Mo., 05.03.2018

Kolpingtheater liefert hollywoodreife Vorstellung ab Roter Fummel für den Pfarrer

»Das perfekte Brautkleid«: Die Brauteltern alias Ulrike Schönau (von links) und Sebastian Hensler sind vor den neugierigen Blicken und Fragen ihrer Nachbarin Frau Blicker (Maria Schröder) nicht sicher.

»Das perfekte Brautkleid«: Die Brauteltern alias Ulrike Schönau (von links) und Sebastian Hensler sind vor den neugierigen Blicken und Fragen ihrer Nachbarin Frau Blicker (Maria Schröder) nicht sicher. Foto: Andreas Berenbrinker

Von Andreas Berenbrinker

Verl (WB). In der vergangenen Nacht wurden in Los Angeles die »Academy Awards« verliehen. Diese Zeitung verleiht einige Verler Oscars an die Theatergruppe der Kolpingsfamilie, die sich mit ihrem Stück »Das perfekte Brautkleid« einen Stern auf dem Ölbach-Boulevard verdient hat.

Beste Regie

Hedwig Lükewille und Helmut Arens übernahmen die Gesamtleitung für die Komödie aus der Feder von Heidi Mager. Christa Ecker möchte das perfekte Brautkleid für ihre Tochter Martina anfertigen, kann aber gar nicht nähen. Als der Brautvater Otto das Kleid auch noch mit Farbe ruiniert, muss der weiße und hässliche Fetzen verschwinden und wird in einer Tüte versteckt. Gleichzeitig möchte Pfarrer König seine Kleidung abholen, die von Christa Ecker gewaschen und in eine Tüte verstaut wurde. Als dann Bräutigam Gerd einen aufreizenden roten Fummel für die Hochzeitsnacht noch schnell verstecken muss, liegt die Tüte für den Pfarrer gerade parat. Das Tohuwabohu nimmt seinen Lauf und wird durch den Besuch von Gerds Ex-Frau Erika nicht gerade abgemildert.

Beste Hauptdarsteller

Sebastian Hensler und Ulrike Schönau glänzen in ihrer Rolle als Brauteltern. Schönau als resolute Hausfrau mit Omma-Kittel kann überhaupt nicht nähen, vertuscht dies aber auf geniale Weise. In der Ehe hat sie eindeutig die Puschen an. Hensler überzeugt als Kleidermodel, ist sich für die sichtbare Hässlichkeit nicht zu schade und trägt seine Frau nicht auf Händen. »Dann hätte ich ja einen Bandscheibenvorfall.« Dass er unter einen »Gürtelklappsyndrom« leidet, ist ihm dabei bewusst. Sein Bauch klappt halt über den Gürtel.

Beste Nebendarsteller

Katharina Strieker und besonders Simon Jakobi gehen in ihren Rollen als Brautleute Martina und Gerd total auf. Beide spielen äußerst affektiert und überspitzt, wobei auch hier die Frau die heimliche Chefin in der Beziehung ist. Deutlich wird dies, als die Braut beschließt, dass man drei Tage vor der Hochzeit in getrennten Betten schlafen muss. Ein Horrorszenario für den Bräutigam, der sich zwar als selbstverliebter Pfau zeigt, gleichzeitig aber einen Stock im Allerwertesten hat. Als er bemerkt, dass der Pfarrer die rote Reizwäsche hat und seine Ex-Frau bei der Hochzeit dabei ist, fühlt Gerd sich »kurz vor der Hinrichtung.«

Bester Newcomer

Einen äußerst komischen Eindruck macht Theaterneuling Klaus Bockholt als Pfarrer König. Er füllt die Rolle herrlich aus, überzeugt durch einzigartige Mimik sowie Gestik und freut sich natürlich über die süße rote Überraschung in seiner Tüte. Ein klarer Gewinn für die Theatergruppe.

Familien-Oscar

Kirk und Michael Douglas, Will und Jaden Smith, Raimund und Hendrik Diermann. Die beiden Verler treten in die Fußstapfen berühmter Vater-Sohn-Schauspieler. Auch auf der Verler Bühne spielen die Diermanns Papa und Filius. Vater Raimund ist leicht überfordert mit seinem Sohnemann und dessen Bruder (Niklas Merz), die ihm auf dem Kopf herumtanzen. Es bleibt zu hoffen, dass es daheim bei den Diermanns nicht ganz so extrem ist.

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