Di., 12.12.2017

Hochwasserschutz an der Diekstraße: Rohr braucht doppelten Durchmesser Es kommt zuviel Wasser an

Aus Schutz vor Hochwasser werden von Eigentümern an der Diekstraße Nr. 9 in Werther Sandsäcke vor der Garage verlegt. Jetzt hat die Stadt damit begonnen, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Aufwändige und teure Arbeiten sind notwendig.                  

Aus Schutz vor Hochwasser werden von Eigentümern an der Diekstraße Nr. 9 in Werther Sandsäcke vor der Garage verlegt. Jetzt hat die Stadt damit begonnen, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Aufwändige und teure Arbeiten sind notwendig.                   Foto: Stefan Küppers

Von Klaus-Peter Schillig

Werther (WB). Die Anlieger der Diekstraße haben die leidvolle Erfahrung schon mehrfach gemacht: Wenn Wasser sich einen Weg sucht, dann hin zur tiefsten Stelle. Genau da stehen leider Häuser und sind jedes Mal betroffen, wenn ein heftiger Schauer niedergeht.

Die Stadt muss 420.000 Euro ausgeben, um das künftig zu verhindern. Bei so genannten Starkregenereignissen waren die Senken in der Diekstraße schon immer von tiefen Pfützen betroffen. Echtes Hochwasser aber gibt es erst, seit oben die Kreuzung mit der Borgholzhausener Straße zu einem Kreisverkehr ausgebaut worden ist.

Der Landesbetrieb Straßen als Bauherr sei aber der Planung der Sanierung aber nicht mit den Tisch zu holen gewesen, schildert Bürgermeisterin Marion Weike bei der Beratung im Bauausschuss die Situation. Denn laut Unterer Wasserbehörde (beim Kreis Gütersloh) sei alles in Ordnung. Es liege eine wasserrechtliche Erlaubnis vor. Am Kreisel, zitiert Weike, sei nichts mehr zu verbessern, sondern nur da, wo das Wasser ankomme.

Straße droht einzubrechen

Und da ist jetzt die Stadt am Zuge. Kleine Maßnahmen sind bereits getroffen worden. In erster Linie die Vollsperrung, weil in der Senke vor den Häusern Nummer 7 und 9 ein altes Betonrohr so defekt ist, dass bei der Überfahrt eines schweren Lkw die Straße einbrechen könnte. Außerdem ist ein weiteres Rohr unter die Straße verlegt worden, um Wasser aus Richtung Massenschmiede von den Häusern weg auf die andere Straßenseite zu leiten.

Durch das alte 60-Zentimeter-Rohr passen die Wassermassen bei kräftigen Regenschauern aber nicht mehr durch, die sich in einem parallel zur Diekstraße verlaufenden Bach sammeln. Der fließt durch einen Feuerlöschteich bei den Häusern 7 und 9 und wird dann unter der Straße hindurch in einen Kanal geleitet, der auch unter der Altlast (ehemalige Mülldeponie) hindurch Richtung Rotingdorf führt.

Rohr doppelt dick

Die Stadt hat deshalb Pläne entwickeln lassen, das Wasser aus dem Bach und langfristig auch das von der Straßenoberfläche geordnet aufzufangen und abzuleiten. Dazu wird ein 120-Zentimeter-Rohr am genannten Teich vorbeigeführt und dann unter der Diekstraße hindurch zu einem Gewässer im nahen Wiesensiek geleitet. Von hier geht es weiter Richtung Rotingdorf.

Da allerdings könnte das nächste Problem drohen, warnte Anlieger und Ex-Ratsherr Heinrich Dicke-Wentrup. Der Durchlass unter der Rotingdorfer Straße sei ebenfalls 70 Jahre alt und größeren Wassermassen nicht gewachsen.

Als weitere Maßnahme wird das unter der Altlast verlaufende Kanalrohr durch eine neue Innenauskleidung (»Inliner«) verstärkt, damit weder Sickerwasser in das Rohr eindringen noch Regenwasser in den alten Deponiekörper eindringen kann.

Doch damit nicht genug. In den Folgejahren ist dann auch die Diekstraße selbst an der Reihe. Die besitzt einen Straßengraben nur vom Kreisel bis zum Haus Nr. 3 (Tubbesing). Danach fließt das Wasser bei starkem Regen auf und neben der Fahrbahn unkontrolliert Richtung Tal.

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