhliche« stimmten die Besucher an. Ivo Kanz zog sich in der Zeit bescheiden zurück und überließ den Chören und der Gemeinde die Kirche.

»Einen Tag vor Heiligabend sind die Vorbereitungen fürs Fest abgeschlossen. Schütteln Sie die vorweihnachtliche Hektik ab«, sagte Klaus Hose zur Begrüßung. Die Zeit des Wartens und der Vorfreude hat er mit einer kleinen Weihnachtsgeschichte verkürzt.

Das Streicherquartett mit Johanneke Haverkate, Luise Krawulski, Lilit Mkhitaryan und Irena Josifoska (von links). Foto: Monika Schönfeld

Er erzählte die Geschichte des alten Weihnachtswichtels, der in der Vergangenheit die Menschen in einem Dorf mit Geschenken überrascht hat. Jetzt saß er vor einem großen Kaufhaus, sieht, wie die meisten Menschen durch die Straßen hetzen. »Die Zeiten ändern sich«, meint der Wichtel. Aber sollte die Adventszeit nicht eine ruhige und besinnliche Zeit sein? Der Wichtel erinnerte sich an die Häuser, die nur mit Kerzen beleuchtet waren und die Menschen, die Holz suchten, um den Kamin damit anzuheizen. Er sieht Großvater und Enkel den Weihnachtsbaum im Wald schlagen, gemeinsam singen. Großmutter holt aus der Weihnachtskiste Sterne aus Stroh und Engel mit goldenem Haar. Während der Wichtel so nostalgisch von den guten alten Zeiten schwärmt, sieht er heute und jetzt Menschen gemeinsam um den Adventskranz sitzen.

»Die Menschen haben wieder mehr Zeit füreinander«, sagt Männerchor-Vorsitzender Klaus Hose. Und nach dem fast anderthalbstündigen Weihnachtskonzert ist der Stress der Vorweihnachtszeit abgeschüttelt. Das Publikum hat seinen inneren Frieden wiedergefunden.

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