Di., 02.01.2018

Werther bestaunt Puppenstube und Spielzeug aus der Wirtschaftswunderzeit Ein Schaufenster voller Nostalgie

Ein typischer »Tante Emma-«Kaufmannsladen fürs Kinderzimmer – mit Kaba und Maggi, Vox-Kaffee und Hoffmann-Stärke im Regal.

Ein typischer »Tante Emma-«Kaufmannsladen fürs Kinderzimmer – mit Kaba und Maggi, Vox-Kaffee und Hoffmann-Stärke im Regal.

Von Margit Brand

Werther (WB). Ein Hauch von Nostalgie weht durch die Runde Ecke. Wer bei Ilse Drein und Jorek Laffin ins Schaufenster blickt, unternimmt eine Zeitreise in die Kinderzimmer von Annodazumal.

Eisenbahn und Kaufmannsladen, Puppenhaus und Bauernhof – natürlich haben das vorige Woche auch wieder Kinder freudig unterm Weihnachtsbaum ausgepackt. Und doch haben Spielzeuge von heute so wenig Ähnlichkeit mit den Dingen, die Kinderaugen vor einem halben Jahrhundert und mehr zum Leuchten gebracht haben. Entsprechend weckt das, was im Schaufenster von Fußpflegestudio und Osteopathiepraxis ausgestellt ist, Erinnerungen.

Menschen bedanken sich

Immer wieder beobachtet Ilse Drein, dass – vornehmlich ältere – Leute stehen bleiben und die Auslage bestaunen. Sie sind fasziniert von dem Puppenhaus aus der Wirtschaftswunderzeit, in dem ein Baby im Laufstall steht, während die Eltern es sich unter der Schirmlampe vorm Kamin bequem gemacht haben. Oder von der »Küchenmaschine«, vor der auch Wischmopp und Besen parat stehen. Dann gibt’s noch die Dampflok, den hölzernen Pinocchio und, und, und. Details gibt’s im Überfluss.

Was für Gespräche vor der Scheibe geführt werden, kann Ilse Drein nur erahnen. Aber sie hat es gleich mehrfach erlebt, dass Menschen spontan herein kamen, um sich für diese außergewöhnliche Dekoration zu bedanken. »Und die Kinder wären am liebsten direkt ins Schaufenster gestiegen«, erzählt Jorek Laffin lächelnd. Die Komplimente können die beiden nur weiterreichen: Sie gelten in erster Linie Jorek Laffins Vater Siegfried, der nicht nur Dekorateur, sondern zugleich auch leidenschaftlicher Sammler ist. Aus seinem Fundus stammt all das nostalgische Spielzeug. »Er hat ein ganzes Lager an Raritäten und Antiquitäten und hat sich gefreut, sich bei uns mal ganz ohne Vorgaben austoben zu dürfen«, sagt Jorek Laffin.

Ein Bulli voller Schätzchen

Mit einem ganzen Bulli voll fuhr sein Vater (63), der im Kalletal wohnt, im Advent in Werthers guten Stube vor. »Mir gingen die Augen über«, war auch Ilse Drein erstaunt darüber, was für liebevoll erhaltene und zum Teil restaurierte Schätzchen zum Vorschein kamen. Laffins Sortiment reicht von einer Miniatur-Kreissäge bis zu Maggi-Fläschchen im Regal des Tante-Emma-Ladens. Voraussichtlich noch bis Mitte Januar kann das Schaufenster-Kinderzimmer an der Runden Ecke betrachtet werden. Jorek Laffin: »Mein Vater hat schon neue Ideen, was als nächstes kommt. Wir sind auch ganz gespannt.«

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