Mi., 07.03.2018

Wirtschaftsgespräch zum Fachkräftemangel mit 70 Gästen »Berufe erleben«

Bürgermeister Klaus Besser (3.v.l.) begrüßte in der Mensa (v.l.) IHK-Geschäftsführer Dr. Christoph von der Heiden, Unternehmerverbandschef Burkhard Marcinkowski, Gymnasiums-Schulleiter Stefan Binder, Heike Wulf von der Effizienz-Agentur NRW, MINT-Koordinator Andreas Frerkes vom Gymnasium und Vera Birthe Bratengeier von der IHK.

Bürgermeister Klaus Besser (3.v.l.) begrüßte in der Mensa (v.l.) IHK-Geschäftsführer Dr. Christoph von der Heiden, Unternehmerverbandschef Burkhard Marcinkowski, Gymnasiums-Schulleiter Stefan Binder, Heike Wulf von der Effizienz-Agentur NRW, MINT-Koordinator Andreas Frerkes vom Gymnasium und Vera Birthe Bratengeier von der IHK.

Von Annemarie Bluhm-Weinhold

Steinhagen  (WB). Der Fachkräftemangel droht zur Bremse für das Wachstum zu werden: Das zeigt die jüngste Standortumfrage unter Steinhagener Unternehmen ebenso wie der aktuelle Konjunkturbericht der IHK. Wie man ihm begegnen und vor allem Auszubildende werben kann, das war am Dienstagabend Hauptthema des »Steinhagener Wirtschaftsgesprächs 2018« in der Mensa.

Etwa 70 Gäste hatten sich zu der von der Gemeinde, der Industrie- und Handelskammer Bielefeld und dem Unternehmerverband Gütersloh initiierten Veranstaltung eingefunden – einige Unternehmer waren dabei ebenso wie viele Steinhagener Politiker. Zu den wichtigsten Erkenntnisse der Standortumfrage 2017 gehört, dass die heimischen Unternehmen neben der Breitbandversorgung und der Erreichbarkeit über die Straße vor allem die Verfügbarkeit von Fachkräften als wesentlichen Faktor für wirtschaftlichen Erfolg sehen.

Doch damit sind sie immer weniger zufrieden – ebenso wie mit der Ausbildungsreife von Jugendlichen und der Verfügbarkeit von Auszubildenden, machte IHK-Geschäftsführer Dr. Christoph von der Heiden deutlich – eine »Baustelle«, wie er sagte, auch in Steinhagen.

»Ausbildungsbotschafter» und weitere Kooperationen

Welche Maßnahmen die IHK selbst zur Werbung von Auszubildenden unternimmt, stellte IHK-Projektleiterin Vera Birthe Bratengeier vor. Vom Facebook-Blog über den Ausbildungsatlas bis zur die Lehrstellenbörse wird bereits viel getan, um Berufsvielfalt und Berufsbilder bekannter zu machen. Als »Ausbildungsbotschafter« berichten Azubis in Schulen von ihrer Arbeit und ihren Betrieben. Im Projekt »Kooperation IHK-Schule-Wirtschaft« wird auf langjährige und enge Zusammenarbeit gesetzt, um letztlich »passgenau« Auszubildende zu finden.

Doch scheint das Problem ein ganz anderes zu sein. »Viele Abiturienten legen sich noch nicht auf berufliche Perspektiven fest, sondern gehen erst einmal ins Ausland, machen ein Soziales Jahr oder anderes, um von der Schule wegzukommen«, sagte Gymnasiumsleiter Stefan Binder. Praktika, Berufsmessen, Info-Tage an der Uni und vieles mehr – die besten Erfahrungen aber hat die Schule mit Kooperationen gemacht, bei denen die Schüler ganz konkrete Erfahrungen in den Betrieben machen können: »Berufe erleben«, nannte Binder das.

Enge Zusammenarbeit bei »Jugend forscht«

MINT-Koordinator Andreas Frerkes gab Beispiele für Kooperationen wie den Aktionstag bei Jung Pumpen oder den Hörmann-Tag, wo Schülergruppen oder ein ganzer Jahrgang eine Firma und deren Technik kennenlernen. Mit Erfolg: Jedes Jahr fangen Steinhagener Gymnasiasten in beiden Unternehmen an. Experimentell in enger Kooperation: die Unterstützung von »Jugend forscht«- Projekten, für die etwa die Firmen Plasmatreat Steinhagen und Miele schon Technik und Know-How zur Verfügung gestellt haben – mit preisgekröntem Ausgang.

Weiteres Problem: die Verfügbarkeit von Gewerbeflächen

Die Verfügbarkeit von Gewerbeflächen in Steinhagen wird von den Unternehmen als ein Problem wahrgenommen, sagte Dr. Christoph von der Heiden zu einem weiteren Ergebnis der Standortbefragung. 33 Prozent der Firmen gaben an, sich in den nächsten Jahren vergrößern zu wollen.

Das Problem ist bekannt: »Wir haben zurzeit keine Flächen mehr im kommunalen Besitz, nur noch ein paar Reserveflächen in privater Hand«, bestätigte Bürgermeister Klaus Besser. Er wies auf die derzeit laufende Überarbeitung des Regionalplanes durch die Bezirksregierung hin, von dem die Gemeinde mit ihrem Flächennutzungsplan abhängig ist.

Vor 2022 wird es keine Neuausweisung geben können. Dann aber soll vor allem das Gewerbegebiet Detert, etwa 30 Hektar, erschlossen werden. Klaus Besser nannte zwei weitere Flächen, die bei der Regionalplanungsbehörde angemeldet sind: die eine westlich des Jückemühlenbaches zwischen Hörmann und der A33, die andere in Brockhagen südlich des Gewerbegebiets an der Horststraße.

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