Di., 17.04.2018

Vorsitzende Malin Speckmann wünscht sich mehr Mitglieder ohne »Stallgeruch« Landjugend geht auch ohne Hof

Die neue Vorsitzende Malin Speckmann und ihr Vorstandskollege Leon Rother, hier vor dem Hof Linhorst, werben für die Mitgliedschaft in der Landjugend Werther. »Stallgeruch« und ein elterlicher Hof sind keine Voraussetzung.

Die neue Vorsitzende Malin Speckmann und ihr Vorstandskollege Leon Rother, hier vor dem Hof Linhorst, werben für die Mitgliedschaft in der Landjugend Werther. »Stallgeruch« und ein elterlicher Hof sind keine Voraussetzung. Foto: Klaus-Peter Schillig

Von Klaus-Peter Schillig

Werther (WB). Heute Landjugend und morgen Bauer oder Bäuerin? Früher mag das der typische Werdegang gewesen sein. »Bei uns kommen längst nicht mehr allem vom Hof«, sagt Malin Speckmann. Seit wenigen Monaten ist sie neue Vorsitzende und kann nachweisen, dass die Landjugend Werther ein Verein für alle Jugendlichen sein kann.

Klar, Landleben, mitunter auch landwirtschaftliche Themen, spielen immer mal wieder eine Rolle. Bei größeren Aktionen, wie dem Videodreh im vergangenen Jahr für den bundesweiten Wettbewerb, sind natürlich Schlepper und Anhänger mit im Spiel. »Aber wir reden auch viel über Schule und Studium«, erzählt Malin Speckmann über die wöchentlichen Treffs (immer dienstags) über Party. Und wie bei anderen jungen Menschen auch dreht es sich um Computer, Party und Spiele.

Schon kurz nach dem Eintritt in den Vorstand gewählt

Die 21-jährige hat die Nachfolge von Niklas Johanning angetreten, kann sich aber auf weitere rührige Vorstandsmitglieder verlassen, die sich die Arbeit teilen. Leon Rother beispielsweise. Der 18-Jährige steuert an der PAB-Gesamtschule gerade aufs Abitur zu, ist seit vier Jahren Mitglied der Landjugend, engagiert sich in der Schulgenossenschaft und möchte nach dem Abi eine Fleischerlehre machen. Als praktische Grundlage für ein späteres Studium der Lebensmittel-Technologie.

Malin Speckmann ist ebenfalls seit dem 15. Lebensjahr aktiv, hat sich schon kurz nach ihrem Beitritt als Schriftführerin in den Vorstand wählen lassen. Sie studiert bereits, ebenfalls nicht mit dem primären Ziel, irgendwann einmal die Frau auf dem Hof zu sein. Ihr Studiengang Agrarwissenschaften zielt eher ab auf eine spätere Tätigkeit in Forschung oder Industrie.

Mit Natur muss man schon was am Hut haben

Also: Landwirtschaft muss nicht sein. »Aber wer mit Natur so gar nichts am Hut hat, ist bei uns nicht richtig aufgehoben«, schränkt Malin Speckmann. Denn im Jahresverlauf stehen auch Ausflüge nach Olderdissen – inklusive Tierkunde – auf dem Programm, Nistkasten-Basteln, der Bau von Insekten-Hotels, Mitarbeit beim Umwelttag oder beim Apfeltag und die Beteiligung an der Müllsammelaktion.

»Wir haben eigentlich jeden Dienstag etwas anderes vor«, sagt Leon Rother mit Blick auf das wöchentliche Programm. In Brackwede wird die beliebte Ikea-Rallye gespielt, in Melle dem Geheimnis nachgespürt, warum der russische Landmaschinen-Hersteller Rostselmash seine Mähdrescher so viel billiger anbieten kann, man kann Kochen lernen oder Erste Hilfe.

Jetzt im Frühjahr, wenn es wieder länger hell bleibt, geht es vielleicht wieder zum Paddeln aufs Hücker Moor oder es wird mal wieder eine Trainingseinheit im Hangball gestartet. Eine Wertheraner Spezial-Sportart, in der es auch schon einen Vergleich mit der Landjugend Bielefeld gegeben hat: das schräge Spiel auf abschüssiger Wiese wird mit großem Gymnastikball und Gummistiefeln bestritten.

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