Do., 15.02.2018

Vortrag im Dorfladen Häger: Kräuter-Expertin nimmt Brennesseln den Schrecken Beifuß ist der Joker für Leber und Galle

Die Steinhagener Kräuter-Expertin Ulrike Sprick klärt die Besucher im Dorfladen über heimische Gewächse auf

Die Steinhagener Kräuter-Expertin Ulrike Sprick klärt die Besucher im Dorfladen über heimische Gewächse auf Foto: Sara Mattana

Werther (WB/mat). Eine schmerzhafte Begegnung mit der Brennnessel versuchen die meisten Menschen zu vermeiden. Doch wer diese Pflanze mit all ihren Eigenheiten zu nehmen weiß, kann sich den ein oder anderen Gang zur Apotheke sparen.

Wie wohltuend die Gewächse des heimischen Gartens wirken können, weiß Ulrike Sprick. Die Kräuter-Expertin nutzte deshalb die neue Veranstaltungsreihe im Dorfladen, um das Image einiger in Verruf geratenen Pflanzen ein wenig zu polieren. »Die Brennnessel wirkt auf sämtliche Harnorgane und enthält so viel Chlorophyll wie keine andere Pflanze«, erklärt die Steinhagenerin den etwa 20 Gästen. Deshalb enthält das Gewächs besonders viel Magnesium und lässt sich hervorragend als Quark oder Tee genießen.

Samen der Brennessel waren in Klöstern verboten

Mit ein wenig Geschick und Pflanzenkenntnis lassen sich jedoch nicht nur die Blätter, sondern auch die Samen der Brennnessel ernten. »Die schmecken ein bisschen wie Nüsse, doch in mittelalterlichen Klöstern waren sie verboten. Die Samen haben nämlich eine aphrodisierende Wirkung«, verrät Ulrike Sprick.

Sie hat zu ihrem Vortrag aber nicht nur allerlei interessante Fakten, sondern auch einige Bilder aus dem eigenen Garten mitgebracht. Schließlich sollen auch ihre Zuhörer künftig auf die Suche nach gesunden Naschereien gehen können. Doch obwohl Ulrike Sprick alle Pflanzen grundsätzlich nur in die Kategorien »essbar« und »nicht essbar« unterteilt, musste sich die Expertin mit dem Beinwell besonders intensiv auseinandersetzen. Denn das auf die Knochenstrukturen des Körpers wirkende Gewächs ist dafür bekannt, gelegentlich ein Alkaloid zu enthalten, das Leberkrebs erzeugen kann.

»Das kann allerdings nur produziert werden, wenn die Pflanze extremer Trockenheit ausgesetzt ist und selbst dann ist nicht sicher, dass es gesundheitsschädlich ist«, sagt Ulrike Sprick, die Beinwell selbst regelmäßig im Salat oder als Beilage zu sich nimmt. Denn bei ihren Recherchen ist sie auf eine beruhigende Zahl gestoßen: Etwa 34 Kilogramm Beinwell müsse ein erwachsener Mensch am Tag zu sich nehmen, um dem Risiko einer Krebserkrankung ausgesetzt zu sein.

Gartenkraut regt die Fettverdauung an

Wer aber wirklich auf Nummer sicher gehen will, ist mit dem Beifuß bestens aufgehoben. Diese Pflanze ist Ulrike Spricks persönlicher Favorit: »Beifuß war schon früher bekannt als eine Art Joker gegen alle bösen Fälle des Lebens.« Denn das von unten silbrig-weiße Gewächs regt die Fettverdauung an und unterstützt Leber und Galle. Auch wird es in der Homöopathie als Mittel gegen Epilepsie eingesetzt. »So kann man verstehen, wie unsere Vorfahren gedacht haben. Sie haben Epilepsie für die Besessenheit von bösen Geistern gehalten und den Beifuß als klärend angesehen«, sagt Ulrike Sprick.

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