Do., 17.05.2018

Hartmut Düfelsiek fordert »100« »Tempolimit ist das Mindeste«

Dirk Dobberkau in seinem Garten: 55,2 dBA zeigt das Messgerät an.

Dirk Dobberkau in seinem Garten: 55,2 dBA zeigt das Messgerät an. Foto: Annemarie Bluhm-Weinhold

Von Annemarie Bluhm-Weinhold

Steinhagen  (WB). Ihre Forderung ist deutlich: Tempolimit für die A 33 durch Steinhagen. Dirk Dobberkau und Hartmut Düfelsiek wohnen direkt an der Trasse, sind Nachbarn und Leidensgenossen, beide kommunalpolitisch aktiv – Düfelsiek bei den Grünen, Dobberkau in der CDU. Können sie für sich und viele andere Betroffene etwas erreichen?

Die Chancen etwas nachzubessern gehen gegen Null, ist Daniela und Dirk Dobberkau und ihren (Schwieger-)Eltern Renate und Wilfried Kampmann vom Landesbetrieb Straßen NRW mitgeteilt worden, wie sie selbst berichten. »Uns ist immer gesagt worden, man würde bei uns nichts hören«, sagt Daniela Dobberkau.

Tatsächlich pendelt sich das Schallmessgerät im Garten der Dobberkaus auf Werte um 55 dBA ein, fahren Lkw oder schnelle Pkw vorbei, liegen sie auch höher. Sicherlich ist die Messung nur eine Momentaufnahme, die zudem unterhalb der Grenzwerte liegt. 60 oder auch 70 dBA haben die Dobberkaus selbst schon per Handyapp gemessen.

Aufstockung des Walls auf eigene Kosten – abgelehnt

Aber den Dobberkaus geht es wie so vielen betroffenen Bürgern: »Straßen NRW hat uns mit der A 33 Lebensqualität genommen.« Damit hatten sie nicht gerechnet. Und: »Dafür werden wir auch nicht entschädigt.« Dirk Dobber­kau sieht das Haus einem massiven Wertverlust ausgesetzt.

Renate und Wilfried Kampmann wollten den drei Meter hohen Wall sogar auf eigene Kosten erhöhen. Das wurde abgelehnt.

»Heute ist es noch relativ leise. Ganz schlimm wird es bei Südostwind«, sagt Daniela Dobberkau. Dann trägt der Wind den Schall vom Wolfspfad, wo er, wie die Dobberkaus sagen, an der höheren Lärmschutzwand abprallt, direkt zu ihnen herüber.

Tempo 80 oder 100?

Tempo 80 fordert Dirk Dobberkau für die Autobahn. Denn erst das würde seiner Meinung nach auch die Geräusche der Lkw reduzieren.

»Ein Tempolimit ist das Mindeste«, sagt auch Hartmut Düfelsiek. Und das sollte bei 100 Stundenkilometern liegen: »Die unsägliche Linienführung ist schon Argument genug für Tempo 100.« Denn die Geräusche von sehr schnell fahrenden Pkw empfindet er als besonders belastend: »Hohes Tempo verursacht hohen Zusatzlärm.«

Vor allem, wenn sie unter der Brücke Queller Straße hindurchfahren: »Dann wird der Schall offenbar reflektiert, verstärkt sich und kommt zwischen der Brücke und der Oberkante des Walls zu uns herüber. Der Schallreflex der Reifen ist wie ein Pfeifen.« Den Lärmschutzwall auf Brückenniveau zu erhöhen, würde seiner Ansicht nach helfen.

Besonders viel Lärm im Gemüsegarten

Der Hof der Düfelsieks liegt 50 Meter von der Trasse entfernt an der Queller Straße. Am Haus fängt das Messgerät das Grundrauschen der Autobahn am Dienstagnachmittag bei Nordnordostwind mit etwa 55 dBA ein.

Bei Südostwind kommt der Lärm nicht nur von der Autobahn, sondern auch von der Rampe der Brücke Queller Straße. »Während es dort aber Zeiten gibt, in denen fast kein Auto fährt, brummt es von der Autobahn nun die ganze Zeit«, schreibt Hartmut Düfelsieks Mutter Marianne die Dauerbelastung. Besonders groß ist die ausgerechnet an ihrem Lieblingsort im Garten: in der Gemüseecke.

Passiven Lärmschutz hätte es nur für Schlafräume im Obergeschoss gegeben. »Aber unsere sind im Erdgeschoss«, so Hartmut Düfelsiek. Stiller ist es im Haus immerhin: »Man atmet richtig auf, wenn man von draußen kommt.«

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