So., 04.02.2018

Amshausenerin beschwert sich bei Facebook – Verwarngeld will sie nicht zahlen »Knöllchen« gibt’s auch nachts

Der Parkplatz an der Finkenstraße. Die Mülltonnen für montags stehen schon samstags draußen.

Der Parkplatz an der Finkenstraße. Die Mülltonnen für montags stehen schon samstags draußen. Foto: Malte Krammenschneider

Steinhagen (WB/pes). Was in größeren Städten selbstverständlich ist, kann Autofahrer auch im ländlichen Steinhagen ereilen: ein »Knöllchen« wegen Falschparkens mitten in der Nacht. Die Amshausenerin Nicole Abels hat das gerade am Wochenende erlebt und ihrem Ärger über Facebook Luft gemacht .

Ort des Geschehens: die Finkenstraße in Amshausen. Inmitten von zehn Mehrfamilienhäusern der KWG gibt es dort direkt an der Straße eine dreieckige Fläche mit 36 Parkplätzen. Die Mieter hier aber haben mindestens 60 Autos, hat Nicole Abels gezählt. Im Gespräch mit dem Westfalen-Blatt beklagt sie die besondere Situation in der Nacht: dass durch ein Wohnmobil, durch Mülltonnen, die von Mitarbeitern des Entsorgungsunternehmens bereits auf die Straße gestellt worden sind, und andere nicht korrekt abgestellte Fahrzeuge mehrere Parkplätze verloren gegangen seien.

Ihr Mann habe deshalb seinen Golf vor das Wohnmobil gestellt – außerhalb der gekennzeichneten Flächen. Auch eine weitere Nachbarin habe einen Zettel an der Windschutzscheibe gehabt, weil sie neben der Reihe geparkt habe, nicht aber ein Auto, das teilweise auf dem Gehweg gestanden habe.

Ordnungsamt nachts auf Parksündersuche?

»Ich will hier aber nicht andere Autofahrer an den Pranger stellen, sondern erwarte nur eine gerechte Behandlung«, schimpft die Amshausenerin. Außerdem: »Wenn ich nachts vom Dienst nach Hause komme, will ich nur noch ins Bett. Soll ich dann weiterfahren und an der Amshausener Straße parken?«

Über Facebook spricht Nicole Abels Bürgermeister Klaus Besser direkt an: »Hat Steinhagen es so nötig das Ordnungsamt nachts auf ›Parksündersuche‹ zu schicken?« und sie kündigt an: »Diesen Strafzettel werde ich definitiv nicht bezahlen.«

Außendienst überwacht vorrangig Jugendschutz

Der Schuss könnte allerdings nach hinten losgehen. Schon in der Facebook-Gruppe hagelt es überwiegend eindeutige Kommentare mit dem Tenor, dass Parkverbote nun mal auch nachts gültig seien. Verständnis wird allerdings auch für das »miese Parken« der anderen geäußert.

Klaus Besser hat auf Nachfrage des WB bestätigt, dass der Außendienst des Ordnungsamtes auch an Wochenende und Abends unterwegs sei, vorrangig aber mit dem Schwerpunkt Jugendschutz. »Wenn sie dabei andere Verstöße bemerken, werden natürlich auch die geahndet.« Vielleicht hätten sie auch noch weitere Verwarngelder verhängt. Es gebe aber keine Pflicht, jedesmal einen Zettel hinter den Scheibenwischer zu klemmen. Ihn habe es aber schon sehr erstaunt, »mit welcher Selbstverständlichkeit Menschen zugeben, Rechtsverstöße zu begehen.« Ein solches Verhalten konterkariere den Rechtsstaat. »Dann brauchst du gar keine Gesetze mehr.« Falsch parkende Fahrzeuge könnten ja auch Rettungsdienst und Feuerwehr behindern. »Herzinfarkte und Brände passieren nun mal auch nachts.«

Wenn die Amshausenerin das Verwarngeld nicht bezahle, kündigte der Bürgermeister an, würde von der Gemeinde eben ein Bußgeldverfahren eingeleitet. Dagegen könne sie sich dann vor dem Amtsgericht wehren.

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