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Do., 07.12.2017

Bürgermeister erklärt das Scheitern der Vergleichsgespräche Sponsor springt ab

Diese Luftaufnahme vom Stadion an der Poststraße ist im Jahr 2016 entstanden.

Diese Luftaufnahme vom Stadion an der Poststraße ist im Jahr 2016 entstanden. Foto: Julian Heuking

Verl/Minden (WB/jst). Im Prozess um die Rechtmäßigkeit der Baugenehmigung für die Sportclub-Arena versuchen die Richter des Mindener Verwaltungsrichts gar nicht erst, die beiden Parteien zu einem Vergleich zu bewegen.

Gleichwohl merkt Rolf-Lutz Weidemann nach fast 45-minütiger Verhandlung an, dass die »Tür zur Einigung immer noch offen steht.« Die Stadt allerdings will nicht durch diese Tür – und Bürgermeister Michael Esken begründet dem Richter diese Entscheidung mit Verweis auf Gleichbehandlung.

Kommentar

Lässt sich die Stadt im Stadion-Streit auf ei­nen Vergleich mit klagenden Anliegern ein, dann öffnet sie anderen Bürgern für die Zukunft Tür und Tor wenn es um ähnliche Fälle geht. Für die Nachbarn der Poststraße ist es freilich so oder so zu spät. Die Fristen sind längst verstrichen. Allerdings will die Stadt den Sportplatz in Sürenheide umbauen – und auch dort sorgt Lärmschutz auf Aufregung in der Nachbarschaft. Die Stadt setzt also genau das richtige Zeichen. Allein: Es hätte auch deutlich früher kommen können. Julian Stolte

»Wir waren in den Vergleichsgesprächen schon sehr weit«, verrät Michael Esken am Dienstagmittag gegenüber der Ersten Kammer des Verwaltungsgerichts . Die Stadt sei auf diesem Weg jedoch nicht alleine »unterwegs gewesen«. Die Verwaltung und der Verein hätten die Zusage eines namentlich nicht genannten Verler Unternehmers gehabt, der sich im Falle einer Einigung an einer möglichen Zahlung beteiligt hätte. Der Stadtrat hätte diese Variante Esken zufolge auch abgesegnet.

Das Problem: Dieser Unternehmer sei nachher nicht mehr bereit gewesen, sich finanziell zu beteiligen. Weshalb? Dazu gibt der Bürgermeister vor Gericht keine weitere Auskunft.

So oder so: Die Stadt hätte den Betrag für die klagenden Stadion-Anliegerinnen jetzt selbst aufbringen müssen. Nach Informationen dieser Zeitung soll eine Zahlung in Höhe von 180.000 Euro im Raum gestanden haben, als die Politiker beschlossen, dass die Verler Stadtverwaltung die Vergleichsverhandlungen abbrechen sollte.

»Wir sind für den Vergleich auf einen Sponsor angewiesen. Jedoch haben wir den nicht«, sagt Esken. Im Sinne der Gleichbehandlung in Verl sei eine alleinige Zahlung der Stadt »schwierig«. »Daher können wir keine Bereitschaft für eine Einigung signalisieren«, sagt Esken kurz vor dem Ende der Verhandlung. Er wolle kein falsches Signal setzen. Schließlich gehe es aktuell auch an anderer Stelle im Stadtgebiet – nämlich am Sportplatz der Sürenheide – um das Aufregerthema Lärmschutz.

Kommentare

So nicht!

Wir haben gebaut in einer reinen Wohnsiedlung. Wir haben es geschluckt, als die Pferdewiesen verschwanden und ein Vereinssportplatz gebaut wurde. Dann kamen Tennisplätze dazu, ein Kleinspielfeld, ortsfremde Vereine, Verkehr, Lärm... Wir haben mit 3 Tage-Turnieren gelebt, Flutlicht und Lärm. Auch mit dem riesigen Lärmschutzwall direkt am Grundstück mussten wir uns anfreunden. Aber was ist das für eine Belastung? Anwaltskosten, Prozesse ,nachträglich geänderte Emmissionsgrenzen, quälende, jahrelange Wartezeiten auf Entscheidungen des VG Minden.... und aus der Küche der Blick auf den Erdhaufen...nichts wird an diesem "Deich" gepflegt, das Grünzeug wächst rüber, eingegeengt ist man und es schmerzt auch der Wertverlust der Immobilie. Jetzt soll der Wall nochmal um mehrere Meter (auf 8 m) aufgestockt werden, damit die Stadt Verl dieses irrwitzige Projekt einer Sport-und Freizeitanlage in einem Wohngebiet genehmigt bekommt. Das Lärmgutachten sieht es kritisch, der Bürgermeister will aber..... Und jetzt will man nicht einmal eine finanzielle Entschädigung für den Wertverlust und beeinträchtigte Lebensqualität leisten? Wer kauft denn so ein Haus? Ich kann mit den Anwohnern der Poststrasse mitfühlen und freue mich, daß sich in der Sürenheide eine Gruppe Anwohner zusammengefunden hat, um gegen diese Planungen anzugehen.
Es geht aber auch jeden Bürger in Verl an. Es werden hier Steuergelder verschleudert. Ein existierender Sportplatz wird aufwendig "gedreht", Beachvolleyballplätze, teuerer Lärmschutz muss gebaut werden. Ich verstehe es so: " Im Sinne der Gleichbehandlung in Verl sei eine alleinige Zahlung der Stadt »schwierig«." Nein , wenn die Stadt an zwei kritischen Stellen bauen will, muss sie beide Entschädigen. Die Lösung lautet nicht, wir entschädigen aus "Gleichheitsgründen" niemanden für erlittende Einbußen und Verluste. Will man nicht zahlen, dann hätte die Sportstätte Sürenheide auch z.B. am Freibad Verl gebaut werden können. Zentral gelegen und ohne Wohnsiedlung anbei.

1 Kommentare

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