Do., 17.05.2018

Heidi Hallmann und ihre Nachbarn an der Heidekampstraße fordern besseren Lärmschutz Selbst Minister Scheuer ist schon eingeschaltet

Die Nachbarn der Heidekampstraße: (v.l.) Isar Bekiowski, Lieselotte Stockhecke, Helga Kramme, Gabriele Waschlowski, Heidi und Hartmut Hallmann, Heidrun und Lothar Groß.

Die Nachbarn der Heidekampstraße: (v.l.) Isar Bekiowski, Lieselotte Stockhecke, Helga Kramme, Gabriele Waschlowski, Heidi und Hartmut Hallmann, Heidrun und Lothar Groß. Foto: Bluhm-Weinhold

Steinhagen/Bielefeld  (WB/anb). Keine 20 Meter ist das Haus von Heidi und Hartmut Hallmann von der Autobahn entfernt. Und ebenso wie ihre Nachbarn an der Heidekampstraße in Ummeln leben sie seit sechs Wochen mit einer ihnen unerträglich scheinenden Lärmkulisse der A33.

Die Siedlung liegt in einem ausgewiesenen Mischgebiet, die Grenzwerte sind bei 54 dBA nachts und 64 dBA tags. Heidi und Hartmut Hallmann haben 2004 bereits eine Einwendung gemacht, weil für ihr Haus die berechneten Werte zu hoch waren. Daraufhin wurde ihnen passiver Lärmschutz versprochen. »Tatsächlich ist aber nur eine Balkontür im Obergeschoss ausgewechselt worden. Das Fenster daneben und ein weiteres auf der gleichen Hausseite sind bestehen geblieben«, sagt sie.

Scheuers Ministerium noch in der Prüfung

Heidi Hallmann hat sich bei der Eröffnungsfeier an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer gewandt. Er versprach vor laufenden Kameras: »Wir prüfen das.« Aber: »Bisher habe ich noch nichts gehört«, sagt Heidi Hallmann. Das werde sie aber, versprach Scheuers Büroleiter Andreas Matthes gestern: »Wir sind da dran. Unsere Fachleute werden Frau Hallmann antworten.«

59,5 dBA ist am Montag der Messwert bei Nordostwind ohne besondere Spitzen vor dem Haus der Hallmanns, 50,9 dBA auf der anderen Hausseite im Garten. 52,2 dBA sind es bei ihrer Nachbarin Helga Kramme, deren Garten direkt am Fuße der Autobahn liegt.

Schon Gesundheitsbeschwerden durch den Lärm

»Fledermäuse werden geschützt, der Mensch nicht. Ein paar hunderttausend Euro mehr spielen in der Relation der Kosten dieser Autobahn doch keine Rolle«, sagt Heidrun Groß. Ihr Ehemann Lothar sieht sich mit Gesundheitsbeschwerden konfrontiert, die er auf den Stress durch den ständigen Lärm zurückführt. Er hat Flüssigkeit im Ohr.

Auch seine Nachbarin Gabriele Waschlowski sagt: »Ich trage Defibrillator. Mein Herz schlägt schneller.«

Petition an Ministerpräsident Laschet

Die Nachbarn der Heidekampstraße wollen sich nun an einer Unterschriftenliste mit Petition an Ministerpräsident Armin Laschet beteiligen, die die Ummelner Norbert Pohl und Armin Strüwe initiiert haben. Strüwes leben ohne Lärmschutzwände. 55,3 dBA sind es am Montagabend bei ihnen auf der Terrasse. Sie seien immer davon ausgegangen, dass sie angemessen geschützt seien. Die Lärmwerte sind bei ihnen, wie bei allen anderen, auf Grundlage von Prognosezahlen berechnet worden. »Damit soll man sich zufrieden geben? Das ist menschenunwürdig«, sagt Silke Strüwe.

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