Mi., 13.06.2018

Bartosz Weiß bei den Holter Internisten – Stadt gibt Zuschuss Ein neuer Hausarzt

Im Medizinischen Versorgungszentrum Holter Internisten an der Bahnhofstraße arbeitet der neue Hausarzt Bartosz Weiß (vorn). Über die Verstärkung freuen sich (hinten von links) Dr. Elisabeth Parensen, Dr. Hendrik Pleuger, Ute Wilbert, Dr. Tobias Kochsiek, Dr. Friedrich Flege und Bürgermeister Hubert Erichlandwehr. Die Stadt fördert die Ansiedlung von Ärzten.

Im Medizinischen Versorgungszentrum Holter Internisten an der Bahnhofstraße arbeitet der neue Hausarzt Bartosz Weiß (vorn). Über die Verstärkung freuen sich (hinten von links) Dr. Elisabeth Parensen, Dr. Hendrik Pleuger, Ute Wilbert, Dr. Tobias Kochsiek, Dr. Friedrich Flege und Bürgermeister Hubert Erichlandwehr. Die Stadt fördert die Ansiedlung von Ärzten. Foto: Bernd Steinbacher

Von Bernd Steinbacher

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Angesichts des Ärztemangels in ländlichen Bereichen ist das eine gute Nachricht: Bartosz Weiß ist ein neuer Hausarzt in Schloß Holte-Stukenbrock.

»Wohl wissend wie die Situation vor Ort ist, sind wir auf der Suche gewesen. Das hat lange gedauert«, sagt Dr. Friedrich Flege von den Holter Internisten gestern bei der offizillen Vorstellung des jungen Kollegen.

Bürgermeister Hubert Erichlandwehr betont, dass das Versorgungszentrum Holter Internisten den städtischen Zuschuss in Höhe von 25.000 Euro für die Ansiedlung von Ärzten in Anspruch genommen hat. Die beschlossene Richtlinie zur Ansiedlung von Ärzten in der Stadt habe somit ihren ersten Erfolg gebracht. Der Zuschuss solle ein Anreiz und eine Hilfe zur Ansiedlung in der Stadt sein.

Bartosz Weiß lebt seit Jahren in Schloß Holte-Stukenbrock. Aufgewachsen ist er aber in Bielefeld. »Schloß Holte-Stukenbrock kannte ich als Jugendlicher nur von Pollhans«, sagt er und lacht. Sein Medizin-Studium schloss der 34-Jährige in Göttingen ab. Dann hat es ihn zurück in die Heimat gezogen. Zuletzt hat er in Bielefeld insgesamt sechs Jahre am Städtischen Krankenhaus gearbeitet und dort auch seine Facharztausbildung gemacht. Der Internist hat sich für das Fachgebiet Inneres entschieden, um »breit arbeiten zu können«. Wäre er Kardiologe geworden, hätte er aus den Region fortgehen müssen, denn »hier sind zurzeit alle Plätze besetzt«.

Für ihn und seine Frau stand allerdings fest, in Schloß Holte-Stukenbrock bleiben zu wollen. Weiß hätte sich auch vorstellen können, sich mit eigener Praxis als Internist niederzulassen. Doch da kam der Kontakt zu den Holter Internisten zustande. »Es passt alles. Ausschlaggebend ist der gute Ruf der Praxis«, sagt Weiß.

Städtischer Zuschuss fließt in Umbau und neue Ausstattung

Dr. Hendrik Pleuger, seit 2007 im Team der Holter Internisten, erklärt, dass der städtische Zuschuss in Umbau und neue Ausstattung geflossen sei. Umgebaut wurden zwei Arztzimmer und im Untergeschoss das Büro und das Labor. Ein zweites Ultraschallgerät vervollständigt nun die medizinische Ausstattung. Seit dem Auszug der Rechtsanwaltskanzlei nutzt das Medizinische Versorgungszentrum mit Dialyse das ganze Haus an der Bahnhofstraße 59.

Bartosz Weiß ist als neuer Hausarzt seit 1. Februar dieses Jahres bei den Holter Internisten, deckt die hausärztliche Versorgung ab und macht auch Hausbesuche. Seitdem ist das Ärzteteam noch gewachsen. Seit 1. April ist Ute Wilbert als Nephrologin bei den Holter Internisten tätig. Die 50-Jährige lebt in Lage-Hörste, arbeitete zuletzt in einem Bielefelder Medizinischen Versorgungszentrum, wollte aber wechseln.

Das Vorhaben, weitere Ärzte nach Schloß Holte-Stukenbrock zu locken, ist gar nicht so einfach. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) hat mitzureden. So wollten die Holter Internisten bereits vor zwei Jahren einen Facharzt beschäftigen, doch die KV lehnte ab., sagt Pleuger.

Selbst bei den Hausärzten, da rechnet die Kassenärztliche Vereinigung Bielefeld und Schloß Holte-Stukenbrock zusammen, sieht die Statistik noch gut aus. Doch in der Stadt selbst stehen mehrere Hausärzte vor dem Ruhestand. »Der Versorgungsgrad in einer Stadt sollte sich angeschaut werden, nicht die Einwohnerzahl«, sagt Bürgermeister Erichlandwehr.

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