Mi., 20.09.2017

Astrid Hauke schreibt und komponiert Lied über die Stadt Wenn Verl zur Melodie wird

Ein wichtiger Teil im neuen Verl-Lied: Das »V« haben Kinderliedautorin Astrid Hauke und eine Gebärdendolmetscherin als Zeichen für das Wort »Verl« eingeführt. Denn das Lied wird in Gebärdensprache übersetzt, während es heute präsentiert wird.

Ein wichtiger Teil im neuen Verl-Lied: Das »V« haben Kinderliedautorin Astrid Hauke und eine Gebärdendolmetscherin als Zeichen für das Wort »Verl« eingeführt. Denn das Lied wird in Gebärdensprache übersetzt, während es heute präsentiert wird. Foto: Kerstin Eigendorf

Von Kerstin Eigendorf

Verl (WB). Sie liebt Verl. Sie liebt Kinder. Sie liebt Musik. Das Ergebnis ist zwangsläufig: ein Lied über Verl für Kinder. Astrid Hauke hat ein Stück geschrieben und komponiert, dass zum Ohrwurm taugt.

Was ist Zuhause? Was bedeutet uns unsere Stadt? Was ist uns wichtig? Diese Fragen sind es, um die sich das neue Lied dreht, das am Mittwoch auf dem Pausenhof der Grundschule Am Bühlbusch uraufgeführt wurde.

Aber soviel ist schon klar: »Irgendwann wird es bestimmt am Telefon erklingen, wenn Menschen beim Anruf im Rathaus in der Warteschleife hängen«, sagt Verls Bürgermeister Michael Esken mit einem Augenzwinkern.

Besser bekannt als Clown Lieselotte Quetschkommode

Textdetails will die Kinderliedautorin Astrid Hauke – besser bekannt als Clown Lieselotte Quetschkommode – nicht verraten. Aber einige kurze Zeilen sind erlaubt. »Verl, ein guter Grund – Verl erleben und – verliebt in unsere Stadt« hat die 45-Jährige in den vergangenen Wochen mit Kindern aus den drei städtischen Kindertagesstätten gesungen. »Ich wollte testen, wie mein Lied bei Kindern ankommt«, erzählt sie. Das Ergebnis: »Sie haben begeistert mitgemacht.«

Wenn sie von ihren Besuchen in den Verler Kindergärten erzählt, muss sie an der einen oder anderen Stelle schmunzeln. »In Kaunitz habe ich die Kinder gefragt, in welcher Stadt sie wohnen. Sofort kam die Antwort: ›In Kaunitz natürlich.‹« Sie habe gelacht und dann gefragt, wie denn die Stadt um Kaunitz herum heiße. Wie aus einem Munde schallte es ihr entgegen: Verl! Diese Erlebnisse zeigten ihr, wie das eigene Leben und die eigene Stadt aus Kinderaugen wahrgenommen würden. Das greife das neue Lied auf.

Kleinen Kindern die Heimat näher bringen

Darum geht es auch dem Bürgermeister und der Stadt, die das Verl-Lied mit initiiert haben. »Identifikation mit der eigenen Stadt fängt schon im Kindergarten an«, sagt Michael Esken. Es solle in Kitas und Grundschulen »ein Stück Verl verwurzelt werden«. Das Lied sei dabei nur ein Mosaikstein.

Gleichzeitig arbeite die Stadt gemeinsam mit Astrid Hauke an einem pädagogischen Konzept. »Dabei gehe es darum, auch schon den kleinen Kindern ihre Heimat näher zu bringen.« Die Größeren könnten sich dann zum Beispiel damit beschäftigen, wie viele Einwohner Verl eigentlich hat oder in welcher Himmelsrichtung Sürenheide, Kaunitz und Bornholte überhaupt liege.

Zurück zum Verler Lied: »Es ist aus Heimatliebe entstanden«, betont Astrid Hauke. Und auch wenn sie ihren Lebensmittelpunkt inzwischen nach Bielefeld verlagern musste, fühlt sie sich nach vielen Jahren in Verl als Verlerin. Das Lied kommt wie sie selber sagt »sehr lebensfroh daher«. Es solle Kinder faszinieren und auch Erwachsenen Spaß machen. »Denn wenn wir selber Spaß haben, haben auch unsere Kinder Spaß«, ist die Musikerin überzeugt.

All’ das ist Verl

Das Lied lebt von Vergleichen. Was ist Verl für den Einzelnen? Diese Frage steht über allem. Die musikalische Antwort reicht von der »Luft im Cabriolet« über »Dauerlauf und Sprint« bis hin zur »Sonne«. All’ das ist Verl, heißt es intoniert.

Auf der Tonaufnahme des Verler Liedes erklingt eine Stimme, die einige bestimmt schon gehört haben. Der deutsch-kongolesische Musiker Christian Bakotessa hat einen Background-Part übernommen. Er hat 2012 im Finale der RTL-Show »Supertalent« gestanden und ist Zweiter geworden.

Welturaufführung mit Gebärdensprachdolmetscherin

Auf der Bühne steht bei der Premiere auch eine Gebärdendolmetscherin, die das ganze Lied übersetzen wird. Dazu weiß Astrid Hauke eine Geschichte zu erzählen: »Es gab keine Gebärde für das Wort Verl. Also haben wir kurzerhand eine eingeführt.« Jetzt steht ein mit Zeige- und Mittelfinger geformtes »V« für die Heimatstadt. Der Weltkindertag steht unter dem Motto »Kindern eine Stimme geben«. Was könnte da besser passen als die Welturaufführung eines Kinderliedes, das in Gebärdensprache übersetzt wird?

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