Do., 17.05.2018

Projekt zur Reaktivierung der alten TWE-Strecke nach Hövelhof wird geprüft Regionale 2022: Verler Idee eingereicht

Hier – zwischen Hövelhof und Verl – könnten irgendwann autonom fahrende Züge (ohne Lokführer) fahren.

Hier – zwischen Hövelhof und Verl – könnten irgendwann autonom fahrende Züge (ohne Lokführer) fahren. Foto: Kerstin Eigendorf

Von Kerstin Eigendorf

Verl (WB). Jetzt ist es plötzlich ganz schnell gegangen. Um die Fristen einzuhalten, ist die Projektidee zur Reaktivierung der alten TWE-Strecke von Verl nach Hövelhof in dieser Woche eingereicht worden. Nun wird geprüft, ob sie ein Regionale-Projekt wird.

Eigentlich hatten die Beteiligten den 15. September als Stichtag zum Einreichen des Steckbriefs bei der OWL GmbH anvisiert. Diese prüft alle Projektideen, die für das Strukturentwicklungsprogramm Regionale 2022 in Ostwestfalen-Lippe infrage kommen. Weil es dann aber zu spät gewesen wäre, um das neue Förderprogramm »Mobilität« der NRW-Landesregierung zu erreichen, ist das Projekt »Zukunftsbahn OWL« (»Future Rail OWL«) bereits am 15. Mai eingereicht worden.

Wie berichtet, sieht die Projektidee vor, die 13,4 Kilometer lange Strecke zwischen Verl und Hövelhof wieder zu befahren. Allerdings nicht mit herkömmlichen Zügen, sondern mit kleinen, autonom fahrenden Zügen (ohne Lokführer). Diese sollen durch lokal erzeugte regenerative Energie betrieben werden. Die Projektbeteiligten – Stadt Verl, Gemeinde Hövelhof, Kreis Gütersloh, künftig vielleicht auch der Kreis Paderborn, mit dem Gespräche laufen – sehen die Projektidee als eine »ideale Ergänzung zur bereits beantragten Reaktivierung der Strecke Harsewinkel/Verl/Gütersloh«.

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»Die Politik entscheidet, ob das Projekt angehalten oder weiterverfolgt wird.«

Bürgermeister Michael Esken

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Der jetzt eingereichte Prüfantrag als Regionale-Projekt bedeutet nicht die direkte Umsetzung. Darin geht es erst einmal darum, eine Machbarkeitsstudie durchzuführen. Diese beziffern die Projektbeteiligten auf etwa 400.000 bis 500.000 Euro. Der Großteil wird für die Studie an sich verwendet werden, der kleinere Teil für Aufträge an externe Firmen, die Fahrgasterhebungen oder Befragungen durchführen. Sollte es ein Regionale-Projekt werden und somit besseren Zugang zu Fördertöpfen erhalten, könnte es zu 90 Prozent gefördert werden.

Die Beteiligten nennen den Steckbrief »einen ersten Meilenstein«. Albrecht Pförtner, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Gütersloh (Prowi Gütersloh), nennt das autonome Fahren ein »absolutes Zukunftsthema« und der Wirtschaftsförderer Hövelhofs, Thomas Westhof, bezeichnet es als »wahnsinnig spannendes Projekt, in dem Potenzial sitzt«. Verls Bürgermeister Michael Esken freut sich, dass »die Arbeit der letzten Wochen jetzt zum ersten Mal Anerkennung erfährt«.

Jetzt gilt es, die politischen Gremien zu beteiligen. Verl und Hövelhof erarbeiten gerade entsprechende Anträge. »Aufgrund des Zeitdrucks – am 8. fiel die Entscheidung, früher einzureichen und am 15. musste es passiert sein – erfolgt das nun leider erst nach dem Einreichen. Aber es bleibt dabei: Die Politik entscheidet, ob das Projekt angehalten oder weiterverfolgt wird«, sagt Esken. In der nächsten Verler Hauptausschuss-Sitzung soll es Thema sein.

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