Do., 17.05.2018

Klaus Streck spricht vor der Senioren-Union über die wechselhafte Geschichte Sozialwerk steht für neues Leben

Vorsitzender Siegfried Kosubek (links) begrüßte seinen Stellvertreter Klaus Streck zum Vortrag über das Sozialwerk.

Vorsitzender Siegfried Kosubek (links) begrüßte seinen Stellvertreter Klaus Streck zum Vortrag über das Sozialwerk.

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Die Senioren-Union Schloß Holte-Stukenbrock hat die Geschichte des Sozialwerks Stukenbrock aufgegriffen und am Dienstag im Gasthof Zur Post mit rund 30 Besuchern diskutiert. Mit einer Beamer-Präsentation hat Klaus-Jürgen Streck, selbst früher im Sozialwerk wohnend, weil sein Vater dort in der Verwaltung tätig war, einen fundierten chronologischen Rückblick präsentiert.

Laut Streck schreiben 450.000 Quadratmeter Geschichte und skizzieren eine historisch bewegte Zeit als Stalag, Kriegsgefangenen- und Internierungslager, und zuletzt als Sozialwerk, Polizeischule, bis hin zur heutigen Zeltstadt für Flüchtlinge.

Das Sozialwerk habe mittlerweile Aufnahme in der Liste der Gedenkstätten des Landes NRW gefunden, verbunden mit entsprechender Förderung. Unterstützer ist auch Landtagspräsident André Kuper.

Für Klaus Streck ist mit der Befreiung von Stukenbrock durch die Amerikaner am 1. April 1945 und einen Tag später mit der Befreiung des Gefangenenlagers der rund 8500 Insassen verschiedenster Nationen der Grundstein gelegt worden für die Übernahme durch das evangelische Johanneswerk.

148 Reichsarbeitsdienst-Baracken und 160 Nissenhütten ohne Wasseranschluss standen zur Verfügung. Unterstützt wurde die Arbeit vom Deutschen Roten Kreuz, der Caritas und der Arbeiterwohlfahrt sowie dem Westfälischen Blindenhilfswerk. Sie alle haben im Sozialwerk wertvolle Hilfe geleistet und den Bewohnern eine Perspektive aufgezeigt.

Klaus-Jürgen Streck: »Was dort geleistet wurde an Arbeit und Zuwendung für die Menschen, kann nicht hoch genug bewundert werden.«

Aufarbeitung der Geschichte

Die Caritas versorgte mit ihrer Großküche täglich rund 640 Personen, und vom DRK-Kinderheim haben von 1948 bis 1956 etwa 9400 Kinder an Kuren teilgenommen. Von 98.000 unbegleiteten Jugendlichen in NRW lebten allein 78.000 im Sozialwerk Stukenbrock.

Für die arbeitsfähigen Bewohner gab es Arbeitsangebote von Handwerksbetrieben und Landwirten, die die Arbeitskräfte im Sozialwerk abholten, und für die Kinder Kindergarten und Schulbildung, auch mit Förderschule. Damalige Lehrer waren Frau Zarembowicz, Horst Volkmer und Diakon Bringfried Schubert.

Um bis zu 4500 Bewohner haben sich bis 1971 auch die katholische und evangelische Kirche gekümmert. Von 1960 bis 1968 wurden 89.000 Kinder betreut. Ab 1971 machte das Sozialwerk Platz für die Landespolizeischule Erich Klausener.

Abschließend würdigte Vorsitzender Siegfried Kosubek Klaus-Jürgen Strecks unermüdliche Arbeit als sehr hilfreich für die Aufarbeitung der Geschichte der Stadt, da dieser Zeitabschnitt vielen tausend Menschen Hilfe und Zukunft ermöglichte.

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