Di., 02.01.2018

Verlerin Sabine Brummel fotografiert in Uganda und veröffentlicht Buch Weiße Frau als bunter Vogel

Während ihrer Rundreise hat Sabine Brummel viele Fotos gemacht, die das authentische Leben in Uganda zeigen. Ihren sehenswerten Fotoband hat sie eigenhändig erstellt und mit kurzen Erklärtexten versehen.

Während ihrer Rundreise hat Sabine Brummel viele Fotos gemacht, die das authentische Leben in Uganda zeigen. Ihren sehenswerten Fotoband hat sie eigenhändig erstellt und mit kurzen Erklärtexten versehen. Foto: Andreas Berenbrinker

Von Andreas Berenbrinker

Verl (WB). Was hat ein totes Kaninchen bloß mit einer Fotosafari durch Uganda zu tun? »Das ist eine ganz lustige Geschichte«, lacht Sabine Brummel. Die Verlerin reiste drei Wochen durch das ostafrikanische Land, hatte stets ihre Kamera griffbereit und veröffentlichte nun ein Buch mit eindrucksvollen und aussagekräftigen Fotos.

Der Fotoband mit zahlreichen Bildern aus Uganda zeigt Menschen in Alltagssituationen, Landschaften und natürlich auch Tiere wie Giraffen oder Zebras. Während der Haupttitel mit »Eine Reise durch den Südwesten von Uganda« eher sachlich-nüchtern wirkt, weckt der Untertitel »Der Dead Rabbit Trip« Neugier. Was ist denn da passiert?

Überfahrenes Tier wird zum Running Gag

Sabine Brummel (45) lacht. »Das war eine ganz amüsante Geschichte, obwohl dabei ein Kaninchen gestorben ist.« Während ihrer Rundreise durch Uganda hat ihr Fahrer Chris (26) laut seiner Aussage zum ersten Mal in seinem Leben ein Tier totgefahren. »Ihm war das sichtlich unangenehm und um die Spannung zu lösen, habe ich vom ›Dead Rabbit Trip‹ gesprochen«, sagt Brummel. Dies sei dann während der gut dreiwöchigen Rundreise zum Running Gag geworden.

Eine Tour auf einem Motorradtaxi (»Bodaboda«) gehörte zu den Höhepunkten während der Reise. Foto: privat

Sabine Brummel, in der Verler Fotogruppe aktiv und somit mit einem Faible für die Fotografie ausgestattet, hatte sich schon vor ihrer Reise nach Afrika vorgenommen, einen Bildband herauszubringen. »Es ging mir um Situationen, die typisch für das Land sind und Menschen in ihrem täglichen Leben zeigen«, sagt die gelernte Volkswirtin, die bei Diebold-Nixdorf in Paderborn arbeitet.

Besonders erwachsene Menschen seien in Uganda zuweilen zwar fotoscheu, aber dennoch ist es Sabine Brummel gelungen, viele Frauen und Männer sowie Kinder vor die Linse zu bekommen. Die Fotos zeigen Menschen, die Lasten auf Köpfen tragen, die mit deutschen Nähmaschinen hantieren, die längst nicht mehr hergestellt werden, oder die am Straßenrand kochen. Besonders geschmeckt hat Sabine Brummel eine Art Pfannkuchen, der gerollt und aus der Hand gegessen wird. »Das Gericht heißt Rolex und war besonders lecker.«

Erschütternde Zustände in den Slums von Kampala

Ganz bewusst wollte Sabine Brummel den Alltag in Uganda erleben, und so gehörte ein Besuch der Slums von Kampala für sie dazu. Brummel: »Das war gleichermaßen beeindruckend wie erschütternd.« Die Verlerin hat es hier vermieden, viele Fotos zu machen. »Das gehört sich einfach nicht«, sagt Sabine Brummel.

Uganda-Projekte besichtigt

Während ihrer Rundreise durch Uganda hat Sabine Brummel auch vier Krankenhäuser besucht, die von der Verler Ugandahilfe unterstützt werden. »An jeder Station wurde mir versichert, wie wichtig die Hilfe aus Verl sei«, so Brummel, die viele ausrangierte Krankenhausgegenstände oder Einsatzfahrzeuge aus Europa gesehen hat. Während das Kinderkrankenhaus in Mbarara in einem sehr guten Zustand sei, sei bei den Spitalen in Kyhamuhunga, Masaka und Ibanda der Mangel sichtbar. »Es ist alles gepflegt und sauber, aber halt auch sehr alt«, so Sabine Brummel, der es wichtig ist, die Ugandahilfe mit ihrem Buch zu unterstützen.

Das Land sei sehr arm, »auch wenn es Länder gibt, die sicherlich noch schlechter dran sind«. Brummel: »Es gibt ganze Dörfer ohne Strom und fließendes Wasser.« Das Handy habe sie beim Dorfältesten aufladen können, der eine Solarstation besaß, die Zapfstellen für sauberes Wasser seien kilometerweit entfernt gewesen. »Die Menschen laufen sowieso sehr lange Strecken zu Fuß«, so Brummel.

Wertvolle Tipps für ihre Tour hat sie von der Verler Ugandahilfe bekommen. »Es war mir zum Beispiel gar nicht bewusst, dass in Uganda Linksverkehr herrscht.« Erst nach dieser Information habe sie sich entschieden, das Land in Begleitung eines Fahrers zu erkunden.

Landeskunde aus erster Hand

Brummel: »Und das war auch sehr gut so. Ich habe so viele Geschichten und Eigenarten des Landes aus erster Hand erfahren. Mein Fahrer hat mir auch eindrucksvolle Begebenheiten aus seinem Leben erzählt.«

Gewöhnen musste die Verlerin sich zunächst daran, von den Einheimischen förmlich angeglotzt zu werden. »Das ist schon extrem, zeigt aber auch wie sich dunkelhäutige Menschen hier oft fühlen müssen«, so Brummel. Der Tourismus sei in Uganda nicht sehr ausgeprägt. »Da ist man als weiße Frau schon ein bunter Vogel.«

Das Fotoband ist für 35 Euro in der Buchhandlung Pegasus erhältlich. Zehn Euro gehen direkt an die »Humanitäre Hilfe für Uganda« in Verl. Bestellt werden kann das Buch zudem noch per E-Mail unter der Adresse Sabine_Brummel@web.de oder telefonisch unter 05426/4880. Zum normalen Preis von 35 Euro kommen dann 2 Euro Versandkosten.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5394165?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516081%2F