Di., 17.04.2018

Korrespondent und Papstkenner Andreas Englisch lockte 500 Besucher ins Pädagogische Zentrum Verl Hinter den Kulissen des Vatikans

Kirchenklatsch aus erster Hand, unterhaltsam und informativ aber ohne wirklich neue Erkenntnisse lieferte Andreas Englisch am Samstagabend im Pädagogischen Zentrum. 500 Zuhörer waren gekommen.

Kirchenklatsch aus erster Hand, unterhaltsam und informativ aber ohne wirklich neue Erkenntnisse lieferte Andreas Englisch am Samstagabend im Pädagogischen Zentrum. 500 Zuhörer waren gekommen. Foto: Renate Ibeler

Von Renate Ibeler

Verl (WB). VHS-Leiter Josef Lieneke konnte am Samstag rund 500 Besucher im Pädagogischen Zentrum der Gesamtschule begrüßen. »Unsere Veranstaltungen finden sonst in den Räumen der Kreissparkasse statt, aber da hätten wir nicht alle Interessierten unterbringen können«, sagte er.

Hintergrund

Um Italienisch zu lernen, kam Andreas Englisch als junger Journalist in den 1980er Jahren nach Rom. Doch das Geld ging ihm aus, und zugleich suchte eine englischsprachige Zeitung einen Vatikan-Experten. Obwohl er freimütig zugab, sich mit Kirchenthemen nicht auszukennen, bekam er den Job – dass er in seiner Heimatstadt Werl Messdiener gewesen ist, genügte offenbar als Qualifikation. Im Laufe der Jahre wandelte er sich vom Papstskeptiker zum gläubigen Christen. Auf Auslandsreisen begleitete er Johannes Paul II., ebenso wie seinen Nachfolger Benedikt XVI., dessen Rücktritt er Monate zuvor voraussagte.

Zu Gast war der bekannte Vatikankorrespondent und gebürtige Werler Andreas Englisch. In seinem 90-minütigen Erzähl-Vortrag nahm er die Zuhörer mit nach Italien in den Vatikan und verriet so manches Papst-Geheimnis.

Dazu gehörten an erster Stelle die menschlichen Eigenschaften und Charaktere der scheinbar unnahbaren Heiligkeiten. Englisch berichtete über drei Päpste, die er während seiner Tätigkeit als Korrespondent kennen gelernt hatte.

Der Erzähler plauderte aber auch über sich selbst. In einer Kurzbiografie erfuhren die Zuhörer, dass er eigentlich durch Zufall im Vatikan gelandet war und früher mit der katholischen Kirche und dem christlichen Glauben nichts am Hut hatte.

Besonders spektakulär war der Kirchenklatsch nicht, den der Vatikankenner zu Gehör brachte. Zu erfahren, dass Papst Franziskus sich weigert, in eine Staatskarosse einzusteigen, dass er seinen Wäschesack persönlich zur Wäscheabteilung bringt oder dass er ohne Fahrstuhlmann Fahrstuhl fahren kann, ist sicher ganz unterhaltsam, aber nicht unbedingt wissenswert gewesen.

Auch, dass der Vatikankorres­pondent während einer Reise nach Brasilien in Boxershorts unplanmäßig im Meer baden war und in dieser Zeit seine Sachen gestohlen wurden, war nicht der große Brüller.

Gott und Religion nur am Rande

Die Geistergeschichte über das ständig dreckige Fenster während des Papstbesuches kam dann auch noch etwas unglaubwürdig daher, denn der Papst entpuppte sich darin selbst als unerklärliches Phänomen. Seine allmorgendlich an die Fensterscheibe gedrückte Wange – um den Sonnenaufgang besser zu sehen – soll der Grund für die unerklärliche Verschmutzung gewesen sein, erzählte Englisch.

Von Gott und Religion war in dem ganzen Vortrag nur am Rande die Rede. Schön war zum Abschluss der ausführliche Bericht über den Verlauf des Weltjugendtages, der 2013 in Rio de Janeiro stattgefunden hatte.

Dem Publikum gefiel’s. Es bedankte sich mit viel Applaus. Am Büchertisch hatten die Besucher Gelegenheit, sich eines der Bücher von Andreas Englisch signieren zu lassen und es zu erwerben.

Kommentare

Käseblatt über Bestsellerautor

Es ist amüsant zu lesen, wie sich "Reporter" eines Käseblattes über eine Bestsellerautoren auslassen. Herr Englisch ist ein Vatikanexperte und mit seinen authentischen und herzlichen Geschichten über den Vatikan bekannt geworden. Der Abend in Verl war sehr amüsant. Kenner und Leser von Herrn Englisch kamen zu dieser Veranstaltung aufgrund der humorigen Geschichten. Dass sich ein Schreiberling eines grade mal regional bekannten Kartoffelzeitung darüber auslässt, die Erzählungen eines Bestsellerautors seien "nicht der große Brüller" oder "nicht unbedingt wissenwert" entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Kommen Sie mit Ihrem neidvollen Geschreibe erstmal an diese Auflagen und Fangemeinde... Dann dürfen Sie auch bei den großen mitreden.

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