Di., 06.02.2018

Stellplatz-Knappheit in Steinhagen spitzt sich zu – Besser sieht kein Patentrezept Ist das Parkproblem unlösbar?

Eine reizvolle Wohnstraße, die allerdings wenige Parkmöglichkeiten in direkter Nähe der Wohnungen bietet: An der Azaleenstraße muss zumindest genug Platz für Müllabfuhr und Rettungsdienst bleiben. Einige Meter weiter gibt es Sammelparkplätze.

Eine reizvolle Wohnstraße, die allerdings wenige Parkmöglichkeiten in direkter Nähe der Wohnungen bietet: An der Azaleenstraße muss zumindest genug Platz für Müllabfuhr und Rettungsdienst bleiben. Einige Meter weiter gibt es Sammelparkplätze. Foto: Volker Hagemann

Von Volker Hagemann

Steinhagen (WB). Die Zahl der Parkplätze in Steinhagens Wohngebieten ist mitunter knapp. Bürgermeister Klaus Besser nennt dafür mehrere Faktoren – und betont, dass sich das Problem künftig nur bedingt angehen lässt.

Erst am Wochenende hatten sich Anwohner der Finkenstraße über Falschparker, dadurch zu knappen Parkraum und nächtliche Knöllchen beschwert . Dass solche Verwarngelder nötig seien, hatte der Bürgermeister auch mit der möglichen Behinderung von Rettungsdienst und Feuerwehr begründet.

»Das Problem betrifft ja nicht nur Steinhagen«, so Besser. »Motorisierungsquote und Verkehrsdichte steigen, und im Kreis Gütersloh haben wir eine Rekordzahl an Fahrzeugzulassungen. Zudem steigt die Einwohnerzahl auch in Steinhagen. Und viele Haushalte haben heute zwei, drei oder mehr Fahrzeuge. Oft verfügen schon 18-Jährige über ein Auto, während im gleichen Haushalt Eltern und teils auch Großeltern ein Fahrzeug besitzen. Die müssen irgendwo parken – oft am Straßenrand«, erklärt Klaus Besser. Nebenbei würden die Fahrzeuge größer, und man könne nicht parallel dazu für immer mehr Parkraum sorgen.

Veränderte Planungsschwerpunkte über die Jahrzehnte gesetzt

Die Fläche an der Finkenstraße mit begrenzter Stellplatzzahl für deutlich mehr Autos sei nur eines von mehreren Beispielen, sagt der Bürgermeister. »Neben zunehmender Fahrzeugzahl sind veränderte Planungsschwerpunkte über die Jahrzehnte ein Grund: Es gibt Straßenzüge aus den 60er Jahren wie die Apfelstraße, wo reichlich Platz am Rand bleibt. Anders die Bebauungspläne der 80er: An Margeritenweg, Anemonen- und Azaleenstraße setzte man damals auf Verkehrsberuhigung durch zentrale Parkplätze und Garagen. Da würde man am Straßenrand Rettungsdienst und Müllabfuhr blockieren«, erklärt Besser.

Diskussion zwischen mehr Parkraum und Flächenversiegelung

Auch der Bereich Schlüttgarten/Kalberkamp/Ludwig-Beck-Straße sei unter dem Aspekt verkehrsarmer Straßen geplant worden. »Realisiert wurde das dort erst ab den 90er Jahren, und auch hier ist öffentlicher Parkraum sehr knapp«, nennt der Bürgermeister ein weiteres Beispiel. »Das lässt sich im Nachhinein nicht mehr lösen. Mancher opfert dann seinen Vorgarten für einen weiteren Stellplatz.« Das Thema sei umstritten: »Ich erinnere mich an manche Ausschusssitzung, in der zwischen mehr Parkraum und zu viel Flächenversiegelung heiß diskutiert wurde«, so Besser.

Mülltonnen blockieren oft Straßen und Wege

Ein weiteres Problem: Teilweise blockieren zu früh bereitgestellte Mülltonnen die Stellplätze und Gehwege – Anwohnern zufolge auch am vergangenen Wochenende im Bereich der KWG-Wohnungen an der Finkenstraße. Das gleiche schildert Anwohner Hans-Werner Elbracht von der Brombeerstraße. Dabei dürfen die Tonnen laut Ordnungsbehördlicher Verordnung der Gemeinde Steinhagen frühestens am Abend vor der Entleerung oder Abholung« bereitgestellt werden. »Das war in der Tat ein Problem. Daher haben wir unseren Dienstleister, der die Tonnen bereitstellt, noch einmal darauf hingewiesen, das künftig erst am Vorabend zu tun«, erklärte KWG-Vorstand Sven Eisele gestern auf WB-Anfrage.

Doch auch in künftigen Baugebieten lasse sich dem Parkplatzbedarf nur begrenzt begegnen, glaubt Bürgermeister Klaus Besser: »Beispiel Amshausener Straße: Mancher wird sich wundern, wie breit schon die Erschließungsstraße Richtung B 68 geplant wird. Eines Tages dürfte auch hier der Parkraum am Straßenrand ausgereizt sein.« Ein Patentrezept gebe es nicht: »Niemand will immer mehr Flächenversiegelung. Da helfen nur weniger große Fahrzeuge sowie eine zunehmende Nutzung des ÖPNV.«

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