Mi., 14.02.2018

Experten analysieren Lichtverhältnisse – Hansastraße gut zwei Stunden gesperrt - mit Video Polizei stellt tödlichen Unfall nach

Mit einem Messrad messen die Polizei und Dekra-Kollegen die Spuren aus und zeichnen maßgebliche Eckpunkte des Unfalls – wie etwas den genauen Ort der Kollision – mit Kreide auf der Straßenoberfläche ein.

Mit einem Messrad messen die Polizei und Dekra-Kollegen die Spuren aus und zeichnen maßgebliche Eckpunkte des Unfalls – wie etwas den genauen Ort der Kollision – mit Kreide auf der Straßenoberfläche ein. Foto: Kathrin Weege

Von Kathrin Weege

Bünde (WB). Es ist kalt und finster, kein Mond am Himmel zu sehen – die Fahrbahn der Hansastraße ist trocken. Seit drei Monaten wartet die Polizei auf genau diese Verhältnisse, um den Hergang des tödlichen Unfalls vom 17. November genau zu rekonstruieren.  An dem Abend hatte ein Kleintransporter einen Radfahrer erfasst.

Das Gutachten zur Unfallrekonstruktion hatte die Staatsanwaltschaft in Auftrag gegeben, damit alle Aspekte des Unfallhergangs ausgewertet werden und die Juristen sauber arbeiten können. Sie wirft dem 57-jährigen Kurierfahrer aus Bad Oeynhausen fahrlässige Körperverletzung mit Todesfolge vor. Dem Kurierfahrer drohen laut Polizei bis zu fünf Jahre Haft oder eine Geldstrafe.

Hansastraße gut zwei Stunden gesperrt

 Dienstagabend sperrte die Polizei von 18.30 bis 20.40 Uhr den Abschnitt auf der Hansastraße. »Wir kennen den genauen Kollisionspunkt, der etwa in Höhe der Hausnummer 185 liegt, und wissen, dass der Fahrer des Kleintransporters in Richtung Bünde unterwegs war. Wie sich der Unfall ganz genau ereignete, wissen wir nicht«, erklärte Polizeihauptkommissar Olaf Heidenreich, der auch am Tag des Unfalls vor Ort war.

Ob der Radfahrer sich – aus Richtung Bünde kommend – links eingeordnet hatte oder ob er vom Seitenstreifen in einem kleinen Bogen auf die gegenüberliegende Straßenseite wollte, lässt sich nicht mehr klären. »Daher rekonstruieren wir beiden Varianten«, sagte Dr. Alexander Harder (Dekra), zuständig für die Unfallrekonstruktion.

Sein Kollege Uwe Hellkamp fertige ein Lichtgutachten an. »Mit der Analyse soll geprüft werden, ob der Unfall vermeidbar gewesen wäre. Dabei spielt es eine entscheidende Rolle, ab wann der Fahrer des Kleintransporters den Radfahrer hätte erkennen können«, so Hellkamp. Dazu komme eine spezielle Kamera, die Leuchtdichte und Kontraste messen kann, zum Einsatz.

»Wir bauen ein Gestell mit der Originalkleidung des Unfallopfers neben einem identischen Fahrrad auf. Ein Fahrzeug mit Licht simuliert den Gegenverkehr, ein baugleicher Kleintransporter wie am Unfalltag kommt ebenfalls zum Einsatz«, erklärt Uwe Hellkamp.

Lichtproben genommen

Zunächst wird eine Lichtprobe genommen, während Kleintransporter und Rad 55 Meter auseinanderstehen. Dann werden beide in Fünf-Meter-Schritten nach und nach bis auf 20 Meter zusammengerückt. »Wir setzen an verschiedenen Stellen der Kleidung Messpunkte. Nur so können wir genaue Werte erhalten«, erläutert Hellkamp. Die Bewertung der Lichtverhältnisse nahmen die Dekra-Kollegen auf beiden möglichen Routen, die der Radfahrer genommen haben könnte, vor. Bremsproben sind am Dienstag nicht gemacht worden, sie wurden kurz nach dem Unfall vorgenommen.

Ein Ergebnis der Unfallrekonstruktion stand Dienstagabend nicht direkt fest. »In einem längeren Prozess werden die Ergebnisse jetzt ausgewertet«, so Uwe Hellkamp.

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