Di., 06.03.2018

Bielefelder veruntreut mindestens 64.500 Euro in einem Versmolder Unternehmen Buchhalter greift in Firmenkasse

Symbolbild.

Symbolbild. Foto: dpa

Von Jens Heinze

Versmold/Bielefeld (WB). Der frühere Chefbuchhalter eines mittelständischen Unternehmens hat bei seinem alten Arbeitgeber jahrelang in die Kasse gegriffen. Der vom Familienvater aus Bielefeld bei der Versmolder Gebäudetechnikfirma angerichtete Schaden betrug mindestens 64.500 Euro.

Ein Schöffengericht des Bielefelder Amtsgerichtes verurteilte am Montag den teilweise geständigen 45-Jährigen wegen Untreue in 19 Fällen zu einer Bewährungsstrafe von 18 Monaten. Zudem muss er die veruntreuten 64.500 Euro erstatten und 1000 Euro Geldbuße an eine Frauen-Hilfsorganisation zahlen. »Der Angeklagte hat das Vertrauensverhältnis des Arbeitgebers missbraucht.

»Raffinierte Umbuchungen«

Das Geld ist für seinen Lebensunterhalt draufgegangen«, sagte die Vorsitzende Richterin Astrid Salewski in ih­rer Urteilsbegründung. Die den Angaben der Staatsanwaltschaft zufolge vom Chefbuchhalter »mit ausgesprochen raffinierten Umbuchungen« verschleierten Untreuetaten habe schließlich ein neuer Controlling-Mitarbeiter der Firma aufgedeckt. Nachdem die wiederholten Griffe ins Betriebsvermögen bekannt wurden, wurde der leitende Angestellte von seinem Arbeitgeber fristlos entlassen.

Das Urteil gegen den 45-Jährigen spiegelt nur ein Teil der Taten wieder, die er in der Zeit von Mai 2010 bis Juli 2014 begangen haben soll. Die Staatsanwaltschaft ging ursprünglich davon aus, dass sich der Angeklagte in 100 Fällen schuldig gemacht und einen Schaden von mehr als 89.000 Euro angerichtet habe.

Falsche Steuererklärungen

Zudem soll der Mann für seinen Ex-Arbeitgeber von 2010 bis 2013 falsche Steuererklärungen erstellt haben. Damit sollen Gewerbe- und Einkommenssteuern von mehr als 30.000 Euro hinterzogen worden sein. Die Vorwürfe wegen Steuerbetruges und wegen weiterer 81 Untreuetaten (unter anderem soll der Angeklagte fortlaufend seinen Privatwagen auf Firmenkosten betankt haben) wurden vom Gericht mit Blick auf das zu erwartende Strafmaß eingestellt.

Der Angeklagte habe »das Vertrauen des Ar­beitgebers hemmungslos ausgenutzt«, hieß es von der Staatsanwaltschaft. Er habe »eine hohe kriminelle Energie« an den Tag gelegt, »um sich einen Lebensstandard zu ermöglichen, den er sich sonst nicht ermöglichen konnte«. Der Schaden sei noch nicht wieder gutgemacht worden. Dem Mann riet die Richterin, das Tilgen ernst zu nehmen. »Sonst ist Ihr Haus weg.« Oder es würde sein Gehalt gepfändet.

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