Fr., 09.02.2018

Evangelische Kirchengemeinde Steinhagen erinnert am 25. Februar an verfolgte Christen Den freien Glauben wertschätzen

In einem Gedenkgottesdienst am 25. Februar in der Steinhagener Dorfkirche möchten die Pfarrer Christhard Greiling und Petra Iringhausen über die koptische Kirche und die Situation der unterdrückten Christen am Beispiel Ägyptens informieren.

In einem Gedenkgottesdienst am 25. Februar in der Steinhagener Dorfkirche möchten die Pfarrer Christhard Greiling und Petra Iringhausen über die koptische Kirche und die Situation der unterdrückten Christen am Beispiel Ägyptens informieren. Foto: Volker Hagemann

Steinhagen (WB/vh). Seine Meinung frei äußern zu können, seinen Glauben frei leben zu dürfen, das ist – anders als hierzulande – längst nicht überall auf der Welt möglich. Die Evangelische Kirchengemeinde Steinhagen will mit einem besonderen Gottesdienst auf die Verfolgung von Christen am Beispiel Ägyptens aufmerksam machen.

»Wir nehmen unsere Meinungsfreiheit immer so einfach hin, dabei ist sie keinesfalls selbstverständlich«, betont Pfarrer Christhard Greiling. »Das gilt auch für die ebenso wertvolle Religionsfreiheit bei uns. Es gibt mehrere Länder auf der Welt, in denen Christen allein wegen ihres Glaubens verfolgt werden.« An die bedrohte Religionsfreiheit erinnert die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) am 25. Februar, dem zweiten Sonntag der Passionszeit (Reminiscere).

Nur noch zehn Prozent der Ägypter gehören der koptischen Kirche an

Auch die Evangelische Kirchengemeinde möchte die Christenverfolgung ins Bewusstsein rücken. Pfarrerin Petra Isringhausen und Pfarrer Christhard Greiling laden daher für den 25. Februar zu einem besonderen Gottesdienst in die Steinhagener Dorfkirche ein. »Am Beispiel von Ägypten möchten wir der Situation der dortigen koptischen Christen nachgehen«, so Greiling. »Nur noch zehn Prozent der 90 Millionen Ägypter gehören der koptischen Kirche an, die als älteste Kirche der Christenheit gilt. In Ägypten gibt es keine Religionsfreiheit im westlichen Sinne«, weiß Pfarrer Christhard Greiling. »Denn die ägyptische Verfassung und ihre Gesetzgebung baut auf dem islamischen Recht, der Scharia, auf. Daneben gibt es keinen rechtsfreien Raum, alle Lebensverhältnisse sind durch die Scharia geregelt«, so Greiling. »Eine Trennung von Staat und Religion kennt der Islam nicht.«

Gedenken an Anschlag auf koptisch-orthodoxe Kirche in Kairo

Das habe Folgen, so Petra Isringhausen und Christhard Greiling: »Nicht alle Menschen haben gleiche Rechte und Freiheiten, es gibt Konflikte und Gewalt.« Die Pfarrer erinnern etwa an den Anschlag des IS auf die koptisch-orthodoxe Kirche St. Peter und Paul in Kairo. Dabei kamen am 11. Dezember 2016 insgesamt 28 Menschen ums Leben. »Schon in der Vergangenheit sind viele Kopten ausgewandert oder mussten fliehen«, berichtet Greiling. Zu ihren Ansprechpartnern in Deutschland gehört unter anderem Bischof Damian, der in Brenkhausen bei Corvey ein koptisches Kloster eingerichtet hat. »Weil wir zu ihm gute Kontakte pflegen und er über die Lage der koptischen Christen in Ägypten gut informiert ist, haben wir die koptische Kirche als Beispiel für Unterdrückung gewählt«, erklärt Christhard Greiling.

Flüchtlinge haben sich in Steinhagen taufen lassen

Auch unter den Flüchtlingen, die nach Steinhagen gekommen sind, gebe es einige, die wegen ihres christlichen Glaubens aus ihren Heimatländern fliehen mussten und von vielen anderen nicht-christlichen Flüchtlingen deswegen »schief angeguckt« würden, berichtet der Pfarrer. »Sechs Flüchtlinge aus dem Iran und Afghanistan haben sich in den vergangenen Jahren in Steinhagen taufen lassen.«

Ebenso sei die Taufe ein Thema im Gottesdienst am 25. Februar, der um 10 Uhr in der Dorfkirche beginnt: »Sie wird hierzulande leider oft recht gleichgültig gesehen. Doch vor dem Hintergrund von Unterdrückung, Gewalt und Bedrohung der Religionsfreiheit ist es in anderen Ländern eine sehr bewusste Entscheidung, sich als Christ taufen zu lassen«, betont Petra Isringhausen. Generell gehe es in dem Bittgottesdienst an jenem Sonntag um Frieden und Gerechtigkeit.

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