Sa., 30.12.2017

Kathrin Sander hat in der Silvesternacht Bereitschaftsdienst im Tierheim Ahle Kein Sekt, keine Feier

Kathrin Sander mit der Chow-Chow-Hündin Persick. Die Tierheimleiterin hat in der Silvesternacht Bereitschaftsdienst in der Einrichtung in Ahle und achtet darauf, dass die etwa 180 Vierbeiner dort bei der Silvesterknallerei nicht in Panik geraten.

Kathrin Sander mit der Chow-Chow-Hündin Persick. Die Tierheimleiterin hat in der Silvesternacht Bereitschaftsdienst in der Einrichtung in Ahle und achtet darauf, dass die etwa 180 Vierbeiner dort bei der Silvesterknallerei nicht in Panik geraten. Foto: Hilko Raske

Von Hilko Raske

Bünde  (WB). Sekt oder Bowle? Fehlanzeige. Ein Tischfeuerwerk? Undenkbar. Dafür aber etwa 180 Vierbeiner, die mit einem die letzte Nacht des Jahres verbringen. Das ist in etwa das Silvesterprogramm, das Kathrin Sander erwartet.

Als Leiterin des Tierheims im Stadtteil Ahle tritt sie am Silvesterabend um 21 Uhr den Bereitschaftsdienst an. 15 Stunden lang wird sie ein Auge darauf haben, dass es ihren Schützlingen gut geht. Immerhin geraten gerade in der Silvesternacht, wenn lautstark das neue Jahr begrüßt wird, viele Tiere durch das Zünden von Feuerwerkskörpern in Panik. Dazu soll es im Tierheim natürlich nicht kommen. »Alle Tiere sind während der Silvesternacht im Gebäude und nicht etwa in einem Außengehege. Ich schließe alle Türen und Fenster, damit der Lärm von außen nicht eindringen kann«, sagt Kathrin Sander.

Musik übertönt Knallerei

Gleichzeitig sei während der ganzen Nacht Musik zu hören – »überwiegend beruhigende Melodien, zwischendurch aber auch mal etwas Rockiges«, erzählt die Tierheimleiterin. Damit werde die Geräuschkulisse draußen übertönt. Für alle Tiere gebe es außerdem ein Leckerli. »Unser Kühlschrank ist gut gefüllt«, verrät Kathrin Sander.

Was Lärm betreffe, seien Katzen gelassener als Hunde, informiert Renate Siekkötter, Vorsitzende des Tierschutzvereins Herford, der Träger des Tierheims in Ahle ist. Gerade bei den Neuzugängen gebe es mehrere sogenannte »Angsthunde«. »Bei denen wissen wir nicht, wie sie sich bei all der Knallerei verhalten werden.« Manche würden auf diesen Lärm extrem reagieren. »Vor Jahren hatten wir einen Jack-Russell-Terrier, der aus Angst praktisch die Wände hochgegangen ist.«

Hündin Persick leistet Gesellschaft

Und was macht man während des Bereitschaftsdienstes, damit einem die Stunden in dieser besonderen Nacht nicht zu lang werden? »Sicher nicht fernsehen – das mache ich bei mir zuhause auch nie«, sagt Kathrin Sander. Schlafen könne sie in dieser Nacht allerdings wahrscheinlich auch nicht. »Ich habe zwar ein Liege hier, werde aber kaum davon Gebrauch machen.« Zwischen den regelmäßigen Kontrollgängen würde sie dann Stickarbeiten an einem Gobelin fortsetzen. »Und ansonsten mit den Arbeiten in der Nacht beginnen, die mich üblicherweise immer morgens erwarten.« Gesellschaft wird ihr dabei sicher auch die Chow-Chow-Hündin Persick – zu deutsch »Pfirsich« –leisten. Zwar besitzt die fünfjährige Hündin ihren eigenen Willen und kann manchmal richtig stur sein, genießt aber trotzdem die Gesellschaft – vor allem, wenn ihr dichtes Fell gekrault wird.

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