Do., 15.02.2018

Martin Bokel eifert seinem Vater auf der Kaunitzer Bühne nach Alles wegen Papa

In der gemeinsamen Wohnung freut sich Martin Bokel von der Laienspielschar der Kolpingsfamilie Kaunitz darüber, dass seine Freundin ihn bei seinem Hobby unterstützt.

In der gemeinsamen Wohnung freut sich Martin Bokel von der Laienspielschar der Kolpingsfamilie Kaunitz darüber, dass seine Freundin ihn bei seinem Hobby unterstützt. Foto: Manuela Fortmeier

Von Manuela Fortmeier

Verl (WB). Wenn Martin Bokel schelmisch lacht, ist sofort klar: ganz der Papa. Das Nachwuchstalent tritt bei der Kaunitzer Laienspielschar in die Fußstapfen seines Vaters Klaus Bokel. Und damit liegt die Messlatte hoch.

»Na, Sonja, Sie geile Granate, wie wäre es denn mit uns«, baggert Karl-Wilhelm Schlenker die Empfangsdame in der Kurklinik an. Und das, obwohl seine Freundin daneben steht. Die hat nicht einmal etwas dagegen. Im Gegenteil. Sie feuert ihn sogar an und sagt: »Perfekt«. Unglaublich, könnte man denken. Aber: Karl-Wilhelm Schlenker heißt im wirklichen Leben Martin Bokel. Und das, was er sagt, ist eine Passage seines Textes aus dem Luststück »Kurklinik Rosenau«, den er während der Aufführungen der Laienspielschar der Kolpingsfamilie Kaunitz auf die Bühne bringt (Premiere am 24. Februar).

Er will auf der Bühne »richtig gut sein«

Nach seiner Premiere im vergangenen Jahr steht der 28-Jährige in diesem Jahr bereits ein zweites Mal als hochgehandeltes Nachwuchstalent auf der Bühne. Und sein Talent, seine Mimik, seine Art, Menschen zum Lachen zu bringen, seine Spontanität und sein Humor: Das alles hat er von seinem Vater Klaus Bokel in die Wiege gelegt bekommen. Bis vor zwei Jahren hatte dieser selbst 40 Jahre lang aktiv als humorvolles Multitalent bei der Kaunitzer Spielschar auf der Bühne gestanden, war er unzählige Male in urkomische Rollen geschlüpft.

Heute ist er für seinen Sohn »ein wichtiger und ehrlicher Kritiker« und oft bei Proben im Kaunitzer Krug dabei. »Mein Vater und ich sind uns sehr ähnlich«, sagt Martin Bokel. Wer ihn schelmisch lachen sieht, weiß, dass er das nicht einmal hätte sagen müssen.

Immer wieder läuft Martin Bokel auf dem Flur der Wohnung auf und ab. In der Hand ein Buch, das Drehbuch. Der Kaunitzer ist nicht etwa nervös, sondern übt »so wie mein Vater es auch immer gemacht hat« beim Rumlaufen. »Ich kann dabei nicht still sitzen, ich muss mich bewegen, auch schon mal in die Rolle hineinfühlen, mal die eine oder andere Geste probieren«, sagt Bokel. Und dann ist er von einer zur anderen Sekunde plötzlich der Bauernsohn Karl-Wilhelm. Schwupp, den Strohhut aufgesetzt, gibt er den jungen Mann, der in der Kurklinik vom Frauenheld Andy gelernt hat, dass es auch schöne Seiten des Lebens gibt. Immer wieder übt er seine punktgenauen Einsätze. Er will auf der Bühne »richtig gut sein«.

»Die Menschen zum Lachen bringen, bis sie sich nicht mehr halten können«

Die Messlatte ist mit seinem Vater Klaus Bokel ziemlich hoch und auch Martin Bokel will vor allem eines: »Die Menschen zum Lachen bringen, bis sie sich nicht mehr halten können«. Genau das sei auch der Hauptgrund, warum er in die Fußstapfen seines Vaters getreten sei. »Wir verstehen uns sehr gut, haben denselben Humor und wollen uns aus der gegenseitigen Achtung heraus nichts wegnehmen oder verglichen werden«, sagt Bokel.

»Als kleine Dötze haben wir während der Probenabende auf der Bühne gespielt, die Freude unserer Eltern miterleben dürfen«, erinnert er sich. In einem Jahr hätten sie die Texte so gut beherrscht, dass sie als Kinder den Eltern das Stück vorgespielt hätten, erinnert sich der gelernte Sozialversicherungsfachangestellte.

Eins steht zweifellos fest: In Kaunitz wird man nicht in die Spielschar eingeführt, sondern von Generation zu Generation hineingeboren.

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