Mi., 03.01.2018

Halle und Wertrher machen mit bei der »Regiopolregion Bielefeld« Gemeinsam geht es besser

Die Zusammenarbeit innerhalb der Regiopole Bielefeld soll nicht nur Geld sparen und über Fördertöpfe einbringen, sondern auch Fortschritte bei der Vernetzung. Das gilt vor allem für den Öffentlichen Personen-Nahverkehr (Foto oben links) und den Bau von überörtlichen Radwegen (oben rechts). Im OWL-Kulturportal könnte das Haller Stadtfest (unten links) auch in anderen Kreisen der Region beworben werden. Schwierig ist noch der gemeinsame Einkauf der Bauhöfe, weil es zu viele unterschiedliche Geräte und Fahrzeuge gibt.

Die Zusammenarbeit innerhalb der Regiopole Bielefeld soll nicht nur Geld sparen und über Fördertöpfe einbringen, sondern auch Fortschritte bei der Vernetzung. Das gilt vor allem für den Öffentlichen Personen-Nahverkehr (Foto oben links) und den Bau von überörtlichen Radwegen (oben rechts). Im OWL-Kulturportal könnte das Haller Stadtfest (unten links) auch in anderen Kreisen der Region beworben werden. Schwierig ist noch der gemeinsame Einkauf der Bauhöfe, weil es zu viele unterschiedliche Geräte und Fahrzeuge gibt.

Von Klaus-Peter Schillig

Halle/Werther (WB). Der Radweg zwischen Borgholzhausen, über Werther nach Bielefeld ist noch lange nicht gestorben. Die »Regiopolregion Bielefeld« macht es möglich, zu der sich fast alle Nachbarstädte und -gemeinden der Großstadt zusammengeschlossen haben. Was sich nach einem neuen bürokratischen Papiertiger anhört, soll den Bereich um kleinere Oberzentren im Wettbewerb mit den großen Metropolen stärken.

Beispiel Radverkehr: Der gehört zum Arbeitsbereich Mobilität und hat unter anderem zum Ziel, ein Radwegenetz für den Alltagsverkehr zwischen Herford, Bielefeld und Gütersloh zu schaffen. Da könnte auch die Strecke von Bielefeld bis Borgholzhausen wieder auf den Tisch kommen, von wo sie kürzlich erst einmal in der Schublade verschwunden ist – aus finanziellen Gründen.

Denn den hohen Eigenanteil für die Strecke entlang einer umgebauten Landstraße 785 hätte Werther nicht stemmen können. Im Rahmen der Regiopole und mit Fördermitteln aus dem Topf der Regionale könnte das Projekt doch noch klappen, schätzt der Haller Kämmerer und Fachbereichsleiter Jochen Strieckmann.

Öffentlichen Nahverkehr verbessern

Als langfristiges Ziel sehen Strieckmann und seine Kollegen in den elf Städten rund um Bielefeld auch Verbesserungen im Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV). Da hätten die Regiopole aber nur bedingte Einflussnahme, weil bislang die Stadt Bielefeld und die Kreise Gütersloh und Herford ihre Streckennetze getrennt ausschreiben.

Ärgernis beispielsweise aus Sicht der Stadt Werther ist es, dass eine Busfahrt von Werther nach Dornberg teurer ist als von Dornberg nach Sennestadt. Das Überfahren der Bielefelder Stadtgrenze macht den feinen Unterschied.

Kulturell näher zusammenrücken

Weitere enge Zusammenarbeit zeichnet sich im Bereich Kultur ab. »Man könnte sich bei Lesungen prominenter Autoren zusammentun«, erläutert Jochen Strieckmann. Einmal in der Region, könnten so in verschiedenen Orten mehrere Veranstaltungen durchgezogen werden. Auf dem Weg zur Realisierung ist bereits ein zunächst nur für die Regiopole gedachtes gemeinsames Kulturportal für ganz Ostwestfalen. Auf einer Seite im Internet – und auch als App auf mobilen Geräten – sollen sich Interessenten künftig einen Überblick verschaffen können über Events in der Region. Die größeren Städte Bielefeld, Herford und Gütersloh planen zudem eine gemeinsame Eintrittskarte für ihre Museen.

Die Zusammenarbeit soll sich aber nicht nur auf die schönen Dinge beschränken. So war angedacht, den Klärschlamm gemeinsam zu verwerten. Die neuen Festsetzungen zur Reduktion von Mikroschadstoffen hat diese Pläne aber erst einmal vom Tisch auf die lange Bank gebracht. Und als nicht ganz praktikabel hat sich ein gemeinsamer Einkauf für die Bauhöfe herausgestellt. Da gibt es wohl zu viele unterschiedliche Maschinen und Fahrzeuge, um wirklich durch Großeinkauf Kosten sparen zu können.

Elf Kommunen sind dabei

Mit einer gemeinsamen Erklärung haben schon am 18. Februar 2016 elf Kommunen die Ostwestfälisch-Lippische Regiopolregion gebildet. Das sind neben Bielefeld noch Herford, Gütersloh, Bad Salzuflen, Halle, Enger, Steinhagen, Werther, Oerlinghausen, Leopoldshöhe und Spenge. Um die gemeinsamen Ziele umsetzen, Erfahrungen anderer Regionen einfließen zu lassen und die Bedingungen für Fördermittel zu erfüllen, wurde das Beratungsbüro Heinze und Partner zur Unterstützung verpflichtet

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