Mi., 07.02.2018

Immer auf die Männer – Karneval der katholischen Frauengemeinschaft im Pfarrer-Rüsing-Haus Ansteckendes Lachen

Mickie Krause erobert das Pfarrer-Rüsing-Haus: Jana Prager, Susanne Lillmannstöns und Susanne Niebiossa (vorne von links), Nicole Mende, Simone Geiping, Stephanie Erichlandwehr, Simone Grieß, Kerstin Steinkröger, Bernadette Lange, Claudia Pollmeier-Schaumann (hinten).

Mickie Krause erobert das Pfarrer-Rüsing-Haus: Jana Prager, Susanne Lillmannstöns und Susanne Niebiossa (vorne von links), Nicole Mende, Simone Geiping, Stephanie Erichlandwehr, Simone Grieß, Kerstin Steinkröger, Bernadette Lange, Claudia Pollmeier-Schaumann (hinten). Foto: Matthias Kleemann

Von Matthias Kleemann

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Witwen scheint es reichlich zu geben, in dieser Stadt, fröhliche Witwen, die keinen Hehl daraus machen, dass sie ihren Gatten um die Ecke gebracht haben.

Der Sketch kam beim Karneval der Theatertanten in Stukenbrock gut an und hat auch im Pfarrer-Rüsing-Haus seine Wirkung nicht verfehlt. Witze auf Kosten der Männer werden gern genommen, vor allem wenn jene in der Minderheit sind. In Schloß Holte lastet das Los auf Volker Mendes Schultern, dem Mann, der Gisela Sykora an den Instrumenten unterstützt und die Stimmung jedes Mal aufs Neue anheizt, sobald die Kurve abzuflachen droht.

Kein Wunder, dass er sich revanchiert, so gut wie er kann. Als er das Dorfgetratsche ankündigt, spricht er von alten Gesichtern. Gisela Sykora bekommt einen Lachkrampf: »Was soll das denn – alte Gesichter! Sollen wir wieder gehen, Volker?«

Volker meint aber eigentlich bekannte Gesichter. Denn neben Gisela Sykora, der kreativen Seele, feiert Roswitha, die sich vor mehreren Jahren aus der aktiven Truppe zurückgezogen hat, ein Comeback. Dritte im Bunde ist Sylvia Kroll, auch keine Unbekannte.

Mit sicherem Gespür

Mit sicherem Gespür hat Gisela Sykora die wichtigen Ereignisse der abgelaufenen Zeit zwischen den Sessionen in Zeilen und Reime gepresst. »Ein Industriemuseum am Schloss gibt es leider nicht mehr. Denn dafür gab die Stadt nicht genug Fördergelder her«, heißt es da zu Beispiel. Gisela spießt das Hin und Her um einen Fahrradweg auf der Fahrbahn der Holter Straße und die fehlende Weihnachtsbeleuchtung an der Bahnhofstraße auf, und mahnt eine Lösung für den täglichen Stau auf der Oerlinghauser Straße an. Ihr Fazit: »Allein vom Denken, da ändert sich nix. Es müssten endlich mal konkrete Pläne auf den Tisch.« Aber das Tratsch-Trio kann auch loben: Die Feuerwehr, die nach Friederike aufgeräumt hat, die vielen Teilnehmer am Sternchenlauf, die Organisation des Holter Meetings, die Gründung der Stadtwerke. Und natürlich: Auf Pollhans gab’s wieder Eimer-Handtäschchen.

Neuer Schlachtruf

Einen neuen Schlachtruf haben die beiden Musiker mit dem Publikum in diesem Jahr eingeübt: »Eins, zwei, drei – Donnerwetter!«, wohl in Anlehnung an den Eingangstanz, bei es ja um Wind und Wetter geht. Die Neuerung ist aber noch ausbaufähig, Raketen und Helaurufe haben sich bewährt. Und wenn Volkers »Mädels« zwischen zwei Nummern Zeit zum Umziehen brauchen, dann geht im Saal die Post ab: Es wird geschunkelt, geklatscht und getanzt.

Dann wieder »Silentium«, Konzentration, man will ja keine Pointe verpassen, vor allem, wenn es auf Kosten der Männer geht. Das hätten sie gerne, dass man beim Konzertbesuch den Herrn einfach an der Garderobe abgeben kann, gerade so wie den Mantel. Und wenn dann einer hängen bleibt, dann freut sich die Garderobiere.

Probe wird zum Filmdreh

Richtig komisch wird die »Probe« für einen Filmdreh. Mal ist es der Regisseurin zu langsam, dann zu hektisch, dann will sie mehr Gefühl oder mehr Stimmung. Aber wie auch immer Stephanie Erichlandwehr ihren einen Satz »Ich habe Bauchschmerzen« jault, die komplette Mannschaft kämpft – ganz ungeplant – mit einem Lachkrampf, der sich natürlich aufs Publikum überträgt.

Apropos Stimmung: Da setzen die Holter Frauen ganz auf solche Garanten wie Helene Fischer alias Nicole Mende oder Mickie Krause, letzteren gleich in zehnfacher Ausfertigung. Und eines ist sicher: Da sind nicht nur die Damen auf der Bühne textsicher.

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