Di., 06.03.2018

Kabarett im Gymnasium: Zuschauer hätten gerne weitergelacht Zwei Stunden Flirtunterricht

Kriszti Kiss und Stefan Keim während eine improvisierten Bettszene. Beide spielen ein älteres Ehepaar, dem das Gedächtnis bisweilen Streiche spielt. Er steht auf und weiß dann schon nicht mehr, was er will.

Kriszti Kiss und Stefan Keim während eine improvisierten Bettszene. Beide spielen ein älteres Ehepaar, dem das Gedächtnis bisweilen Streiche spielt. Er steht auf und weiß dann schon nicht mehr, was er will. Foto: Renate Ibeler

Von Renate Ibeler

Verl (WB). Sie brüllen sich an und springen sich an den Hals. In ihrem Programm »Kiss me Keim« wird der ganz normale Wahnsinn in der Beziehung zwischen Mann und Frau geboten.

Das Publikum war hartnäckig. Zwei Zugaben mussten die Kabarettisten Kriszti Kiss und Stefan Keim an ihr unterhaltsames Programm anhängen. Nach zwei Stunden Flirtunterricht und einer Pause waren die 80 Besucher noch nicht müde. Im Gegenteil. Sie hätten am Freitagabend im Gymnasium gerne noch weitergelacht.

»Kiss me Keim« heißt das Programm, in dem die Beziehung zwischen Mann und Frau im Mittelpunkt steht. Wie man den Raum mit dem Geist des Flirtens füllt, demonstrieren die Schauspieler gleich zu Beginn des Abends und beziehen das Publikum ein. Ein Besucher darf als starker Mann für »Kristi« eine Flasche Wasser öffnen und »Stefan« macht einer hübschen Zuschauerin Komplimente. »Spüren Sie jetzt das Tier in sich?«, fragte die Kabarettistin.

Ob Zitteraal, Leopard oder Meerschweinchen: Jeder Mensch hat so ein Tier in sich, behauptet die Expertin. Die temperamentvolle Ungarin entpuppt sich während des Programms als exzellente Sängerin. »Bei ihm werde ich schön« lautet zum Beispiel der Song über einen Schönheitschirurgen. »Habe ich ‘ne Depression, dann hilft mir Silikon«, trällert Kriszti und strapaziert die Lachmuskeln der Zuhörer.

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»Sind erst weg die Flusen, dann öffnen sich die Blusen.«

Stefan Keim

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Auch Stefan Keim beweist musikalisches Können. Er begeistert besonders als Dichter aus dem Sauerland mit dem aus eigener Feder gereimten Beitrag über Dr. Faust und den Teufel. Dieser habe bei den Frauen im Sauerland als Staubsaugervertreter Erfolg, behauptete Keim. »Sind erst weg die Flusen, dann öffnen sich die Blusen«, verrät er. Sehr zur Freude der Zuhörerinnen und Zuhörer. Die halten sich die Bäuche vor Lachen.

Das Kabarett-Duo hat schon vor zwei Jahren das Publikum in Verl begeistert. Der Musik- und Kulturverband und die Gleichstellungsstelle der Stadt werden die Stimmungskanonen mit Sicherheit noch einmal einladen. Dafür hat auch eine echte und nicht gespielte Panne zum Weglachen gesorgt.

In dem Sketch »Blind Date« soll die wütende Kriszti ihrem Kollegen einen kleinen Spritzer Wasser aus einem Glas ins Gesicht schütten. Was sie wohl nicht gesehen hatte: das Glas Wasser war fast voll und ihr Kollege anschließend klatschnass. Besser kann Unterhaltung wohl kaum gelingen. Den Dauerapplaus haben sich die Künstler redlich verdient.

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