Di., 23.01.2018

Das Sichtbarmachen des Unsichtbaren in Ausstellung von Winfried Becker in Galerie et »Kunst ist Sonne für die Seele«

Fotoausstellung von Winfried Becker in Galerie et: Dr. Rolf Westheider, der die Einführungsrede hielt, Winfried Becker sowie dessen ehemaliger Lehrer am CJD Versmold, Ingo Achtelik, der viel Einfluss am Beginn der Künstlerkarriere hatte.

Fotoausstellung von Winfried Becker in Galerie et: Dr. Rolf Westheider, der die Einführungsrede hielt, Winfried Becker sowie dessen ehemaliger Lehrer am CJD Versmold, Ingo Achtelik, der viel Einfluss am Beginn der Künstlerkarriere hatte. Foto: Petra Kramp

Von Petra Kramp

Versmold (WB). Die beeindruckende und ungewöhnliche Fotoausstellung »bergen und hüllen« von Winfried Becker bildet den Jahresauftakt in der am Wochenende gut besuchten Versmolder Galerie et.

»Und das soll Kunst sein?«, fragt provokativ und gleichsam voller Bewunderung Dr. Rolf Westheider, Historiker und Stadtarchivar in seiner Laudatio. Nachdem Hans-Ulrich Henning und drei seiner Jungs aus dem CJD Kammerchor als Barbershop-Version a capella »Mr. Sandman, bring me a dream« zum besten gegeben haben. Und es ist genau das. Das Träumen. Das Träumen des Sichtbar-Machen im Unsichtbaren.

Denn Becker schwingt nicht den Pinsel, um Kunst zu schaffen, er komponiert seine Fotokunstwerke an seinem Computer, setzt sie aus einen oder mehreren Fotos zusammen, aber nicht als herkömmliche Collage. Und die tatsächliche Technik dahinter bleibt sein Geheimnis. Und soll auch sein Geheimnis bleiben, wenngleich er bekennt: »Alle Bilder sind Unikate und genau so, würde ich sie niemals wieder hinbekommen.«

Zwei CJD-Lehrer waren entscheidende Impulsgeber

Digital verfremdete, bisher so noch kaum bet(r)achtete Fotokunst. Winfried Berger entfremdet, verfremdet, hüllt und verhüllt, umhüllt, das heißt hebt hervor, birgt, verbirgt. Alles zugleich. Fragmente des Ursprungsfotos lugen unter Umständen ansatzweise hervor. Meistens jedoch nicht. »Eine vermeintlich schlechte Auflösung, die gewollte grobe Verpixelung, das ist genau das, was mich reizt«, erklärt der 49-Jährige, der vor 35 Jahren am CJD Gymnasium Versmold dank seiner damaligen Lehrer Johannes Schepp und Ingo Achtelik die Freude an der Kunst entdeckte.

»Johannes war so was wie mein ideeller Lehrer, Ingo der mehr pragmatische. Letzterer schleppte mich mit zur Kunsthochschule. Drang darauf, mich zu bewerben. Und Johannes weckte erstmals mein Kunstverständnis.«

Eine Ausstellung in der Galerie et war immer Beckers Wunsch

Becker strebte immer genau das an: Einmal selbst in der Galerie et seine Kunst ausstellen. Er wohnt in Leichlingen und mit fast 50 Jahren stellte er nun tatsächlich hier aus. Dr. Rolf Westheider ist mehr als beeindruckt von Beckers Kunst. Westheider, der aufgrund seines Jahrgangs mit Sicherheit die digitale Welt nicht mit der Muttermilch aufgesogen hat und mit einer gewissen Skepsis auf die selbige schaut. In seiner Einführungsrede befindet er: »Berger stellt glücklicherweise eine Verbindung her zwischen der analogen und der digitalen Welt. Und es stimmt mich hoffnungsfroh. Becker, der mit seiner Autoaufschrift »Kunst-Becker« vorfährt. Er ist meines Erachtens ein Kunst-Bäcker: Seine Bestandteile des Backens: Sonnenstrahlen, die Farbe und die Worte.« Und in Anlehnung an Leo Lionnis Kinderbuch von der berühmten Maus Frederick befindet er: »Wenn Sie bei diesem Rezept bleiben, kann gar nichts schiefgehen.«

Viele Besucher begeben sich nach dessen launigen Worten auf die Suche, Westheiders Worte in den mehr als zwei Dutzend Exponaten wiederzufinden. An einem vormals trostlos- kalten Wintertag.

 

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