Do., 15.02.2018

Sorgen im Umfeld der Flüchtlingsunterkunft im Brief an den Staatssekretär geschildert Bürger im Bokelfenn formieren sich

Trotz Polizeikontrollen sehen Anlieger im Bokelfenn keine Entspannung, sie haben Angst um Hab und Gut.

Trotz Polizeikontrollen sehen Anlieger im Bokelfenn keine Entspannung, sie haben Angst um Hab und Gut. Foto: Monika Schönfeld

Von Monika Schönfeld

Schloß Holte-Stukenbrock/Oerlinghausen (WB). Anlieger des Bokelfenns auf lippischer und auf Stukenbrocker Seite haben sich als Interessengemeinschaft zusammengeschlossen. Sie weisen in einem Brief an Staatssekretär Andreas Bothe auf die angespannte Lage im Umfeld der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) für Flüchtlinge in Oerlinghausen hin.

»Einbrecher machen auch vor einer Stadtgrenze nicht halt«, sagen Ingrid Pautz und Norbert Hasselmeyer stellvertretend für die Interessengemeinschaft. Den Brief an Bothe haben 143 Bürger des Bokelfenns und des Bereiches Am Forthof/Forthofstraße unterschrieben. Auslöser dieser Aktion waren zahlreiche Einbrüche und Einbruchsversuche im lippischen Teil des Bokelfenns. In den vergangenen drei Wochen habe es 15 Einbrüche gegeben, teils ist mehrfach in dieselbe Wohnung eingebrochen worden. Autos und Bargeld seien gestohlen worden.

Interessengemeinschaft gegründet

»Wir haben uns deshalb spontan am 1. Februar im Bokelfenner Krug getroffen, um uns auszutauschen, wer in welcher Form bereits Opfer ist und was wir unternehmen können, um eine Entschärfung der Situation zu erreichen. Bei diesem Treffen waren bereits 50 Bürger anwesend«, sagt Ingrid Pautz. An diesem Abend sei die Interessengemeinschaft Bokelfenn entstanden. Im Brief an den Staatssekretär spiegeln sich die Ängste und Nöte der Bürger, aber auch die Forderungen an die Landesregierung wider.

»Wir sprechen hiermit keinen Generalverdacht gegen die Bewohner aus Georgien oder Albanien in der ZUE aus. Wir können aber auch nicht eine generelle Unschuld der Menschen bejahen. Erst in den vergangenen Tagen wurden drei Personen in der Einrichtung festgenommen, die bei Einbrüchen beteiligt waren.«

Anwohner zaheln »hohen Preis«

Im Brief schildern die Unterzeichner, dass die Anlieger einen »hohen Preis« zahlen: Schlafstörungen, Leben in Angst und Panik, beklemmendes Gefühl bei Dunkelheit im Freien, manche wollen auf Ferienreisen verzichten, um ihre Häuser nicht allein zu lassen. Manche Anlieger schafften sich zulassungsfreie Verteidigungsmittel zur Selbstverteidigung an und diskutierten über Nachbarschaftshilfen zum Selbstschutz.

Am Dienstag haben sich 100 Bürger mit Oerlinghausens Bürgermeister Dirk Becker und Polizisten im Dietrich-Bonhoeffer-Haus getroffen. Polizisten haben die Bürger beraten, wie sie ihr Haus sichern können und wie die Zusammenarbeit mit der Polizei aussehen könnte.

Der Staatssekretär im Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration, Andreas Bothe, werde am Montag, 5. März, erneut die Stadt Oerlinghausen besuchen. »Wir hoffen, bei dem Termin von erfolgversprechenden Verbesserungen zu hören«, sagt Ingrid Pautz im Namen der Interessengemeinschaft.

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