Mo., 16.04.2018

Schauspieler Michael Trischan präsentiert in Verl Programm mit Humor und viel Gefühl Vom Wahnsinn der Pubertät

Verl (WB/mah). Der Schauspieler nähert sich dem Wahnsinn der Pubertät mit viel Humor und Musik, denn Lachen ist bekanntlich die beste Medizin. Am Samstag präsentierte Michael Trischan sein Bühnenprogramm »Windeln, Pickel, Psychiatrie« im Gymnasium Verl.

Der Arztkittel musste in Leipzig bleiben, denn Michael Trischan, bekannt als Dr. Brenner aus der ARD-Serie »In aller Freundschaft«, wagte sich an ein ganz besonderes Übel: die Pubertät. Eltern wissen, dass gegen diesen Wahnsinn keine herkömmlichen Arzneimittel wirken. Als Kevin Pacholzak und Johannes Dau mit Klavier und Klarinette mit Kinderliedern den Abend einleiten, werden bei so manchen Besuchern Erinnerungen an längst vergangene Zeiten wach, als die Kinder noch mit einem sprachen und man noch nicht wusste, was auf einen zukommen würde. Doch dann unterbricht Trischan die nostalgischen Gefühle und nimmt einen mit auf eine Reise durch die Irrungen und Wirrungen des Erwachsenwerdens. »Wenn Sie ein Kind haben wollen«, so beginnt er, »dann sind ruhige Abende mit erholsamen Büchern passé, Sofas verwandeln sich in Trampoline.«

Eltern durchleben noch einmal Elternabende auf Zwergenstühlen, verzweifelte Weckversuche und die erste leere Weinflasche im Garten. Trischan trägt mit viel Gefühl Texte von Jan Weiler, Amelie Fried und anderen Autoren vor und spannt einen großen Bogen: von Paaren, die noch keine Kinder haben, bis zu denen, wo die Kinder aus dem Haus sind. Er erzählt von Selbstgesprächen der Eltern, die nur noch von einem Hochziehen der Augenbraue kommentiert werden: »Wie war es in der Schule?« »Ganz ok.« Dann: »Gibt’s was Neues?« »Alles so wie immer.«

Zeit für Autogramme

Er erzählt, wie die Eltern peinlich, die Schule langweilig und alte Hobbys doof werden. Wichtig ist nur noch, was die Clique macht. Zu Hause knallen die Türen, und ständig gibt es Streit um nichts.

Lilly Pribsch (13) weiß, wie es ist, wenn die Eltern beginnen komisch zu werden und kein Verständnis für den bitter nötigen Schlaf zu haben scheinen. Fritz Werneke hat die Verwandlung der Kinder vom Schreihals zum Kotzbrocken gleich drei Mal durchlebt und meint: «Viele Situationen haben wir auch mitgemacht und es tut gut, nun darüber lachen zu können.«

In der Pause ist Zeit für Autogramme, Fotos und ein Pläuschchen mit dem Schauspieler. So zeigt sich: Geteiltes Leid ist halbes Leid. Eine Lehrerin aus Gütersloh ermutigt: »Die siebte bis neunte Klasse ist schon schlimm, aber mit der Oberstufe kehrt auch langsam das Interesse zurück. Man muss nur kreativ sein und darf sich nicht entmutigen lassen.«

Trischans Fazit nach gut einstündigem Lacherfolg: »Kinder können ein Segen im Alter sein, und sie sorgen dafür, dass man es ganz schnell erreicht!«

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